Nachhall reduzieren: Warum Vorhänge und Teppich nur bedingt geeignet sind

Leider machen sich zu wenige Heimkino-Begeisterte Gedanken über bessere Akustik. Dabei ist die Raumakustik neben anderen Faktoren derjenige Bereich, mit dem man mit Abstand die größte Verbesserung des Klangs erreichen kann — eine deutlich größere Verbesserung, als mit neuen Lautsprechern. Als einfache Möglichkeit, den Nachhall zu verbessern, werden oft einige typische Hausmittel genannt, die aber ohne zusätzliche Maßnahmen nur bedingt geeignet sind.

Ein Teppich ist das einfachste Mittel, um den Nachhall zu vermindern

Zusammenfassung für schnelle Leser

Wir sehen uns heute ein paar typische Möglichkeiten zur Verbesserung des Nachhalls an, die auch im Wohnzimmer-Kino den häuslichen Frieden nicht weiter stören. Weiterhin erläutere ich, warum diese Mittel allein zwar eine hörbare Verbesserung bringen, aber trotzdem nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Doch zunächst gehe ich zum besseren Verständnis nochmal auf die Grundlagen der Akustik ein.

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Grundlagen der Akustik

Erinnert Ihr Euch noch an den Physik-Unterricht? Damals hätte niemand gedacht, dass er das mal braucht. Schall besteht aus Wellen (weshalb es nicht weiter verwunderlich ist, dass man sie auch Schallwellen nennt). Genauer gesagt geraten Luftpartikel in Bewegung und stoßen die nächsten Luftpartikel an, und so weiter — viele Male pro Sekunde, von der Schallquelle bis zum Ohr.

Je kleiner bzw. kürzer die Schallwellen sind, desto höher ist der Ton, den unsere Ohren dabei wahrnehmen. Man spricht dabei von der Frequenz, die in Hertz (Hz) angegeben wird. Das menschliche Gehör kann Töne von 20 Hertz bis 20000 Hertz (20 kHz) wahrnehmen. Das entspricht Wellenlängen von einigen Metern bis zu wenigen Zentimetern. Lautsprecher erzeugen Schallwellen, indem die Membran die davor befindliche Luft unterschiedlich schnell in Schwingung versetzt.

Reflexion

Nun ist es so, dass Schallwellen an Wänden und Gegenständen reflektiert werden. Eintrittswinkel ist gleich Austrittswinkel — wie Licht in einem Spiegel. Diesen Grundsatz hat jeder schon einmal gehört.

Mit jeder Reflexion verliert der Schall an Klarheit (man könnte auch sagen, an Qualität), weil die Wellen abhängig von der Oberfläche, auf die sie treffen, unterschiedlich zurückgeworfen werden. Eine Glasfläche reflektiert den Schall nahezu perfekt, weil sie keine Unebenheiten hat, genauso wie ein Spiegel das Licht perfekt reflektiert.

Eine raue Ziegelmauer hingegen sorgt für diffus reflektierten Schall, weil die vielen kleinen Unebenheiten die Wellen in die unterschiedlichsten Richtungen verteilen. Ebenso könntet Ihr Euer Spiegelbild in einem matten Metallgegenstand zwar erkennen, aber keine Details ausmachen, weil die Oberfläche nicht glatt genug ist.

Nachhall und Nachhallzeit

Wenn Schallwellen von einer Schallquelle ausgestrahlt werden, treffen sie früher oder später auf eine Wand. Von dieser werden sie größtenteils reflektiert, durchqueren den Raum erneut und treffen auf die nächste Wand oder einen Gegenstand. Das geht so lange weiter, bis die Wellen so oft reflektiert wurden, dass praktisch nichts mehr davon übrig ist. Zudem nimmt der Schall mit zunehmender Entfernung zur Quelle ab. Bis nichts mehr davon zu hören ist, haben die Schallwellen den Raum einige Male durchquert.

Wenn Ihr Euch in diesem Raum befindet, sind die Schallwellen dabei auch immer wieder an Eure Ohren gelangt. Diesen Effekt nennt man den Nachhall. Je mehr schallharte Flächen ein Raum hat, desto öfter werden die Wellen reflektiert und desto länger gelangen sie immer wieder an unsere Ohren.

Wie lange man den Nachhall hören kann, gibt die Nachhallzeit an. Üblicherweise will man die Nachhallzeit im Heimkino relativ kurz halten. Sie sollte ungefähr 200 bis 300 Millisekunden (0,2 bis 0,3 Sekunden) betragen. Modern, mit wenigen Möbeln eingerichtete Wohnräumen haben Nachhallzeiten um die 700 Millisekunden, was dafür zu viel ist.

Flatterechos

Parallele Wände verstärken den Effekt zusätzlich, weil die Schallwellen ungehindert immer wieder geradeaus den Raum durchqueren können und nicht abgelenkt werden. Wenn die Wellen dabei sehr steil auf eine Wand auftreffen, vielleicht sogar in einem 90°-Winkel, werden sie auch fast in die selbe Richtung zurückgeworfen, und durchqueren den Raum so immer und immer wieder. Bei sehr kurzen Tönen ist ein deutliches, schnelles Echo zu vernehmen. Man spricht dann von einem Flatterecho.

Den Nachhall im Allgemeinen und ein Flatterecho im Speziellen könnt Ihr sehr einfach selbst testen. In die Hände zu klatschen ist die einfachste Variante. Versucht es auch mal mit folgenden Methoden:

  • Nehmt eine DVD-Hülle, die Ihr zweifellos griffbereit habt, und verursacht ein lautes Klicken, indem Ihr sie schließt.
  • Haltet eine große, leere Kunststoffflasche am Verschluss fest und schlagt damit gegen die andere Hand.

Beide Varianten erzeugen einen kurzen, kräftigen, hohen Ton, dessen Nachhall deutlich wahrgenommen wird. Zwischen zwei parallelen Wänden stehend dürftet Ihr auch ein schönes Flatterecho hören.

Nachhall reduzieren mit Hausmitteln

Ganz gleich, ob ein Wohnzimmer oder ein Kinoraum eingerichtet werden soll, wirken zur Reduktion des Nachhalls die selben Mittel. Die üblichen Hausmittel sind sehr ansehnliche Dinge, die Ihr ohne Probleme auch in einem Wohnzimmer unterbringen könnt:

  • Teppichboden, je langfloriger (flauschiger) desto besser
  • schwere Vorhänge aus dickem Stoff, zum Beispiel Molton
  • Polstermöbel wie etwa ein Sofa
  • raue statt glatte Wände und Decke
Ein dicker Vorhang aus Molton-Stoff schluckt den Nachhall im Hochtonbereich

Sowohl in einem Wohnzimmer als auch in einem Kinoraum werdet Ihr die meisten dieser Dinge haben wollen. Vermeidet grundsätzlich glatte Oberflächen. Im Übrigen absorbieren auch Menschen den Schall sehr gut.

Wie viele Maßnahmen Ihr ergreift, hängt davon ab, wie stark Ihr den Raum dämpfen wollt. Um den hörbaren Nachhall in einem nur mit dem Nötigsten eingerichteten Kinoraum weitestgehend zu eliminieren, werdet Ihr aber in der Regel alles auffahren müssen, was Ihr zur Verfügung habt.

Die Probleme der Hausmittel

Es wäre wirklich schön, wenn es so einfach wäre! In einem Wohnzimmer-Kino werdet Ihr oft gar nicht weiter gehen können (Stichwort WAF) und müsst Euch mit diesen Maßnahmen zufrieden geben. Aber sobald Ihr das Hobby etwas akribischer betreibt oder in einen separaten Kinoraum wechseln könnt, werdet Ihr schnell merken, dass Teppich und Vorhänge keine wirklich gute Lösung sind.

Überdämpfung: zu viel des Guten

Ein häufig angesprochenes Problem ist, dass ein Raum überdämpft werden kann. Der Nachhall wird dabei so stark eliminiert, dass das akustische Empfinden nicht mehr zur tatsächlichen Größe des Raums passt. Das bringt unser Gehirn völlig durcheinander. Viele Menschen fühlen sich dann unwohl. Treibt man das auf die Spitze, würde man den Raum als „schalltot“ bezeichnen.

Aber Überdämpfung ist zunächst mal kein wirkliches Problem. Mit gewöhnlichen Hausmitteln wie Teppich und Vorhängen werdet Ihr einen Raum keinesfalls überdämpfen! Dafür müsst Ihr weitaus größere Geschütze auffahren.

