Alle Beiträge von Bert Kößler

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

1 Schritt zurück, 10 Schritte vor

Vom Heimkino zum Multifunktionskeller

Jedes Heimkinoprojekt ist anders – und dieses hier war ganz besonders anders! So viel kann ich schon mal versprechen. Wer schon ein Heimkino hatte und dann ein zweites in Angriff nimmt, hat damit normalerweise eine Steigerung an Kinoatmosphäre im Sinn. Aber das ist nicht immer die treibende Kraft. Wie Norbert sein Heimkino eingestampft und in ein gigantisches Wohnzimmer-Kellerkino umgebaut hat, das liest du hier.

In unserem Podcast Folge 13 findest du ein Audio-Interview zum Projekt.

Alle Fotos: Norbert G.

Angefangen hatte nämlich alles damit, dass das heimische Wohnzimmer aus familiären Gründen in den Keller ausweichen musste. Das kann einen schon mal hart treffen – aber nicht, wenn es so wie hier gelöst wurde. Das Spannende daran: In besagtem Kellerraum befand sich bereits seit 13 Jahren ein Heimkino!

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Einfach aber wirkungsvoll

Der Umbau des Kellerkinos von Benjamin

Heimkino geht auch mit einfachen Mitteln. Es muss nicht immer ein bis ins Letzte optimierter Raum sein. Wichtig ist, dass das Projekt zu den eigenen Möglichkeiten passt und dabei Spaß am Hobby aufkommt. Diese Erfahrung spiegelt das Heimkino von unserem Kunden Benjamin sehr schön wider.

Alle Fotos: Benjamin H.

Benjamin hat bereits 2017 auf eigene Faust einen freien Kellerraum zur ersten Version eines Heimkinos umfunktioniert. Und wie das so ist: Mit der Zeit wachsen die Wünsche und Ansprüche. Was mit einem einfachen 5.1-System von Logitech anfing, sollte sich nur 2 Jahre später zu einem Teufel Threater 500 weiterentwickeln.

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Wunderbare Verwandlung

Vom Wohnzimmer zur Nerd-Höhle

Ich bin ja schon immer so ein wenig neidisch, wenn jemand einen ganzen Raum voller Figuren und Replika ansammelt. So viel cooler Kram, dass man stundenlang nur gucken könnte. Bei unserem Kunden Michael ist diese Sammlung direkt mit in den Kinoraum gewandert. Und doch sollte der Raum noch ein wenig an ein Wohnzimmer erinnern.

Alle Fotos: Michael W.

Dieses Projekt war definitiv außergewöhnlich, denn hier ging es nicht einfach darum, ein Heimkino nach gängigen Methoden aufzubauen oder ein Wohnzimmer akustisch zu verbessern. Nein, hier hatten wir es vor allem mit einer Sache zu tun: Unmengen an Glas! Vitrinen über Vitrinen, alles gebaut, um die wertvolle Sammlung ins rechte Licht zu rücken. Akustisch war das natürlich eine mittelgroße Katastrophe.

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3 Fehler, die du unbedingt vermeiden musst, wenn du dir ein Heimkino baust

Nur wer nichts macht, macht keine Fehler. Sobald du also ein Heimkino baust, sind Fehler vorprogrammiert. Und das ist auch gut so. Denn aus Fehlern lernst du, damit du es beim nächsten Mal besser machen kannst.

Dieses Bild zeigt 3 Fehler, die ich vor vielen Jahren gemacht habe.

Manche Fehler kosten dich einfach nur Nerven, andere Zeit oder sogar Geld. Aber im schlimmsten Fall bringt dein Heimkino nicht 100% von dem, was möglich gewesen wäre – und du merkst es vielleicht noch nicht einmal! Es ist unmöglich, alle denkbaren Fehler aufzulisten. Deshalb müssen hier die drei Fehler genügen, die du auf keinen Fall machen willst.

Fehler 1: Nicht detailliert genug planen

Wer glaubt, einfach loslegen zu können, ohne sein Heimkino vorher ausführlich zu planen, der hat schon so gut wie verloren. Gut Ding will Weile haben, heißt es nicht umsonst. Und jeder gute Handwerker weiß genau:

Erst grübeln, dann dübeln!

Wenn du einfach drauf los arbeitest, ohne dir vorher einen sinnvollen Plan zu überlegen, wirst du garantiert an einen Punkt kommen, wo es nicht weiter geht. Mit viel Material und Arbeitseinsatz wirst du etwas gebaut haben, das dann doch nicht wie gedacht funktioniert. Wenn es ganz dumm läuft, stehst du da und bist festgefahren, kommst weder vor noch zurück.

Deshalb: Zeichne einen Bauplan und arbeite damit, bis jedes Detail stimmt, noch bevor du das erste Loch in die Wand bohrst. Plane auch die Kosten deines Heimkinos sehr genau, damit du nicht finanziell stecken bleibst.

Die besten Heimkinos haben genauso viel Planungszeit hinter sich wie die eigentliche Bauzeit. Wir sprechen hier nicht von Tagen, sondern Wochen oder eher Monaten. Das sollte dir zu denken geben, wenn du glaubst, jetzt mit einem Großprojekt loslegen zu können.

