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Was brauche ich für ein Heimkino?

Du träumst vom eigenen Heimkino und fragst dich: Was brauche ich alles dafür? Mal sehen, ob ich dir eine einfache Antwort darauf geben kann.

Was brauche ich alles für ein Heimkino? Diese Heimkino-Baustelle enthält einiges davon.
Eine Heimkino-Baustelle wie sie leibt und lebt (hier: das Odeon) Foto: Dustin Orlowski

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Folgende Dinge brauchst du mindestens, um deinen Raum so einzurichten, dass man von einem Heimkino sprechen kann:

  1. Lautsprecher

    Standlautsprecher, Center und 2 Subwoofer an einer Heimkino-Front, Aufnahme von linksEin 5.1-System solltest du mindestens haben, um von Heimkino sprechen zu können. Zwar bedeutet Heimkino für jeden etwas anderes, aber ohne ein halbwegs vernünftiges Soundsystem hat der Filmabend doch mehr was von „Fernsehen schauen“ als von Kino.

  2. AV-Receiver

    Der Marantz AV-Receiver auf einem Rack.Der AV-Receiver ist die Schaltzentrale deines Heimkinos. Hier laufen alle Kabel zusammen. Zugleich dient er als Verstärker für deine Lautsprecher. Damit ist er eine absolut unverzichtbare Komponente.

  3. Beamer und Leinwand

    Ein möglichst großes Bild gehört zum Heimkino natürlich auch dazu. Richtig beeindruckend wird es nur mit einem Beamer. Eine Leinwand gehört für die bestmögliche Bildqualität dazu. Wenn es nicht anders geht, genügt aber auch ein herkömmlicher TV.

  4. Abspielgerät

    Ein Oppo UDP-203 Player mit einigen Filmen in einem Regal.Ein UHD-Player gehört heute zur Standard-Ausstattung jedes Heimkinos. Die beste Qualität bekommst du immer noch von der Silberscheibe. Zusätzlich oder alternativ kommt eine kleine Streaming-Box als Zuspieler in Frage.

  5. Kabel

    Zwei HDMI-SteckerUm die Geräte miteinander zu verbinden, brauchst du die passenden Kabel in der passenden Länge. Hauptsächlich wirst du einige HDMI-Kabel sowie Lautsprecherkabel brauchen.

  6. Heimkinosessel

    Neben all der Technik musst du am Ende noch irgendwo sitzen, um Filme genießen zu können. Du brauchst also standesgemäße Kinosessel. Auch da gibt es für jeden Raum die passende Lösung. (Im Wohnzimmer wird es natürlich meistens auf ein Sofa hinauslaufen.)

Vielleicht bist du mit dieser Liste ja schon zufrieden. Es muss nicht gleich ein eigener Raum sein – auch im Wohnzimmer kannst du damit definitiv gut durchstarten. Das ist ein toller Weg, um herauszufinden, ob du irgendwann wirklich ein richtiges Heimkino haben willst.

Lass dir gesagt sein, dass Heimkino erheblich mehr bedeutet, als nur die Ansammlung von etwas Technik. Heimkino ist ein Hobby, eine Passion, ein Lebensgefühl. Es ist deine innere Einstellung, die es zum Heimkino macht.

Hier sind noch ein paar Dinge mehr, die du im Heimkino brauchst. Lass dich von dieser Liste inspirieren.

Raum

  1. Wenn du die Wahl hast, brauchst du eine Entscheidung: Wohnzimmer oder Kinoraum?
  2. Sehr nützlich ist es, wenn du den optimalen Raum hast.
  3. Insbesondere die ideale Raumgröße ist sehr nützlich.
  4. Eine Heizung wäre nicht schlecht.
  5. Denke auch an die Lüftung.
  6. Damit du später keine Probleme bekommst: Schimmelprävention

Planung

  1. Auch hier brauchst du eine Entscheidung: Willst du dein Heimkino selbst planen oder planen lassen?
  2. Du solltest unbedingt einen Bauplan zeichnen.
  3. Du musst die voraussichtlichen Kosten planen.
  4. Du solltest ein paar gute Argumente für ein Heimkino bereitlegen, wenn das Projekt nicht scheitern soll.