Einseitige Bedämpfung

Das eigentliche Problem entsteht durch die viel zu einseitige Dämpfung des Nachhalls. Die meisten der oben genannten Hausmittel dämpfen ausschließlich den Hochton. Ein Sofa hat aufgrund seiner Masse noch die besten Chancen, auch den Mittelton zu absorbieren. Aber Vorhänge und Teppich sind dünne Materialien: kurze (hohe) Schallwellen saugen sie ziemlich gut auf, aber lange (tiefe) Wellen gehen einfach hindurch und werden an der Wand dahinter reflektiert.

Wenn Ihr Euch also den ganzen Raum mit Vorhängen und Teppich voll macht, wird der Hochton sehr stark gedämpft. Im ersten Moment hat das einen hörbaren, positiven Effekt, weil der sehr auffällige Teil des Nachhalls damit weitestgehend verschwindet. Spätestens bei Musik und Filmen, wo Bass und Mittelton sehr präsent sind, werdet Ihr aber bald merken, dass der Klang dumpf, unsauber und matschig wirkt.

Somit sind alle der oben genannten Hausmittel zwar besser als nichts, aber leider auch keine Lösung, die langfristig zufrieden stellt. Aus diesem Grund solltet Ihr unbedingt Absorber und eventuell Diffusoren einsetzen, um eine Dämpfung oder Streuung des Nachhalls über einen größeren Frequenzbereich hinweg zu erreichen.

Oberste Priorität: Erstreflexionen bekämpfen

Um den Nachhall möglichst effizient zu verringern, gibt es einen sehr einfachen Grundsatz. Ihr solltet stets versuchen, den Schall dort zu dämpfen, wo er noch sehr gebündelt auftritt: kurz nach seiner Entstehung. Hier gibt es noch relativ kleine Flächen, auf denen ein großer Teil des Schalls auftrifft. Wenn hier schon ein großer Teil der Anfangsenergie abgefangen wird, bevor sich der Schall unkontrolliert im Raum ausbreiten kann, gewinnt Ihr schon sehr viel.

Dafür gibt es die Punkte der Erstreflexion. Diese liegen überall dort, wo der Schall einen Lautsprecher verlassen hat und kurz darauf zum ersten Mal auf eine schallharte Oberfläche trifft. In der Regel sind das zunächst die Seitenwände sowie der Boden und die Decke.

Dekorative Plattenabsorber an den Wänden verringern den Nachhall erheblich

Besonders an den Seitenwänden treten die ersten Reflexionen sehr früh auf. Ein am Hörplatz eintreffendes Schallereignis ist dadurch immer zweimal kurz nacheinander hörbar, was zu einem sehr komischen Klangbild führen kann. Man spricht hier auch von frühen Reflexionen.

Deshalb ist es wichtig, die Punkte der Erstreflexionen zu finden und mit Hilfe von Absorbern zu bedämpfen. Alternativ kann der Schall dort auch mit Hilfe von Diffusoren zertreut werden, um das Klangbild lebendiger zu halten und eine breitere Bühne zu erhalten. Beide Maßnahmen sollten ein möglichst großes Frequenzspektrum abdecken — und genau dafür sind Teppich und Vorhänge eben völlig ungeeignet.

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Kurz zusammengefasst

  • Schall wird im Raum von Wänden, Decke und Boden reflektiert und breitet sich so im Raum aus. So entsteht besonders in nackten Räumen der unerwünschte Nachhall.
  • Je mehr absorbierende Elemente es im Raum gibt, desto kürzer ist die Nachhallzeit.
  • Die Nachhallzeit mit Hausmitteln wie Teppichen und Vorhängen zu verbessern bringt grundsätzlich einen hörbaren Effekt, wirkt sich aber nur im Hochton aus. Der Raum klingt dann dumpf.
  • Anstatt den Raum auf diese Weise nur einseitig zu bedämpfen, sollte stärker absorbierendes Material mit größerem Volumen verwendet werden. Nur so lässt sich der Nachhall gleichmäßig reduzieren.
  • Die ersten Reflexionen sollten mit höchster Priorität behandelt werden, um dem Raum möglichst viel Schallenergie frühzeitig zu entziehen.

Über Bert Kößler

Leidenschaftlicher Filmvorführer, Popcorn-Koch, Kartenabreißer, Platzanweiser, Programmchef, Projektionist, Reinigungsfachkraft und Kabelmann in einer Person. Neigt zu ausgeprägtem Fanatismus, wenn es um die Steuerung und Automatisierung des Heimkinos geht. Konnte sich zwischen zwei Filmen dazu motivieren, Heimkino Praxis als Ventil für gelegentliche Schreibanfälle zu gründen.

78 Gedanken zu „Nachhall reduzieren: Warum Vorhänge und Teppich nur bedingt geeignet sind

  1. Sehr geehrter Herr Kößler,

    mit großem Interesse habe ich Ihren sehr guten und informativen Artkel gelesen.
    Einzig bei der Lösung von Akustikproblemen möchte ich ergänzen, dass es hier seit relativ kurzer Zeit innovative, sehr leichte und sogar transparente Stoffe der Firma ■■■■■ ■■■■■■■ gibt, die sehr hohe Absorptionswerte haben, wie sie sonst nur schwere Stoffe aufweisen. Daher sind sie bestens dazu geeignet z.B. als ästhetisch sehr schöner Vorhang an Fensterfronten Schall zu absorbieren, ohne zu verdunkeln!!
    Vielleicht sehen Sie sich unsere Produkte einmal unter http://www.■■■■■■■■■.com an. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    ■■■■ ■■■■■

    1. Vielen Dank für die feine Werbung. Hat leider nicht geklappt.

      Leichte und transparente (also dünne) Stoffe können aus Prinzip keine hohen Absorptionswerte haben. Selbst Molton absorbiert nur im Hochtonbereich. Absorption funktioniert nur über Masse. Es gibt keine magischen Stoffe, die die Physik überlisten.

      Leider gibt es viel zu viele Hersteller, die solche Gerüchte verbreiten — vermutlich weil dem Marketing keine echten Argumente für die Produkte einfallen.

      Wer es nicht glaubt oder noch genauer wissen will, dem sei dringend unser Videotraining zum Thema Raumakustik empfohlen!

  2. Hallo Bert,
    in meinem Heimkino zischt es bei einem gesprochenen „S“. Bei TV Ton extremer als bei einer Blueray. Im Direkt Modus lange nicht so stark wie diversen Upmixern.
    Ist dies ein Ansatz von Flatterechos, die ich wie von Dir beschrieben mit Breitbandabsorbern in den Griff bekommen würde? Mein Raum ist wohl noch zu schallhart? (kahl und große fenster)

    Beste Grüße, Dirk

    1. Hallo Dirk,

      das ist sehr wahrscheinlich ein Fall von frühen Reflexionen (was anderes als Flatterechos). Wahrscheinlich hast Du glatte Flächen sehr nah vor oder neben einigen der Lautsprecher. Ein beliebter Fehler ist, den Center direkt auf ein Möbelstück zu stellen und sehr weit hinter zu rücken.

      Absorber helfen höchstwahrscheinlich. Du kannst es vorab ausprobieren, indem Du je ein großes Kissen an einem der Reflexionspunkte platzierst.

    2. Hallo ich höre hauptsächlich nur stereo Musik habe jetzt eine neue Wohnung die Decke Ober mir ist gewölbt, der Raum ist reckteckig. Die Höhen und mitten klingen toll aber ich hätte den Bass gerne knackiger, der geht irgendwie so verloren möchte jetzt gerne ein großen Teppich kaufen 300x400cm und in den Ecken Absorber aufstellen 1,10×40,x40. Hinter mir öde die wand glatt und komplett nackt möchte ich aber auch noch durch Absorber ergenzen. Hier noch ein Foto von meinem Raum, können sie mir noch Tipps geben um ein besseren Bass zu bekommen?

      LG Richard

      https://ibb.co/spY4Nwh

      1. Hallo Richard,

        ein Teppich ist ne gute Idee. Die toten Tiere am Boden bringen’s jetzt nicht so wirklich. 😉

        Mit Bassfallen wirst du es schwer haben. Hast ja nicht wirklich viel Stellplatz. Die Bassfallen musst du schon mindestens in 2 Ecken raumhoch hinstellen, damit du halbwegs eine Wirkung hast.

        Ich denke, du hast hier eher ein Problem mit der Decke. Solche Wölbungen sind meistens sehr schlecht, weil sie den Schall bündeln. Ich würde hier versuchen, größere Mengen dicke Absorber mit etwas Abstand zur Decke aufzuhängen und so die Wölbung zu kaschieren. Als Material zum Beispiel Caruso Iso Bond WLG 040.

