Die letzte Online-Videothek per Postversand

Videobuster: Filme per Post leihen

Videobuster stellt eines der letzten Angebote dar, Filme als physikalische Medien zu leihen: auf Blu-ray, UHD oder DVD. Dabei überrascht die letzte Hochburg der entleihbaren Silberscheiben mit einer äußerst reichhaltigen Auswahl und hervorragender Abwicklung. Ich nehme das Angebot des Dienstes seit einigen Jahren wahr und habe es auf Herz und Nieren getestet.

Videobuster-Versandumschlag

Es dürfte keinem entgangen sein, dass die Videotheken im Land reihenweise schließen, weil sie den Streamingdiensten zum Opfer fallen. Im Oktober 2017 hat Amazon ihren erst drei Jahre zuvor aufgekauften Dienst LoveFilm eingestellt. Das sah verdächtig nach einer lange geplanten, strategischen Entscheidung aus, um den eigenen Streamingdienst Amazon Prime Video als letzten Ausweg weiter nach vorne zu bringen.

Dummerweise hat man als Heimkino-Besitzer gewisse Ansprüche an die technische Qualität der Filme. Streaming kann das auch im Jahr 2020 noch nicht ausreichend erfüllen. Zwar haben Apple, Amazon, Netflix & Co. längst damit begonnen, Filme in 4k-Auflösung und HDR anzubieten, aber bis das jeder nutzen kann und bereit ist, den Preis dafür zu zahlen, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Bis dahin ist Videobuster sowas wie die letzte Oase in der kargen Welt des Filmverleihgeschäfts.

hier geht es direkt zum Angebot von Videobuster

Ablauf: Liste füllen und abwarten

Nach der Registrierung bei Videobuster findest du eine leere Wunschliste vor und kannst diese nach Herzenslust mit Filmen füllen. Einen gewissen Füllstand sollte die Liste immer haben, damit es nicht zu Verzögerungen kommt. Eine auffällige Anzeige weist bestens darauf hin, ob die Filme auf der Liste ausreichen, um einen zügigen Versand zu gewährleisten.

Versandumschlag, Blu-ray und Hülle von Videobuster
Der Versandumschlag von Videobuster

Alsbald geht es los: Der erste Film wird je nach Verfügbarkeit ausgewählt und für den Versand vorbereitet. Das wird – meist am frühen Abend – auch nochmal per E-Mail angekündigt. Am nächsten Tag befindet sich der Film schon im Briefkasten. Hast du ihn gesehen, wirfst du ihn einfach im selben Umschlag wieder in den Briefkasten ein. Ein bis zwei Tage später ist er zurück bei Videobuster und das Spiel beginnt von vorne.

Das Angebot von Videobuster

Eine Videothek steht und fällt mit ihrem Angebot. Was das angeht, hat mich Videobuster sofort überzeugt.

  • Aktuelle Filme sind immer ab dem Tag verfügbar, an dem sie offiziell für den Verleih freigegeben sind. Häufig bekommt man sie auch direkt als erster Kunde zugeschickt.
  • Neue Filme werden frühzeitig im Newsletter angekündigt und können sofort auf einer separaten Liste vorgemerkt werden. Sobald sie dann verfügbar sind, landen sie auf der regulären Liste.
  • Auch ältere und weniger bekannte Filme habe ich bisher meistens gefunden. Allerdings gibt es manche Klassiker nur auf DVD, nicht auf Blu-ray.

Die Medien erstrecken sich von der klassischen DVD über die Blu-ray sowie Blu-ray 3D bis hin zu UHD-Scheiben. Alle Formate sind mit den Gebühren des gewählten Tarifs abgedeckt. Insbesondere das UHD-Angebot ist erstaunlich gut.

Prioritäten setzen

Die Auswahl des als nächstes zugeschickten Films erfolgt nach einem Algorithmus, der die aktuelle Verfügbarkeit berücksichtigt. Du bekommst also irgend einen Film von deiner Wunschliste. Das ist wohl der größte Nachteil des Postverleihs – lässt sich bei Videobuster aber durch ein spezielles Angebot umgehen (unten mehr dazu).

Beeinflussen kannst du die Auswahl durch die Priorität in der Wunschliste. Für jeden Film kannst du eine hohe, mittlere oder niedrige Priorität festlegen. Videobuster wird bei der Auswahl des nächsten Films immer versuchen, einen mit höchster Priorität für dich zu bekommen.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Prioritäten sehr genau eingehalten werden. Hat man natürlich ausschließlich die aktuellsten Filme auf hoher Priorität, die nach Erscheinen logischerweise sehr gefragt sind, kommt aber auch mal nur ein weniger stark gewünschter Film.