Einrichtung

  1. Vielleicht brauchst du Vorhänge.
  2. Einen Teppich wirst du sehr wahrscheinlich brauchen.
  3. Eine hübsche Wandverkleidung wäre gut.
  4. Manchmal ist eine abgehängte Decke eine sehr nützliche Lösung.
  5. Du brauchst definitiv etwas Beleuchtung.
  6. Kinosessel oder ähnliches dürfen nicht fehlen.
  7. Die Kinosessel sollten mit Getränkehaltern ausgestattet sein.
  8. Als echter Cineast brauchst du ein paar repräsentative Filmregale.
  9. Wenn du Platz hast, ist ein Vorraum ein guter Blickfang.
  10. Dort steht natürlich die Popcornmaschine.

Raumakustik

  1. Du brauchst unbedingt Verständnis dafür, was guten Klang wirklich ausmacht!
  2. Absorber brauchst du, um den Nachhall im Raum zu reduzieren.
  3. Manchmal sind Diffusoren eine sinnvolle Ergänzung.
  4. Resonatoren sind hingegen eher etwas für den fortgeschrittenen Einsatz.
  5. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist hingegen ein Deckensegel erforderlich.
  6. Wenn du Nachbarn hast, kannst du über Schallisolierung nachdenken.

Lautsprecher

  1. Zuerst einmal musst du die für dich passenden Lautsprecher auswählen.
  2. Dazu solltest du die technischen Daten verstehen.
  3. So kannst du dir ein geeignetes Mehrkanalsystem zusammenstellen.
  4. Du solltest entscheiden, ob du Lautsprecher gebraucht kaufen willst.
  5. Weiterhin brauchst du mindestens einen Subwoofer.
  6. Du brauchst auf jeden Fall Lautsprecherkabel.
  7. Diese solltest du mit Bananensteckern richtig anschließen.

Aufstellung

  1. Deine Lautsprecher musst du möglichst optimal aufstellen.
  2. In diesem Zuge musst du eine geeignete Sitzposition finden.
  3. Darüber hinaus kannst du dir über Dolby Atmos Gedanken machen.
  4. Deine Lautsprecher musst du am Ende noch richtig ausrichten.
  5. Die Aufstellung des Subwoofers wird immer ein Thema für sich sein.
  6. Vielleicht denkst du lieber gleich über ein Multi-Sub-System nach, wie etwas ein SBA oder DBA.

Projektion

  1. Du wirst einen Beamer brauchen.
  2. Dazu ist eine Leinwand sehr sinnvoll.
  3. Leinwandgröße und Sitzabstand solltest du vorher kennen.
  4. Du musst außerdem Streulicht vermeiden.
  5. Vielleicht kannst du den Beamer in einen Nebenraum auslagern …
  6. … oder zumindest eine Hushbox bauen.
  7. In jedem Fall wird eine Leinwand-Maskierung ein großer Vorteil sein.
  8. Früher oder später musst du eine Beamer-Lampe nachbestellen.

Technik

  1. Bevor du etwas anderes machst, ist es nützlich, Tonformate zu verstehen.
  2. Du brauchst definitiv einen AV-Receiver.
  3. Du wirst mehrere HDMI-Kabel brauchen.
  4. Außerdem musst du deinen Subwoofer richtig anschließen.
  5. Fortgeschrittene verwenden gerne externe Endstufen
  6. … besonders in Kombination mit einem DSP.
  7. Kodi ist eine sehr sinnvolle Ergänzung …
  8. … wenn du gleichzeitig ein NAS hast.
  9. Den ultimativen Kick bekommst du mit einem Bass Shaker.

Einstellungen

  1. Wenn alles aufgebaut ist, musst du deinen AV-Receiver einmessen lassen.
  2. Anschließend kann es sinnvoll sein, die Einstellungen manuell zu korrigieren.
  3. Ebenso musst du die Subwoofer-Einstellungen anpassen.
  4. Die Krönung sind manuelle Akustikmessungen.
  5. Insbesondere Bass-Management ist auf fortgeschrittenem Level ein Muss.

Steuerung

  1. Das absolute Chaos vermeidest du mit einer Universalfernbedienung.
  2. Dazu brauchst du meist ein Smart Home Hub und/oder ein unabhängiges System wie den Light-Manager.
  3. Sehr nützlich sind dabei Makros zur Automatisierung deiner Filmvorführung.
  4. Pausenmusik sorgt für die richtige Atmosphäre.
  5. Ein Vorschaumonitor erleichtert dir deinen Job als Filmvorführer.

Kinobetrieb

  1. Wenn du nicht Unmengen Geld für Filme ausgeben willst, brauchst du ein Abo in einer Versand-Videothek.
  2. Ebenso sinnvoll ist eine Abo bei einem Streaming-Dienst, zum Beispiel Netflix, Amazon Prime oder Disney+.
  3. Je wertvoller dein Equipment wird, desto sinnvoller wird eine Versicherung.
  4. Und ganz zum Schluss solltest du ein paar schöne Fotos davon machen.