  3. Hallo Bert, ich habe in meinem Fernsehraum den Nachhall mit Schaumstoffabsorber 10cm gedämpft laut Messung mit Carma komme ich bis ca. 250Hz auf 30ms . Jetzt hört sich der Center ( sprich Stimmen) leider sehr dumpf an. Die Effekte hingegen sind ganz klar erkennbar. Kann ich da etwas falsch gemacht haben?

    1. Hallo Joachim,

      das lässt sich nicht beantworten, wenn man den Raum und die Menge aller akustischen Maßnahmen nicht kennt. Grundsätzlich kann es schon sein, dass Du den Raum überdämpft hast. Wenn der Effekt nur beim Center auftritt, halte ich es aber eher für wahrscheinlich, dass dort etwas nicht stimmt. Vielleicht hat das Einmesssystem Mist gebaut und am Equalizer die Höhen zu stark abgesenkt?

  4. Hallo Bert,

    bevor ich mir jetzt teure Absorber kaufe, kann ich die Wirkung irgendwie billig simulieren? Ich denke z.B. an Eierkartons die ich provisorisch zum Testen aufhänge.

    1. Hallo Jens,

      Gegenfrage: bevor ich mir jetzt einen teuren Porsche kaufe, kann ich die Leistung irgendwie mit einem Polo simulieren?

      Ich denke, Du verstehst, worauf ich hinaus will? Mit Eierkartons kannst Du sowieso gar nichts machen. Das ist nur so eine Legende. Die eignen sich am besten um Eier zu verpacken. 😉

  5. Hallo Bert

    Ich möchte mein Büro in ein Homestudio umgestalten. Dabei stelle ich mir viele Fragen wie z.B. wo stelle ich meinen Tisch, Gitarrenverstärker, Monitore ect. am besten hin? Die Raumfläche beträgt 15 m2 und der Raum ist 5×3 Meter lang/breit. Die Tür ist in der Ecke und das Fenster auf einer Breite des Raumes platziert (andere Seite der Tür). Somit sollte ich die Breite benutzen und von dort aus beschallen? den Verstärker habe ich gleich beim Fenster platziert. Ich bezweifle ob das die idealste Lösung ist, aber eine andere Variante habe ich nicht, da ich noch andere Möbel drin stehen habe wie ein Bett (das Hilft wenigstens ein bisschen gegen das enorme Echo).

    Ich habe eine Skizze wo alles ersichtlich ist erstellt. Würde es Dir gerne zustellen aber leider gibts hier keine Optionen für Anhänge.

    Danke im Voraus & Gruss
    Roberto

    1. Hallo Roberto,

      Studio-Akustik ist ein ganz anderes Feld als Heimkino-Akustik. Zwar gelten die selben physikalischen Gesetze, aber Anforderungen und Ziel einer Akustikoptimierung laufen doch ziemlich weit auseinander. Daher kann ich Dir dazu keine brauchbaren Tipps geben, ohne einen großen Haufen Unwahrheiten zu verbreiten.

      Ich empfehle Dir stattdessen, das Standardwerk zu diesem Thema zu lesen: Studio Akustik von Andreas Friesecke

  6. Hallo Bert,

    auch ich plane mein Wohnzimmerkino jetzt akustisch zu verbessern. Zwar kann man ja alles schön vermessen, aber einen Hinweis, ob man besser zuerst an Decke/Boden anfängt oder an der Wand, habe ich noch nicht gefinden. Kannst Du da weiter helfen?

    Danke

    Daniel

    1. Hi Daniel,

      du fängst zuerst da an, wo der größte Effekt mit dem kleinsten Aufwand zu erreichen ist. Ob das jetzt ein Aufwand in Form von Arbeitsstunden oder Geld ist, bleibt dir überlassen.

      Bevorzugt bekämpft man immer primär die Erstreflexionen, weil hier der größte Effekt zu erzielen ist. Ob Wände, Decke oder Boden, entscheidet sich am besten anhand der aktuellen Beschaffenheit. Gibt es da zum Beispiel eine große Glasfront, hilft meistens nur ein dicker Vorhang. Ist der Boden Laminat oder Fliesen, sollte ein Teppich drauf. Was ist leichter und günstiger beschafft, Teppich oder Vorhang? Ein Deckensegel hingegen ist — je nach optischen Ansprüchen — relativ aufwendig umzusetzen, bringt dafür aber auch sehr viel und bedeutet keinen größeren Eingriff bzw. Einschränkungen bei der restlichen Raumgestaltung.

      Du musst also im Grunde nur alle Möglichkeiten auflisten und dann in die große Waagschale werfen. Im Idealfall bekommst Du so eine Priorisierung der möglichen Maßnahmen und fängst dann einfach vorne an.

  7. Hallo Bert!
    Ich habe in meinem 20qm Wohnzimmer ein Atmos-Setup mit 4 Decken-LS (Elac WS 1445). Da die Decken-LS ca. 10 cm von der Decken abhängen, habe ich mir überlegt, ein Deckensegel anzuschaffen.
    Frage: Sind vorkonfektionierte Deckensegel (zB. https://www.inwerk-bueromoebel.de/catalog/product/view/id/29490/s/design-akustik-deckensegel-bm34583/category/488/ ) für meine Zwecke sinnvoll, oder rausgeworfenes Geld?
    Beste Grüße aus Bad Schwalbach!
    Gerd

    1. Hallo Gerd,

      wenn Du handwerklich nicht gerade völlig unbegabt bist, ist das rausgeworfenes Geld. So ein Modul deckt gerade mal 1,34 m² ab, bei einer Materialstärke von 4 cm. Für den Preis kannst Du Dir Rockwool Termarock 30 mit 10 cm Stärke für 10 m² kaufen. Aber selbst bei gleicher Fläche wirkt das deutlich besser, alleine schon wegen der Materialstärke. Nur musst Du Dir da halt einen Rahmen drum herum bauen, damit es ansehnlich wird. Bisschen Holz, ein paar Winkel und Stoff, dann erreichst Du deutlich mehr für das gleiche Geld.

      1. Hallo Bert!
        Danke für Deine Antwort. Erst später habe ich die Verlinkung zum Schaumstoff-Discounter gefunden.

        Dort kann ich perfekt konfigurierte basotect platten in 7cm Stärke in Wohnzimmerfarbe gecoatet bestellen. Ich klebe dann die Platten auf Keilholzrahemn uas dem Künstlerbedarf und häng sie mit 5cm Abstand unter die Decke, so dass ich noch eine indirekte, warmweiße LED darüber verstecken kann.
        Eine tolel Anleitung habe ich hier gefunden: http://www.hifi-forum.de/viewthread-72-6860.html
        Der WAF Faktor der Panele, auch wenn Sie eingefärbt und mit einer Phase versehen wurden, ist leider wie ich feststellen musste, nicht besonders hoch. Die Möglichkeit mit der indirekten Deckenbeleuchtung hat das Ruder gerade nochmal rumgerissen.
        Vielen dank für die tollen Infos und Beste Grüße! Gerd

        1. Hallo Gerd,

          vielen Dank für den Link! Das gezeigte Deckensegel ist ein gutes Beispiel für Leichtbauweise — wichtig bei Rigips-Decken. Ich finde die reinen Basotect-Deckensegel auch nicht so wahnsinnig schön. Aber das ist zum Glück Ansichtssache. Von mir kommt da demnächst auch ein Artikel zum Thema.

  8. Hallo Bert,

    erst einmal ein sehr großes Lob an deine Seite hier. Tolle Infos, die verständlich geschrieben sind. Bin hier schon zu einigen Themen fündig geworden. Tolle Arbeit!
    Bei dem Thema Hall fiel mir auf, dass das sogenannte „Flatterecho“ genau das meinige Problem ist. Ich hab nur eine kleine Wohnung, in der sich auch das Bett quasi im Wohnzimmer befindet. Der Raum ist so gut wie quadratisch und hat parallele Wände, was ja laut deines Textes genau das Problem darstellt. Zumindest nehme ich das nur auf einer Seite des Raumes wahr. Rechts von der Hörposition ist alles in Ordnung. Ich werde es mal mit Bildern versuchen, da ich nicht all zu viele andere Möglichkeiten sehe. Wollte nur mal Danke sagen zu den tollen Tipps, die man hier finden kann. 🙂

  9. Als ich bei meinen Kindern die Matratze wechseln musste, sah ich, dass die Oberfläche gerippt und Lüftungslöcher integriert waren. 10cm dick 80×150.
    Zum Test habe ich sie einfach so in meinem 33qm Kellerkino flexibel angebracht und siehe da! Es funktioniert hervorragend. Natürlich habe ich die Matratzen vorher gereinigt:-). Jedenfalls ist das sehr nachhaltig und akustisch einwandfrei.
    Ich bekomme jetzt von Bekannten noch 2 Matratzen geschenkt und werde diese rahmen, überziehen und positionieren:-)
    Ich habe eine 15.2 Anlage – Audiophil / 4x Elanc – Kino zusätzlich Canton/JBL
    Würde mich interessieren, welche Meinung ihr zu diesem Vorschlag habt 🙂

    1. Puh, das ist schwierig. Kann man sicher machen und es bringt ja auch hörbar etwas. Und wenn es nichts kostet, um so besser.