Gelegentlich ist die Auswahl aber auch absolut nicht nachvollziehbar. Als Extrembeispiel hatte ich Stargate (1994) weit über 2 Jahre lang mit hoher Priorität auf meiner Liste, bis er endlich geschickt wurde. Kein aktueller Film also, die Nachfrage dürfte sich in Grenzen halten. Aber selbst wenn Videobuster nur ein Exemplar vorliegen hat, wovon ich bei so einem alten Schinken ausgehe, sollte das nicht so lange dauern.

Filmreihen in der richtigen Reihenfolge

Ein richtig cooles Feature ist in diesem Zusammenhang allerdings die automatische Sortierung von Filmreihen. Setzt man mehrere Filme aus einer Reihe auf die Liste, sorgt Videobuster automatisch dafür, dass diese in der richtigen Reihenfolge zugeschickt werden.

Serienfunktion in der Videobuster-Leihliste
Die Serienfunktion sorgt für die richtige Reihenfolge

Es gibt also keine Notwendigkeit, sich hier mit hohen und niedrigen Prioritäten zu behelfen. Die Priorität wird einmalig für die gesamte Filmreihe eingestellt. So kannst du dir alle Teile von Star Trek auf die Liste setzen und bekommst sie garantiert in der richtigen Reihenfolge zugeschickt. Wenn du einen Teil auslassen oder später in die Filmreihe einsteigen möchtest, kannst du einzelne Filme daraus einfach löschen.

FSK 18

FSK ab 18

Sehr erfreulich ist es, dass Videobuster auch den Verleih von Titeln mit FSK 18 anbietet. Bei Amazons eingestampftem Dienst LoveFilm wurde diese Möglichkeit irgendwann abgeschafft, angeblich weil die Altersprüfung nicht mehr gesetzeskonform sichergestellt werden konnte. (Ich behaupte, das war nur ein erster Schritt, die Leute zum Streaming zu bewegen, aber gut.)

Um zu beweisen, dass du volljährig bist, wirst du durch das PostIdent-Verfahren geschleust. Hier hat sich in den letzten Jahren auch einiges getan. Mit Hilfe einer App geht das heute mit dem Smartphone sehr zügig. Im Wesentlichen musst du nur deinen Ausweis von beiden Seiten fotografieren und ein kurzes Video von dir machen. Die Bestätigung an Videobuster erfolgt zügig.

Sehr schnell ist dann also das ebenfalls gute Angebot an blutigen Filmen verfügbar. Wollen wir hoffen, dass das noch lange so bleibt.

Tarife und Kosten pro Film

Videobuster bietet verschiedene Tarife an, die sich in der Anzahl der zugeschickten Filme pro Monat unterscheiden. Da dürfte für jeden etwas passendes dabei sein.

Ab den Flatrate-Tarifen werden beliebig viele Filme zugeschickt, was nur durch die Transportzeiten der Post eingeschränkt wird. In der 2er-Flatrate bekommt man immer 2 Filme auf einmal und muss diese beide zurück geschickt haben, bevor die nächsten beiden kommen. Das lohnt sich nur dann, wenn man es schafft, beide Filme am Tag des Posteingangs anzusehen. Ansonsten genügt die 1er-Flatrate vollkommen.

Ganz allgemein lässt sich das also wie folgt zusammenfassen:

schneller Versand
→ mehr Filme
→ besserer Preis pro Film

Der beste Preis, den man erzielen kann, beträgt ungefähr 1,60 € pro Film. Das ist eigentlich angenehm günstig, wenn man es mal mit herkömmlichen Videotheken oder Streaming vergleicht.

Versand: Die Post als Flaschenhals

Die größte Schwachstelle an Postversand-Videotheken ist und bleibt die Post. Wenn bei Videobuster ein zurückgeschickter Film eingeht, wird normalerweise noch am selben Tag ein neuer auf den Weg gebracht. Will man für seinen Monatsbeitrag möglichst viele Filme haben, weil dadurch der Preis pro Film sinkt, wird man stets versuchen, einen Film am Tag seiner Ankunft zu schauen und ihn am nächsten Morgen gleich wieder auf den Weg zu bringen.