Fehler 2: Die Raumakustik unterschätzen

Die drei wesentlichen Faktoren für gute Klangwiedergabe im heimischen Wohnzimmer oder Kellerraum sind:

  • Lautsprecherqualität
  • Aufstellung der Lautsprecher
  • Raumakustik

Sobald einer dieser Faktoren vernachlässigt wird, ist es völlig egal, wie viel Geld oder Aufwand du in die anderen Themen steckst – du wirst dann keine 100% des maximal möglichen Tons bekommen. Lies hier die ganze Geschichte.

Die Raumakustik ist der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, dass deine Lautsprecher zeigen können, was in ihnen steckt. Viel zu oft wird sie sträflich vernachlässigt, viel zu oft werden Ausreden gefunden, das könne man im Wohnzimmer ja nicht umsetzen.

Suche nicht nach Ausreden, sondern nach Lösungen.

Das gilt für alles im Leben, und ganz besonders eben auch für die Raumakustik in einem Heimkino.

Fehler 3: Nicht (rechtzeitig) nach Hilfe fragen

Diesen Punkt kann ich ja irgendwie auch verstehen. Du willst es ja selbst schaffen, willst dir selbst beweisen, dass du ein Heimkino mit deinen eigenen Händen bauen kannst – von Anfang bis Ende. (Und ganz ehrlich, das ist doch überhaupt das Beste daran!)

Aber leider ist das auch etwas, das ich viel zu oft in meinen Beratungen erlebe: Die angehenden Heimkinobesitzer melden sich viel zu spät, um nach Rat zu fragen.

  • Der Rohbau des neuen Eigenheims steht schon, der Putz ist an den Wänden und der Estrich drin – jetzt ist es zu spät, um noch Kabel an die richtigen Stellen zu verlegen.
  • Die Trockenbauwände stehen schon und alles ist mit Rigipsplatten verkleidet. Raumakustik? Fehlanzeige! Dabei hätte es so einfach sein können.
  • Lautsprecher und andere technische Komponenten sind schon gekauft, aber eigentlich ist das geplante Setup gar nicht geeignet für den Raum.

Einfach mal machen, ohne sich vorher ein fachkundiges Feedback für seine Planung einzuholen – das ist einer der größten Fehler überhaupt. Denn damit verschenkst du wahnsinnig viel Potenzial. Du steckst Zeit und Material in eine Sache, nur um dann später festzustellen, dass es die falsche Sache war. Na was soll’s, jetzt ist es schon so. Das wieder wegzureißen wäre Wahnsinn.

So entstehen Heimkinos, die nicht alles ausschöpfen, was möglich ist. Am Ende postest du das noch stolz aber ahnungslos in einem Forum und wunderst dich über die vielen hämischen Kommentare, den „Verriss“ der eingeschworenen Heimkino-Community.

Das willst du wirklich nicht haben. Deshalb wende dich rechtzeitig an Gleichgesinnte, die schon ein Heimkino gebaut und die vielen kleinen Fehler gemacht haben. Frag in einem Forum oder bei deinem örtlichen Heimkinohändler nach, oder hole dir eine unabhängige Beratung – Hauptsache du ziehst es nicht alleine durch, wenn du dir nicht vollkommen sicher bist.


Hast du etwas anderes erwartet? Ja, diese drei Fehler sind sehr allgemeine Probleme. Sie haben eines gemeinsam: Wenn du sie machst, verbaust du dir damit sehr wahrscheinlich einen ordentlichen Teil deiner Möglichkeiten. Das sind keine Kleinigkeiten, die man mal eben korrigieren kann. Hier geht es ans Eingemachte und es wird auf die eine oder andere Art richtig teuer, das nachträglich zu beheben – wenn es überhaupt möglich ist.

Und hier noch die Auflösung zum eingangs gezeigten Bild – meine persönlichen Top-3-Fehler: 1. das falsche Absorber-Material für Bassfallen verwendet, 2. zu viele dicke Vorhänge und 3. die Beamer-Halterung nicht weit genug nach hinten an die Decke geschraubt.

Stoffe zur Verkleidung von Wänden und Absorbern

Auch wenn man es zunächst nicht erwarten würde, sind Stoffe einer der wichtigsten Werkstoffe für den Heimkinobau. Hinter Verkleidungen aus Stoff lassen sich jede Menge Dinge verstecken, die niemand sehen will, die aber akustisch noch vorhanden sein sollen: Lautsprecher und Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik sind die wichtigsten. In diesem Beitrag zeige ich dir, worauf du bei der Auswahl eines Stoffs achten musst.

4 Absorber der Größe 60×110 cm mit einem durchgehenden Motiv bedruckt
Absorber mit durchgehendem Fotodruck
Motiv: Adobe Stock

Stoffe wirken sich akustisch relativ gering aus. Je nach Typ sind sie irgendwo zwischen „fast gar nicht“ und „nur im Hochton“ absorbierend einzuordnen. Gleichzeitig bieten sie vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und sind leicht zu verarbeiten. Du musst dafür nicht nähen können. Diese Eigenschaften kannst du dir im Heimkino zunutze machen.

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