      Das Problem dabei ist nur: es ist völlig unklar, welchen längenbezogenen Strömungswiderstand eine Matratze hat. Daher weißt du nicht, welche Frequenzen sie wirklich absorbiert und wie stark. Tendenziell hat sie eine sehr hohe Dichte (Matratzen sind ja im Allgemeinen recht schwer) und wird deshalb tiefere Frequenzen nicht aufnehmen und somit auch nicht absorbieren können. Deshalb gibt es absorbierende Materialien, deren Eigenschaften bekannt sind und die gezielt eingesetzt werden können.

      Gerade bei 10 cm Stärke kannst du bereits das sehr günstige Rockwool Sonorock verwenden. Ab 10 cm hat das keine gravierenden Nachteile mehr gegenüber Basotect und anderen teuren porösen Absorbern. Es hat dafür aber den Vorteil, dass es garantiert auch den Mittelton und oberen Tiefton noch absorbiert, was eine Matratze ziemlich sicher nicht macht.

      Kurzum: du könntest bei gleichem Wandaufbau einen wesentlich besseren Effekt erreichen, wenn du statt Matratzen ein geeigneteres Material verwenden würdest.

      1. Super Tipp✌️. Habe ich auch schon umgesetzt. Ich probiere immer wieder alternativ Materialien aus und vergleiche sie mit meinen Absorbern. Ich brauche euch ja nicht zu sagen, was man alles machen kann um das Klangbild zu beeinflussen. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann!!! Eierkartons nützen nichts. Jetzt werde ich aus Holz noch etwas bauen und dann alles mal gegenhören. Es ist eben ein Hobby. Aber eines kann ich jetzt mit Bestimmtheit empfehlen. Sergej Rachmaninoff Klavierkonzert auf- Elac Miracord 90 mit D90/E80 Nadel gespielt – mit M.I.T Terminator 4 Kabel – Rega Vorverstärker – Boxen: Elac FS 267 oder BS 403 oder B&W 805 mit eben einer aus Holz gefertigten Akustikmaßnahme. Das klingt sicher super und die Kindermatratze nehm ich als Sitzkissen.

  10. Hallo Bert,

    mein Sofa ist 60cm von der Rückwand entfernt wobei die Rückwand nur 95cm hoch ist, da dort eine Dachschräge anfängt welche sich bis 2/3 in den Raum zieht.
    Meine Frage ist nun, würdest du für Rückwand u einen Teil der Dachschräge Diffusoren nehmen oder (da der Abstand zur Hörposition so gering ist) besser Absorber?

    Gruß
    Marcel

    1. Hallo Marcel,

      bei sehr geringem Abstand eignen sich Diffusoren nicht besonders gut. Es kommt aber auch darauf an, welche Maßnahmen du sonst noch im Raum umgesetzt hast. Wenn du noch nicht viele andere Stellen absorbierend behandelt hast, solltest du auf jeden Fall auf Absorbtion setzen.

  11. Hallo Bernd, mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen :-).
    Danke erstmal hierfür und deine Mühen!

    Ich plane gerade mein Heimkino etwas um und habe mir nun vorgenommen den Klang etwas zu verbessern. Die Raumkonstellation ist wie folgt: Raumgröße 4,60 Meter x 4,60 Meter, Boden gefliest, Wände rauh verputzt, Decke Rauh mit Strukturputz verputzt. Diverse große Bilder aus Holz und Leinwand an den Wänden, Eine indirekte Abhängung der Decke (1m x 1m groß) aus Rigips gebaut zwecks indirekter Beleuchtung. Eine Schlafcouch ungefähr in der Mitte des Raumes. Recht im Raum eine BAR 1,50 Meter hoch und 2 Meter lang. Links ist ein sehr großes Fenster 2,00 Meter x 1,40 Meter.

    Als Soundsystem setzte ich ein Teufel System 5 in 7.2.2 ein mit 4 Dipolen im Surround und Sourround Back Bereich ein. Der AV Receiver ist ein Pioneer LX 78.

    Gerne schicke ich dir mal Bilder vom Raum zu.

    Welche Vorgehensweise würdest Du mit empfehlen? Absorber, Diffusoren, ???! Welche Tools benötige ich denn zum messen?… Fragen über Fragen 🙂

    Es wäre genial wenn du mir da ein paar Ratschläge geben könntest oder wenn wir vielleihcht mal telefonieren könnten.

    Beste Grüße aus Heidelberg

    Thomas

  12. Hallo Bert,
    tolle und vor allem praktikable Tipps, die man hier finden kann- vielen Dank dafür.
    Mich würde folgendes interessieren; hinterm Fernseher werde ich eine Vorbauwand realisieren, um Kabel gut verschwinden lassen zu können. Zuerst dachte ich an Holzlatten, Gipskartonplatten drauf, verputzen, streichen und fertig. Nun habe ich zufällig grade 3d-Wandpanele aus Gips entdeckt. Also werden es wahrscheinlich diese (Wellendesign, Stärke zwischen 12 und 19 mm). Damit habe ich auch gleich eine diffuse Oberfläche.
    Bringt ein solcher Diffusor hinter den Boxen überhaupt nennenswerte Vorteile?
    Und könnte bei der Vorbauwand gleich etwas berücksichtigt werden (Abstand von der Wand, Material, Steinwolle als Füllstoff o.ä.), um die Akustik des Raums zu verbessern (tendenziell zu hallig…)?
    Klangqualität ist mir vor allem im Stereobetrieb (2.2) wichtig.
    Vielen Dank für Deine Antwort.
    Gruß Alf

    1. Hallo Alf,

      die Frontwand ist diejenige, die im Hinblick auf Akustik das geringste Verbesserungspotenzial hat. Du kannst sie zwar absorbierend bauen und das wird auch was bewirken, jedoch i. d. R. weniger als an jeder anderen Wand. Wenn es was bewirken soll, dann sollte da schon ein Vorbau mit mindestens 10 cm Steinwolle gefüllt werden und die Verkleidung über weite Teile nur aus Stoff sein.

      Von daher mach es lieber so, dass es dir gefällt und setze akustische Maßnahmen an anderen Wänden um. Vornehmlich Seitenwände und Decke.

  13. Hallo Bert,

    sind Kork Schalldämmplatten eigentlich brauchbar zur Absorbieren von Schall. Wollte die an eine Wand hinter die Boxen anbringen. Finde das sieht besser aus als die eckigen Baseteck Platten.
    Habe hier noch ein Link zur Sache: [entfernt]

    1. Die genauen akustischen Eigenschaften von Kork sind mir nicht bekannt. Aber tendenziell ist es zu glatt und zu dicht. Dadurch reflektiert es den Hochton und lässt den Mittel- und Tiefton gar nicht erst eindringen.

      Wenn dann möglicherweise für Schallisolierung, aber nicht für Raumakustik.

  14. Hallo, ich habe eine Frage, unzwar habe ich bei Ikea zwei verschieden Arten von Teppichen gefunden und frage mich welcher besser geeignet ist um ein breites Frequenzspektrum zu absorbieren.
    Der erste ist ein Kurzflorteppich, der allerdings dafür deutlich mehr Flor an sich hat, meiner Meinung nach wäre er dadurch besser geeignet. https://www.ikea.com/de/de/p/stoense-teppich-kurzflor-dunkelgrau-50425534/

    Der 2. hat längeres Flor, allerdings insgesamt weniger (liegen deshalb eher flach). https://www.ikea.com/de/de/p/hoejerup-teppich-langflor-graubraun-10270162/
    Auch wenn es natürlich eine ziemlich kleinliche Frage ist, habe ich hier irgendwie ein Verständnis Problem, weil meiner Meinung nach die Länge der Floren nicht alleine über die absorbtionseigenschaften entscheidet, sondern doch viel mehr auch die Dicke des Teppich oder?