Daraus ergeben sich zwei mögliche Versandumläufe für die Filme, mit denen man zwei Filme pro Woche erhält:

  • Versandumlauf-Variante 1: Dienstag + Freitag
    • Film 1 trifft am Dienstag ein → am Mittwoch zurück schicken
    • Film 2 trifft am Freitag ein → am Samstag zurück schicken
  • Versandumlauf-Variante 2: Mittwoch + Samstag
    • Film 1 trifft am Mittwoch ein → am Donnerstag zurück schicken
    • Film 2 trifft am Samstag ein → am Montag zurück schicken

Variante 2 hat den Vorteil, dass man am Wochenende etwas mehr Spielraum hat, weil man den Film nicht noch am selben Abend konsumieren muss.

Variante 1 hingegen hat einen Sicherheitspuffer: Kommt man mal einen Abend nicht dazu oder gibt es Verzögerungen bei der Post, verschiebt sich der Umlauf automatisch zu Variante 2.

Einwurf eines Videobuster-Films in den Briefkasten
Und weg damit: Zügiger Rückversand garantiert den nächsten Film innerhalb kürzester Zeit.

Wichtig ist, einen Briefkasten für den Rückversand zu finden, der am Tag des Einwurfs noch geleert wird. Ideal sind stark frequentierte Briefkästen, weil diese wirklich täglich geleert werden.

So kann man mit etwas Glück 8 oder sogar 9 Filme pro Monat schaffen. Sobald aber ein Feiertag in den Weg kommt, verzögert sich der Ablauf und es fällt effektiv ein Film aus. Das System ist lange von mir erprobt und geht davon aus, dass du es wirklich darauf anlegst, möglichst viele Filme für dein Geld zu bekommen.

Für alle, die es genauer wissen wollen, habe ich im Detail beschrieben, wie du deinen Tarif bei Videobuster optimal nutzt.

Weitere Angebote bei Videobuster

Neben dem eigentlichen Angebot, Filme von der Leihliste zugeschickt zu bekommen, hat Videobuster noch ein paar Alternativen und Ergänzungen zu bieten. Die wichtigsten davon stelle ich hier noch kurz vor. Ganz nebenbei bietet Videobuster auch einen Shop an oder liefert zum Film gleich Popcorn oder Gummibärchen dazu.

aLaCarte-Verleih: Genau dieser Film, genau jetzt

Hervorheben möchte ich aber den aLaCarte-Verleih [sic], der den größten Nachteil des Postverleihs zum Teil ausgleicht – nämlich dass man nicht mit Sicherheit bestimmen kann, was man als nächstes zugeschickt bekommt.

Eine aLaCarte-Bestellung kann jederzeit unabhängig vom gewählten Tarif und den aktuell im Umlauf befindlichen Filmen erfolgen. Du bekommst dann genau diesen bestellten Film zugeschickt. Das kostet natürlich eine zusätzliche Leihgebühr, die abhängig davon ist, wie gefragt der Film noch ist. Hinzu kommen in diesem Fall auch die Versandkosten.

Leihoptionen für einen Videobuster-Film

Das ist im Grunde völlig in Ordnung, wenn der Kauf des Films für dich ausgeschlossen ist (das Ausleihen also trotzdem noch die günstigste Variante darstellt). Am besten nutzt man das wohl, wenn man genau diesen Film an genau jenem Tag sehen möchte – zum Beispiel wenn sich Gäste vorab einen bestimmten Film gewünscht haben.

Leihkauf: Den Film kaufen und behalten

Gelegentlich bekommt man von Videobuster eine E-Mail abseits des regelmäßigen Versandstatus und Newsletters: Dann wird ein Film zum sogenannten Leihkauf angeboten. Du hast dann die Möglichkeit, den gerade ausgeliehenen Film relativ günstig käuflich zu erwerben. Dieses Angebot kommt dem Abverkauf klassischer Videotheken gleich, wenn die Anzahl der verfügbaren Exemplare nach einiger Zeit ausgedünnt wird.

Die Kosten hängen stark vom Film ab, betragen aber eigentlich nie mehr als 5 €. Nimmst du den Leihkauf an, musst du den Film einfach nicht mehr zurück schicken. Der nächste in der Liste wird dann einfach so auf den Weg gebracht.

Weshalb ich das noch nie in Erwägung gezogen habe, ist ein ganz einfacher Punkt: Du bekommst die Hülle des Films nicht nachgereicht. Wahrscheinlich hat die Videobuster auch nicht vorliegen, weil im Verleih nur die Discs ausgeteilt werden (reine Vermutung). Zwar könnte man sich selbst ein Cover ausdrucken und in eine Amaray-Hülle stecken, aber das ist Aufwand und weder schön noch original.