Ja, vieles davon ist selbstverständlich optional. Ich erwähne es vor allem deshalb, weil alle diese Sachen zumindest langfristig zu eine Heimkino dazugehören. Und schließlich hast du dir ja die Frage gestellt:

„Was brauche ich alles für ein Heimkino?“

Das sind die Antworten. Ich hoffe daher, dass diese Liste nützlich für dich ist und dass du daraus ein paar Punkt mitnehmen kannst, die du für dein Heimkino brauchst.

NICHT VERPASSEN: Das erste Heimkino-Buch HEIMKINO Theorie & Praxis Mit guter Planung zum vollendeten Kino(t)raum

Was du für ein Heimkino nicht brauchst

Wenn wir schon dabei sind, sollten wir uns auch noch die Frage stellen, was du für ein Heimkino nicht brauchst. Ich stelle häufig fest, dass Neueinsteiger sich über alle möglichen Dinge Gedanken machen, die sie mal irgendwo aufgeschnappt haben. Aber oft haben diese Dinge gar keine Relevanz oder sind sogar schädlich.

Gehen wir einmal die wichtigsten davon durch:

Echte Kinosessel

Du musst nicht warten, bis ein Kino in deiner Nähe einen Saal renoviert, um Kinostühle abgreifen zu können. Zwar ist das für viele Einsteiger gerade der Anlass, mit dem Heimkino anzufangen. Aber für zuhause gibt es oft weitaus bessere Alternativen, die mehr Platz bieten, bequemer sind, und um die du dich nicht mit anderen prügeln musst.

Unmengen Gipskartonplatten

Gerade bei rohen Kellerräumen kommen eingefleischte Handwerker immer wieder auf die Idee, zu allererst den kompletten Raum mit Gipskartonplatten zu verkleiden. Das ist naheliegend, denn so machen sie es tagtäglich auch auf anderen Baustellen. Dummerweise wird dadurch hauptsächlich der Raum unnötig kleiner und es können Probleme im Tiefbass entstehen.

Vorhänge im Überfluss

Ja, Vorhänge sind ein beliebtes und besonders einfaches Mittel, um schnell für Kinoatmosphäre zu sorgen. Abgesehen von akustischen Problemen, wenn du sie im Übermaß einsetzt, haben sie aber auch einen anderen Effekt: Sie lassen das Heimkino billig wirken – so als hättest du keine Lust gehabt, die Wände ordentlich zu verkleiden.

Teppich an den Wänden

Dieses Relikt aus alten Kinosälen führt häufig zu der Idee, auch zuhause Teppich an die Wände zu kleben, um so die Akustik zu verbessern. Dieser Schuss geht aber garantiert gehörig nach hinten los. Teppich an den Wänden wird die Akustik erheblich verschlechtern.

Eierkartons zur Schalldämmung

In etwa aus der selben Sparte stammt die Idee, alles mit Eierkartons auszukleiden, um so die Übertragung des Schalls zum Nachbarn zu unterbinden. Das ist ein sehr altes Märchen und bringt rein gar nichts. Schallisolierung ist ein Thema für sich und lässt sich nur mit erheblichem Aufwand realisieren. Du kannst also aufhören, Eierkartons zu stapeln.

Noppenschaum

Wenn das im Tonstudio funktioniert, muss das doch auch im Heimkino gut sein, oder? Klassischer Noppenschaum, wie es ihn in jedem Baumarkt gibt, ist für die Akustik im Heimkino in etwa so kontraproduktiv, wie Teppich an den Wänden. Zudem sieht es auch nicht wirklich gut aus. Deshalb spar dir das und lerne, wie Raumakustik wirklich funktioniert.

Hier ließen sich sicher noch mehr Punkte finden, die zugleich typische Fehler darstellen, die Einsteiger mit ihrem ersten Heimkino machen. Deshalb schreite nicht zu schnell zur Tat, sondern überlege zuerst genau, was du wie umsetzen willst, und informiere dich richtig, welche Maßnahmen notwendig sind und welche nicht.

Ganz egal, an welchem Punkt du gerade stehst – nutze die Liste oben, um neu durchzustarten, oder dein bestehendes Heimkino zu ergänzen. Und halte dich von den beliebten Fehlern fern, die ich weiter unten genannt habe. Wenn du Hilfe bei deiner Kinoplanung brauchst, zögere nicht, nach Beratung zu fragen.

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