  15. Hallo,
    erst mal vielen Dank für die vielen Tipps. Ich habe einige Ideen zum ausprobieren finden können.
    Eine Frage habe ich bezüglich der Dämpfung hinter der Leinwand bzw. hinter einer akustisch transparenten Leinwand. Die Leinwandgröße wird 300cm*170cm
    betragen. Diese wird ca. 12 cm von der Rückwand entfernt sein. In der Mitte der Leinwand wird ein Center Speaker platziert. Ist es nun ratsam, die restliche Fläche hinter der Leinwand mit Absorbern (z.B. Basotect 10cm Dicke) zu bedecken?
    Der Schall sollte dort ja erst ankommen, wenn er von der Rückseite des Raumes zurück reflektiert wurde und dann ist es doch schon zu spät?! Der restliche Raum ist einigermaßen gedämpft. Ein paar Basotect Absorber, ein Hochflorteppich zwischen Sofa und Leinwand…

    1. Hallo Konstantin,

      ob der Schall schon irgendwo reflektiert wurde, ist bei Absorbern an der Frontwand erstmal zweitrangig. Die dienen dort ohnehin nur noch zur allgemeinen Reduktion des Nachhalls, erfüllen sonst aber keinen gezielten Zweck mehr.

      Du musst aber aus einem anderen Grund aufpassen. Wenn du schon einige Basotect-Absorber im Raum hast und jetzt noch großflächig weitere Absorber mit höchstens 10 cm Stärke anbringst, kannst du dir versehentlich den Hoch-/Mittelton überdämpfen (denn nur dort wirken die). Wenn du nicht gleichzeitig was für den Bass machst, hört sich das dann schnell unangenehm an.

      Deshalb würde man die Front eher nutzen, um hinter der Leinwand 30–50 cm starke Absorber unterzubringen und so eine erstklassige Bassfalle zu schaffen. Die dämpft dann über einen viel größeren Frequenzbereich, insbesondere weiter nach unten. Besser wäre das zwar an der Rückwand, aber funktioniert schon auch vorne ganz gut.

      Für einen Test, ob es mit 10 cm zu viel wäre, kannst du einfach mal 1–2 Matratzen in den Raum stellen, dann hast du einen ähnlichen Effekt. Achte dann einfach mal darauf, ob tiefe Stimmen und Motorengeräusche unsauber und nervig brummelig sind.

      1. Hallo Bert,

        das kann ich ziemlich einfach ausprobieren, danke für den Tipp. Eine Frage zu den größeren Absorbern vorne. Die Leinwand wird maximal 15cm von der Rückwand entfernt sein, um nicht zu viel von der Raumgröße zu verlieren. Die Absorber könnten dann maximal 15cm in einer Dimension sein (50cm*50cm*15cm). Würde dies auch die tiefen Frequenzen dämpfen? Ich meine mal Basotect Bass Absorber gesehen zu haben, die dann in den Ecken platziert wurden mit 20cm*20cm*100cm. Solche Blöcke könnte ich ja nicht hinter der Leinwand verstecken, oder ich müsste weiter weg von der Rückwand.
        Dankeschön und Grüße

        1. Tiefere Frequenzen absorbierst du nur durch mehr Materialstärke.

          • 10 cm bis ungefähr 300 Hz
          • 15 cm bis ungefähr 180 Hz
          • 20 cm bis ungefähr 110 Hz

          Aber: das ganze ausgehend von Rockwool Sonorock mit ca. 6.000 Pa s/m².

          Zum Vergleich mit Basotect, das mindestens 16.000 Pa s/m² aufweist:

          • 10 cm bis ungefähr 210 Hz
          • 15 cm bis ungefähr 170 Hz
          • 20 cm bis ungefähr 140 Hz

          Sieht jetzt erstmal nicht so schlimm aus für Basotect, aber man muss bedenken, dass die Frequenzen nicht linear sind. Das heißt, der Bereich von 60 Hz (das Minimum, was man noch absorbieren kann) bis 140 Hz ist riesig im Vergleich zu 140 Hz bis 210 Hz. Demnach ist der Bereich zwischen 110 Hz und 140 Hz (der Unterschied zwischen Rockwool Sonorock und Basotect) richtig wertvoll für die Akustik, wenn man ihn richtig dämpfen kann, und jedes Hz weiter runter ist um so wertvoller.

          Was dir die Aufstellung aber eigentlich zeigen soll: Basotect wirkt oben rum sehr gut, aber ab einer Stärke von 10 cm ist Sonorock gleichwertig und zunehmend besser für den Bass geeignet. Die 20 cm Ecken aus Basotect taugen nicht wirklich als Bassfallen, da sie nicht tief genug kommen. Generell ist Basotect für Bass ungeeignet, weil es zu dicht ist und der Bass so nicht eindringen kann, um absorbiert zu werden.

          Kurzum: Wenn das wirklich was bringen soll, müsstest du die Leinwand mindestens 30 cm von der Wand weg rücken, um so starkes Material dahinter unterzubringen (bevorzugt in den Ecken, aber auch großflächig sehr gut).

          1. Dann ist in nächster Zeit experimentieren angesagt. Rockwool kostet auch nicht so viel, da werde ich mir ein paar Bassfallen aufbauen und im Raum verteilen. Die Leinwand werde ich vermutlich 15-20cm von der Rückwand anbringen. Auf jeden Fall ist das ein sehr interessantes Thema. Danke für die Erklärungen, mir war das mit der Materialstärke nicht bewusst.
            Grüße

  16. Hallo, erstmal Danke für den tollen Artikel!

    Eine Frage, ich möchte gerne bei uns im 50qm Wohnzimmer Basotect aufhängen.

    Ich habe nachhalle von 0.6 sek bei weniger und höher als 250Hz. Bei 250 Hz ist es eine Sek.

    Nun die Frage:

    Eigentlich wollte ich mir selbst „akustikbilder“ aus Fahnen und Basotect im Holzrahmen Basteln.

    Nun gibt es aber kaum coole Film Flaggen.

    Funktionieren da auch Leinwände wie diese hier?

    [Link entfernt]

    1. Nein, typische Leinwandbilder bzw. -drucke funktionieren nicht. Die sind zu glatt und reflektieren daher im Hochton.

      Wenn deine Nachhallzeit unter 250 Hz > 1 sec ist und über 250 Hz < 1 sec, solltest du auch nicht unbedingt noch mehr Wandbilder und andere flache Absorber aufhängen. Da wäre es eher an der Zeit, noch ein paar Bassfallen hinzustellen. Geht aber im Wohnzimmer verständlicherweise nicht immer. Wenn du noch mehr dünne Absorber anbringst, speziell "Akustikbilder", wird der Ton nur dumpfer.

  17. Hello
    Erstmal vielen vielen Dank für die tolle Seite!
    Als ich vor 4 Jahren zu bauen anfing wusste ich zwar das es viel zu lernen geben wird daß, das aber in einem kompletten Studium enden wird, damit hab ich nicht gerechnet.
    Aber eines war von Anfang an klar, im Keller kommt ein Kino.
    Bauliche Voraussetzungen waren schnell gefunden möglichst hoch (>2,40m)
    und rechteckig da man ja in der Mitte sitzen soll. Auch eine nach hinten Aufsteigende Deckenhöhe wäre von Vorteil.
    Nach einigen wirtschaftlichen Aspekten und Kompromissen ist jetzt ein fertiger Raum nach Bodenaufbau mit Fußbodenheizung ink. Bodensteckdose und 7.2.4 LS Verkabelung und abgehängter Rigipsdecke mit 4 kreisen Lichtanlage vorhanden.
    Aja zusätzlich sind natürlich überall Boden, Wände und Decke, Netzwerkstecker und ca 20 Steckdosen installiert. Auch hdmi Kabel von Verstärker zu beamer ist verlegt.
    Fürs einen Kinoraum ist es zwar besser keine Fenster zu machen da ich mich aber in Fensterlosen Räumen nicht wohl fühle und man vielleicht auch mal Lüften will hab ich noch an der linken Seite 2 Deckenfenster natürlich mit elek. Außenjalousie realisiert. Endergebnis Raummasse 7meter lang 4meter breit und leider nur 2,27 hoch durchgehend.
    Meine Prämisse war es immer alles so zu machen das keine Groben, nicht leicht auszubessernden Fehler entstehen, besser wäre natürlich alles Perfekt zu machen,
    aber von diesen Gedanken habe ich mich ziemlich früh in der Bauphase verabschieden müssen.
    Es ist immer ein Kompromiss.
    Verstärker, Boxen, Beamer sind bald mal gefunden müssen halt nur noch Finanziert werden.
    Voraussichtlich wird es ein Onkyo oder ein Yamaha AV mit Teufel oder Klipsch Boxen alles so mittlerer Preisklasse. Atmos Thx sollte wenigsten Ansatzweise möglich sein. Leinwand wird eine nicht Schalldurchlässige mit 3m x 1,80m Fix auf Rahmen, So das der Center LS noch ca.50cm über Boden zustehen kommt. Links und Rechts bleibt jeweils ein halber Meter für LS und Bassdiffuser.
    Boden ist verfließt und wird im vorderen Bereich mit Teppichen versehen.
    Ls Kabel werd ich mit 2x4mm2 OFC Kabel vornehmen.
    So das wars erstmal.
    Meine nächstes Thema ist natürlich das für mich am Wichtigsten die Akustik.
    Habe momentan nur eine Frage wie und wo fängt man an? 😉
    Würde mich sehr Freuen, wenn ihr meine bisherige Arbeit Kommentieren und natürlich auch Kritisiert, und mir für die Zukunft ein paar Tipps geben Könnt.
    LG Alex

    1. Hallo Alex,

      klingt erstmal alles ganz gut! Es ist nicht ganz einfach, da jetzt zu konkreten Punkten etwas zu sagen, ohne die genaueren Umstände zu kennen. Wenn du es ausführlicher willst, gerne die Beratung nutzen.