Vor diesem Hintergrund sind 5 € für den Film dann doch irgendwie zu viel. Für diesen Preis bekomme ich ihn im nächsten Second-Hand-Laden inklusive gut erhaltener Originalhülle. Oder ich kaufe ihn gebraucht im Rahmen einer größeren Sammlung. So richtig will das für einen Sammler von Originalprodukten also nicht aufgehen.

Video on Demand: Streaming

Viele Filme kannst du auch per Video on Demand anschauen. Das geht entweder direkt im Browser oder über die App von Videobuster. Ich habe das Angebot selbst noch nicht getestet, weil ich Videobuster ausschließlich als Quelle für Filme auf physikalischen Datenträgern nutze.

Was man aber so hört, überzeugt es nicht so richtig. Die Qualität soll wohl nicht an etablierte Streamingdienste herankommen. Die Nutzung der App dürfte zudem auf klassischen Streaming-Boxen nicht möglich sein oder sich zumindest umständlich gestalten. Weiterhin soll es um die Stabilität der Streams nicht so gut stehen. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, denn für stabiles Streaming ist ein immenser IT-Aufwand erforderlich, der sich außerhalb der Budgets von Videobuster bewegen dürfte.

Unabhängig davon, wie gut Video on Demand nun tatsächlich funktioniert oder auch nicht, kann ich das Videobuster aber nicht negativ ankreiden. Für mich ist es einfach kein ernstzunehmender Streaming-Anbieter. Die Qualitäten liegen definitiv woanders.

Mobile Filmbestellung lässt zu wünschen übrig

Was mich hingegen tatsächlich etwas stört, ist die Verwendung von Videobuster auf dem Smartphone. Die Webseite passt sich leider nicht an kleine Bildschirme an. Zwar kann man alle Funktionen nutzen, die Bedienung ist aber umständlich und es fällt schwer, den Überblick zu behalten. Daran hat sich über die Jahre bisher nichts geändert. Zeitgemäß ist das nicht.

Zwar gibt es die App für Video on Demand, aber die Leihliste lässt sich darüber nicht verwalten. Nun ja, das ist zwar schade, aber es geht auch so. Man sollte dabei auch bedenken, dass man im Grunde auch nur alle paar Wochen mal auf die Seite gehen muss und ansonsten alles von alleine läuft.

Insgesamt ist Videobuster ein sehr guter Dienst, der die Ausdünnung klassischer Videotheken bestens ausgleichen kann. Insbesondere die Auswahl der Filme und die Verwaltung der Wunschliste geht sehr einfach und übersichtlich vonstatten.

Als jemand, der viele Filme sehen will, aber nur die allerbesten kauft – und dem die Qualität klassischer Datenträger immer noch mehr wert ist als die halbgaren und teilweise überteuerten Streaming-Angebote – passt mir Videobuster sehr gut in den Heimkino-Kram. Hoffen wir, dass es den Dienst als einen der letzten seiner Art noch sehr lange geben wird.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

6 Gedanken zu „Videobuster: Filme per Post leihen

      1. Ja da bin ich auch und kann den Shop besten Gewissens empfehlen. Ich leihe mir in der Regel 3-4 UHD Filme über ein Wochenende und das ca. Alle 2-3 Monate was mir ausreicht.

  1. Ich kann nur beipflichten. Nachdem ich von 2011 bis 2017 mit Lovefilm gearbeitet habe, bin ich im August zusätzlich zu VB gegangen.

    VB ist aus meiner Sicht in fast allen Punkten gleichgut oder besser. Lediglich die Option von zwei Leihlisten, mit denen man die Toptitel erzwingen konnte fehlt bei VB. Aber bisher hat VB nur max 3 Lieferungen lang die einzigen beiden Top Prios ignoriert, dann kamen sie. Ich denke, dass lässt sich aushalten.

    Jetzt stellt sich ja tatsächlich die Frage, wie lange das noch gut geht. Solche Quellen sind echt durch mehrere Feinde bedroht. Halten Sie durch? Liefert die Post weiter so, dass es bezahlbar bleibt? ( Hier könnten evtl mehr Artikel bei weniger Lieferungen in einem Abo helfen)

    Fakt ist, weder Amazon noch Netflix liefern die Qualität, die für ein Heimkinosetup mit grösserer Leinwand und HD Ton Formaten notwendig ist. Und falls es mal einen Anbieter wie Kaleidoskape geben wird, wird das wahrscheinlich richtig teuer…

    Mal abgesehen davon, dass die Streaming Anbieter keine Zoomfunktionen bieten um die schwarzen Balken zu eliminieren.

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