      Was die Raumakustik angeht:

      1. Reflexionspunkte behandeln
      2. Bassfallen in die Ecken stellen (siehe Kantenabsorber)
      3. spezielle Anforderungen angehen, z.B. Diffusoren
      4. übrige freie Flächen mit weiteren Absorbern abdecken, bis der Nachhall passt

      Wenn du in dieser Reihenfolge vorgehst, arbeitest du dich automatisch von wichtig nach weniger wichtig voran.

  18. Hallo Bert,

    erstmal vielen Dank, dass du dein Wissen mit uns teilst. Deine Seite ist super und konnte mir schon viele Fragen beantworten.

    Trotzdem habe noch eine Frage zur Überdämpfung.

    Kurze Berschreibung was ich vorhabe:

    Grundsätzlich würde ich gerne aus optischen Gründen den ganzen Raum mit Deko Molton auskleiden.

    Zur akustischen Verbesserung habe ich folgendes geplant:

    Rechts von der Leinwand habe ich im Bereich der Erstreflexionen leider eine Heizung
    und darüber ein Fenster. Davor würde ich einen Vorhang aus Bühnenmolton (300g/qm) hängen.

    Links von der Leinwand habe ich eine Tür. Zur Dämpfung würde ich das von dir empfohlene the t.akustik nook set benutzen.

    Ansonsten würde ich an weiteren Erstreflexionspunkten Absorber anbringen.

    Hinter den Deko Molton an der Decke würde ich teilweise Absorber aus Rockwool anbringen (ca 30% der Fläche, mindestens 10cm Dick und 5 cm Deckenabstand).

    Auf dem Boden liegt ein Kurzflorteppich und im Raum steht ein großes Stoffsofa.

    Ist davon auszugehen, dass der Raum durch diese Maßnahmen überdämpft bzw einseitig überdämpft wird, auch wenn ich nur Deko Molton (bis auf den Vorhang vor der Heizung) benutze und könnte man der Überdämpfung
    mit Leinwandbildern wieder etwas entgegenwirken?

    Sollte anschließend der Bass zu dominant sein, könnte ich auch noch 1-2 Bassfallen aufstellen.

    Oder ist das generell keine gute Idee?

    Viele Grüße,
    Jörg

    1. Hallo Jörg,

      wenn du Dekomolton als Verkleidung der Decke verwenden willst, wirst du den ja sicher irgendwie spannen wollen, zum Beispiel auf Rahmen. Dann ist das kein allzu großes Problem, gespannter Stoff absorbiert nicht so stark wie geraffter. Zur Sicherheit kannst du aber auch irgend einen anderen dünneren Stoff verwenden. Das sieht meistens sogar besser aus, absorbiert aber in erster Linie auch weniger von sich aus.

      Ansonsten sind die Maßnahmen rein von der Menge her okay. Auch der Vorhang vor dem Fenster ist kein Problem, irgendwie muss man einer Glasscheibe ja beikommen. Zu empfehlen wären ansonsten noch ein paar Bassfallen in den Ecken.

  19. Hallo Bert,

    danke für deinen Artikel. Ich möchte eine Frage anderer Art zum Thema stellen: Mein Fall hat mit einem Heimkino nichts zutun, aber Nachhall ist trotzdem ein Problem. Ich habe ein kleines Zimmer im Keller, dass mein Aufnahmestudio für Youtube werden soll. Aufnahmesituation ist praktisch immer: 1-3 Personen sprechen in die Kamera, Mikro meist Lavalier oder per Tonangel recht nah von der Person genommen. Trotzdem gibts noch einen (mittelstarken) Hall im Aufnahmeton.

    Der Raum ist ca. 4m x 3,4m bei geringer Deckenhöhe (2,30m) und zwei Fensterflächen. Hier habe ich eine Zeichnung des Raums hochgeladen: https://ibb.co/5LfDnxV

    Ich kann das Zimmer frei gestalten ohne EInschränkungen, Kamera und Schreibtisch müssen also nicht notwendigerweise dort stehen, wo sie aktuell stehen. Die Wände und Decke sind glatter Beton, nur geringer Putz und direkt glatt gestrichen. Boden ist Laminat. Wenn man in die Hände klatscht, ist der Hall deutlich.

    Meine Fragen:

    1. Würdest du die Anordnung von Kamera und Personen so empfehlen oder im Raum verändern?
    2. Abhängig von 1.: Was soll ich gegen den Hall tun? Hochfloriger Teppich unter den Personen und Schallabsorber an den Erstreflexionspunkten an der Decke und hinter der Kamera? Scheint viele Möglichkeiten zu geben und wollte daher mal nachfragen, was ein Profi sagt.

    Herzlichen Dank.
    Grüße
    Huseyin

    1. Hallo Huseyin,

      ich bin zwar kein Experte für Studio-Akustik, aber die Physik ist ja im Grunde nicht anders. Ich würde zunächst mal die Aufstellung im Raum drehen, also den Sprecher ungefähr dahin, wo das „H“ von „Höhe“ steht. Nicht aus akustischen Gründen, sondern aus einem anderen: Du kannst so die beiden Fenster viel besser als natürliche Lichtquelle von 2 Seiten nutzen.

      Ansonsten musst du dir für ein Studio für Sprachaufnahmen keine allzu großen Sorgen wegen Bassfallen machen (schaden würden sie aber auch nicht). Außer du willst sehr bass-starke Stimmen aufnehmen. Aber im Normalfall einfach möglichst viele Flächen mit Absorbern verkleiden, insbesondere die Decke und die Wand hinter der Kamera sowie natürlich seitlich hinter und neben dem Sprecher so nah wie möglich an den sichtbaren Videobereich heran. Mindestens Basotect mit 5 cm Stärke, besser 10 cm verwenden; alternativ Aixfoam mit 8 cm Stärke. Oder du baust selbst was aus z.B. 8 cm Rockwool Termarock 50 → günstiger aber nicht besonders schön, muss verkleidet werden. Mehr zu geeigneten Materialien hier.

      Auf Reflexionspunkte musst du erstmal nicht so sehr achten. Für etwas Flexibilität bei der Aufnahme sollten ja sowohl Sprecher als auch Kamera und Mikrofon eingeschränkt beweglich bleiben.

      Ansonsten hilft für den Anfang auch noch ein Mikrofon-Screen sehr gut!

      1. Danke für deine schnelle Antwort! Aufnahmen sind meistens bei Dunkelheit, die Fenster spielen keine Rolle, sind genug Strahler vorhanden. Habe ich nur eingezeichnet, da sie ja akustisch besonders stark reflektieren. Danke, also soviel wie möglich vollmachen mit Absorbern als erster Schritt. Ein Mikrofon-Absorber funktioniert natürlich nur ohne Lavalier-Mikrofon, aber trotzdem guter Hinweis, könnte mal zur Anwendung kommen.

        Da der Sprecher notwendigerweise recht nah vor der Wand stehen muss: Absorber direkt hinter ihm wäre auch sinnvoll oder weniger wichtig? Natürlich optisch ein Problem, aber das wäre evt. lösbar. Wie befestigt man solche 10cm Basotect oder 8cm Aixfoam Platten, direkt mit Montagekleber auf Putz oder ist da akustisch auf irgendwas zu achten?

        1. Hinter dem Sprecher bringt das schon auch was, aber mach erstmal die anderen Flächen im Raum fertig. Wenn das noch nicht reicht, kannst du immer noch weiter gehen. Absorber funktionieren auch hinter Stoff, zum Beispiel hinter einem Greenscreen aus Molton, falls das eine Option ist.

          Basotect und Aixfoam gibt es in einer selbstklebenden Variante. Braucht man aber nicht unbedingt, da tut’s auch ein normales doppelseitiges Klebeband. Ich bevorzuge Tesa Teppichverlegeband.

  20. Nachfrage: Wieviel QM würdest du vermuten, muss ich mir für Wände und Decke besorgen, bestimmt nicht komplett oder? Kostet ja schon bisschen was, habe ich gerade gesehen. Hier für deine Einschätzung ein Video mit Ansteckmikrofon aus dem Raum, aufgenommen in der Mitte des Raumes stehend: https://www.youtube.com/watch?v=RAwOwbpX2Do

    Der Hall ist für mich deutlich, trotz Ansteckmikro, allerdings spreche ich auch recht laut.

    1. Klingt doch schon ganz gut. Wenn man es nicht über Kopfhörer hört, fällt es gar nicht mal so sehr auf. Aber besser geht immer. 😉

      Du musst nicht den ganzen Raum zukleistern, auch nicht lückenlos. Einfach die Platten so nehmen wie sie sind und dann so aufhängen, dass es halt ordentlich aussieht. Ab einer Gesamtfläche von 2 m² wird der Unterscheid langsam deutlich hörbar. Wenn du 3–4 m² schaffst (also ca. 8 Platten im Format 50×100 cm) müsste das erstmal reichen.

      1. Danke dir, ich mache das dann so. Hast du Affiliate-Links von dir für mich für Amazon oder ähnliches, um dich beim Kauf zu unterstützen?

        Grüße

  21. Vielen Dank für die hier ausgesprochene Warnung, wir werden demnächst ein neues Wohnzimmer einrichten… wie verhält es sich denn z.B. mit offenen Bücherregalen? Die sollten zur Dämpfung und Zerstreuung beitragen und vielleicht auch im Mitteltonbereich? Wenn der Raum ein großes Fenster hat wird wohl nichts anderes machbar sein als ein Vorhang nehme ich an?

  22. Hallo,

    Das ist hier wirklich eine perfekte Seite für den Aufbau eines Heimkinos.

    Wir werden einen 7,5m langen und 5,2m breiten Kinoraum mit 2,9 Meter Leinwand und Teppich haben.
    Hinter der Leinwand wird ein Molton 300g/m² hängen.
    An den Seiten wird abwechselnd Basotect 100x50x10 und Bilderrahmen 100×80 mit Trikot ohne Glasscheibe hängen. Insgesamt 3x Basotect und 2x Bilderrahmen pro Seite bis zu den Kinosesseln die sich 4m von der Leinwand befinden.
    Danach kommt ein Molton 150g/m² Vorhang auf eine Länge von 2m um auf der einen Seite eine Tür und auf der anderen ein Fenster zu verdecken.
    Hinter dem Vorhang noch einmal Basotect 100x50x10 pro Seite.
    Die Rear Speaker sind an der Wand 1,5m hinter den Kinosesseln schräg auf den mittleren Platz ausgerichtet und noch im Bereich vom Molton Vorhang. Der Abstand auf den mittleren Platz im Dreieck beträgt ca. 3m.
    Von den Rear Speaker bis zur Rückwand sind es dann noch 1,8m , dort befindet sich ein Simulator, ein Flipper, eine Dartscheibe und ein Schrank. Eventuell würde dort wegen der Optik auch noch ein Molton 150g/m² an die Wand kommen.
    Auf Deckenabsorber wollten wir eigentlich verzichten.

    Nach langem studieren der Seite sollte das ja soweit stimmig sein, nur mit den Sachen an der Rückwand bin ich mir unsicher. Natürlich sind die Bilderrahmen keine perfekten Absorber, aber darauf möchte ich auch nicht verzichten =)

    MfG Yannick

    1. Hallo Yannik,

      klingt für mich nach ein bisschen zu viel Vorhang, ohne einen breitbandig wirkenden Absorber als Gegenpol. Das könnte u. U. ein wenig zu dumpf klingen.

      Nimm lieber keinen Molton, erst recht nicht mit 300 g/m². Das ist zu viel. Ein etwas leichterer Vorhang aus schönerem Stoff wäre besser.

      Bezüglich den Trikot-Bildern: Wwnn ich es recht verstehe ist das ein T-Shirt im Rahmen. Wenn du es schlau anstellst, kannst du hinter dem Trikot einen weiteren Absorber verstecken.

  23. Darf ich mal eine Frage stellen:
    Was taugen diese Clap Apps für Smartphones?

    Ich habe mir so ein Ding runtergeladen. (www.myRaumklang.de). Das Teil liefert mir nach Eingabe der Raumabmessungen und ein paar mal Händeklatschen eine Nachhallzeit von 0,53 Sek. mit dem Hinweis, da sei nichts zu optimieren. (dB Spitze bei 0,25 bis 0,3 Sek.)

    Das deckt sich mit meiner Höreinschätzung. Alles kommt klar rüber, Sprache, Musik, Krach.

    Wenn ich nach dieser Webseite gehe https://www.akustikkunst.de/raumakustik/raumakustische-grundlagen.html, dann liegen die 0,53 Sek. bei meinen gut 60 cbm Raumvolumen auch voll im Zielkanal zwischen längerer Nachhallzeit für Musik und kurzer Nachhallzeit für die gute Ortung von Sprache aus verschiedenen Quellen.

    Habe ich die Zusammenhänge soweit richtig verstanden?

    Ich bin nämlich doch etwas verwirrt, weil noch nicht mal angefangen habe, mein Heimkino-Zimmer zu optimieren. Da hängen noch keine Vorhänge, da sind nackte Fensterflächen, und nicht wenige, da steht wenig Mobilar drin, was zum Aufbau von Eisenbahnen und sonstiger Fischertechnik-, Lego,- und Playmobil Orgien meiner Enkel einlädt. Einzig gute Teppich-Auslegeware und kleine Dachschrägen scheinen zur Gutmütigkeit hinsichtlich Raumarkustik beizutragen.

    Ich weiß nicht, ob das was zu bedeuten hat, aber bei meiner 7.2.2 Anordnung sind die Präsenzlautsprecher als Deckenreflektoren angeordnet. Und mein Yamaha YPAO hat die Deckenreflexion erkannt und die Präsenzlautsprecher um 10dB gegenüber dem Rest der Krachmacher angehoben, selbstredend auch den Abstand vergrößert. Aber – bedeutet das vielleicht Pi x Flaschenbier, daß Deckenreflexionen an einer „nackten“ Gipskarton-Decke, mal egal bei welcher Frequenz, etwa 10dB schlucken?

    1. Hallo Christian,

      ganz schön viele Fragen. 🙂 Die kann ich dir jetzt nicht alle im Detail beantworten, denn das ist auch immer sehr stark vom Raum abhängig und lässt sich nur individuell prüfen. Deinen Raum kenne ich ja aus unserer Beratung (sofern es noch um denselben geht), und ich kann dir zumindest so viel sagen: Wenn er im Wesentlichen noch so aussieht wie im Sommer, dann ist die Akustik mit Sicherheit nicht optimal.

      Mit 0,53 sec Nachhallzeit bist du auf jeden Fall noch etwas über dem optimalen Zustand. Aber der Wert sagt im Grunde auch nichts aus, weil es immer darauf ankommt, wie sich das ganze über das gesamte Frequenzspektrum verteilt. Kann ja sein, dass du im Hochton bei 0,5 liegst, aber das bringt dir nichts, wenn der Tiefton 2 Sekunden nachhallt und dadurch dröhnt wie verrückt.

      Was die Apps angeht: Kannst du vergessen. Smartphones & Co. haben kein ausreichend gutes Mikrofon, um die Akustik halbwegs akkurat erfassen zu können. Am ehesten noch iPhones, weil hier die Auswahl der Geräte sehr eingeschränkt ist und die Apps daher genau wissen können, wie das jeweilige Gerät misst. Aber bei der riesigen Auswahl an Android-Geräten ist es definitiv nicht möglich bzw. nur mit zusätzlicher Hardware (Nubert bringt da demnächst was interessantes auf den Markt). Aber selbst beim iPhone kommt da nichts wirklich verlässliches raus.

      Ich denke, dein Problem ist eher, dass du glaubst, alles wäre schon ganz toll, weil du nicht weißt, wie es klingen könnte.

      1. Hallo Bert,
        Danke für Deine Antwort.

        Ja, es ist noch der gleiche Raum (Beratung im Sommer). Aber inzwischen hatte ich doch so einigen Besuch aus unserem Freundeskreis. Da waren dabei ein Betreiber eines Kleinstadtkinos und ein Profimusiker. Erst etwas spektisch ob des „nackten“ Raums, waren sie schon überrascht von der Klangqualität. Vielleicht waren sie auch nur höflich.

        Natürlich gebe ich selbst gerne zu, dass ich mit meinen Mitte 60 nicht mehr alles hören kann. Naja zum Unterscheiden von Dali und Focal und ALR hat es noch gereicht.

        Wie auch immer, sicher werde ich das Thema Optimierung weiter vorantreiben. Aber ich mache mir um die grundsätzliche Raumakustik nicht mehr soviel Gedanken. Der Raum ist an keiner Stelle begrenzt durch echte Steinwände. Da ist immer nur Gipskarton und jede Menge Dämmung. Der Fußboden besteht aus Trockenestrich mit Wärmedämmung und Trittschallisolierung.

        Alles eben kein Hartputz-Kellerraum. Habt ihr im Forum mal eine Umfrage gemacht, wer sein Heimkino im Keller und wer auf dem Dachboden hat? Ich vermute, die Kellerfraktion muß deutlich mehr für die Raumakustik tun als die Dachfraktion.

        Ich glaube gerne, dass die Klatsch Apps nicht wirklich was taugen. Was nichts kostet, taugt auch (meistens) nichts. Wusste bis neulich nicht mal, dass es sowas gibt. Ist wohl eher eine Verkaufsförderung für Leute, die Akustikdämmung verkaufen wollen.
        Dennoch, für mittlere Frequenzen kann man zumindest erkennen, woran man ist. Das Dröhnen bei tiefen Frequenzen nimmt man auch ohne Hilfsmittel wahr, wenn es denn auftreten sollte.

  24. Wie schon im Diffusor Bereich gesagt, einfach eine tolle Seite.

    Meine Frage bezüglich der Erst-Reflexionen wäre, wie groß sollten die sein? Passt es wenn man einfach das Maß einer Sonorock Platte (100×62,5cm) übernimmt? Dicke dachte ich an 80mm und dann mit einen Wandabstsand von ca. 2cm.

    Macht das Sinn, oder kann ich besser eine 60mm Stärke nehmen bzw. eine 100mm ohne Wandabstand.

    Vielen Dank. 🙂

    1. Basotect und ähnliche Materialien haben i.d.R. Maße von 100×50 cm. Wenn du Sonorock nimmst, dann kannst du auch diese Größe lassen. Im Grunde bist du da völlig frei. Du solltest halt den Reflexionspunkt halbwegs genau treffen und einen Radius von ca. 30 cm um diesen Punkt herum weitestgehend abdecken.

      8 cm Material + 2 cm Wandabstand wirkt nahezu identisch zu 10 cm Material ohne Wandabstand.

      6 cm Material nimmst du besser nicht, das macht man nur in Notfällen, wenn die Regierung nicht mitspielt.

      1. Vielen Dank Bert,

        Ne ich hab mein eigenes „HiFi Zimmer“ also bin ich da völlig frei. 🙂

        Will nur noch nicht zu viel speziell für diesen Raum machen, weil bei uns das Thema Eigenheim noch in Planung ist und ich da die Sachen dann gerne wieder verwenden möchte.

  25. Hallo Bert – coole Website!! Hilft ungemein!

    Ich bin über das Material Polyrock von Rockwool gestoßen. Ist im Grunde wie Sonorock – allerdings mit eine PE Folie ummantelt. Das verhindert eventuellen Faserflug und sollte somit unbedenklich einzusetzen sein. Ist natürlich etwas teurer (12€ der qm bei 60mm dicke) was denkst du über dieses Material??

    Zu den Bassfallen habe ich noch eine Frage – Bass wandert ja richtig schön durch alles durch. Kann man die Bassfallen dann hinter eine Rigips Wand „stecken“? Oder ist das komplett vorbeigedacht?

    Besten Dank!!

    1. Ohne genaue Angabe des längenspezifischen Strömungswiderstands kann man das nicht genau sagen, wie gut Polyrock geeignet ist. Ich mach mir jetzt aber auch nicht die Mühe, das rauszusuchen, weil: Wenn eine Folie drum herum ist, wird es den Hochton reflektieren. Und damit ist es eben schon nicht mehr so gut wie Sonorock. Zumal der Aufpreis dann ja schon ordentlich ist, wenn man bedenkt, dass eine billige Malerfolie (ohne nennenswerte Reflexion) nur 2 € für 20 m² kostet.

      Bassfallen mir Rigips verkleiden geht an sich. Es kommt aber darauf an, wie die Bauweise genau ist. Denn durch „alles“ geht Tiefbass auch nicht durch. Du weißt also am Ende nicht wirklich, wie die Bassfalle genau wirkt, solange du sie nicht gebaut und vermessen hast. Mir erschließt sich diese „Verkleidungsfaulheit“ (nennen wir es mal so) generell nicht so wirklich. Es ist am Ende ja nicht schneller oder einfach, die Bassfallen mit Rigips zu verkleiden, als sie einfach mit Stoff zu bespannen. Warum also nicht die Absorption im Hochton- und Mittelton abblocken, anstatt sie auch noch mitzunehmen?

      1. Wow das war eine schnelle Antwort . Also der Strömungswiederstand von Polyrock ist laut Datenblatt bei 10kPa·s/m2 also schon höher als das Sonorock (ich glaube 6kPa) Von daher beantwortet sich ein bissl meine Frage von selbst. Das Interessant ist eben die „fertige“ Lösung. Die vielen Skeptikern von Steinwolle im Innenraum ggf. die Luft aus den Segeln nehmen könnte. (?) und ich denke Malerfolie wird ein ähnliche dicke haben wir die PE Folie um das Polyrock – daher die Idee.

        Das Thema mit der Rigips Verkleidung war folgend gedacht -> wenn man sich einen umlaufenden Kasten an die Decke montiert in die Bspw. Später Einbaustrahler integriert werden. Wäre es ja – da sich dieser sowieso in den Ecken befindet – sicherlich sinnvoll diesen mit Steinwolle zu füllen.

        Die Ecken zwischen zwei Wänden wären hier aber natürlich ohne absorber

        Waren nur zwei Gedanken / Anregungen 🙂

        Grus Guntram

        1. Wenn du einen Kasten um die Decke bauen willst, baust du natürlich einen Kasten, klar. Schadet nicht, den mit Steinwolle zu füllen. Ob’s viel bringt ist die andere Frage – eher nicht, weil der Kasten wahrscheinlich keinen 50×50 cm Querschnitt haben wird. Von daher ist das Material im Inneren gar nicht dick genug, um als ernstzunehmender Bassabsorber zu wirken. Mach es trotzdem wenn du was übrig hast, dann kann zumindest nichts klappern.

          Das Polyrock schränkt dann die Wirkung einfach beidseitig ein. Vom Strömungswiderstand her wirkt es nicht ganz so tief wie andere Materialien, und durch die Folie wirkt es nicht ganz so gut im Hochton. Ich kann’s jetzt nicht einschätzen, wie dick die Folie ist, aber man muss jetzt einfach mal annehmen, dass sie zu dick ist.

          1. Top! Danke 🙂 für die raschen Antworten! Du hast recht 50×50 werde ich den Kasten nicht machen .. da ist der WAF dann nicht mehr da. Höchstens eine Zwischenwand mit 50cm wäre denkbar- aber dann kann ich die absorber auch direkt so hinstellen :)..

            Gruß

  26. Hallo, ich find ihre Seite einfach nur spitze!!!
    Kurze Frage… ich möchte mir ein Kino in einem ehemaligen Pool einrichten. Sprich : die seitlichen Wände sind gefliest… vorn und hinten werde ich wohl Molton Vorhänge verwenden. Aber was mach ich an den langen Seitenwänden? Reichen da Absorber die ich an den richtigen Stellen vor die Fliesen baue?

    1. Hallo Jens,

      klingt nach einem interessanten Projekt. Tendenziell hast du dann ja mit der berüchtigten „Schwimmbadakustik“ zu kämpfen – im wahrsten Sinne des Wortes. Was da genau die richtigen Maßnahmen sind, kann ich dir so pauschal nicht beantworten. Dazu müssten wir uns den Raum näher ansehen. Du kannst dir hier gerne ein Gespräch buchen, damit wir da Licht ins Dunkel bringen können.

  27. Hey Bert,

    ich habe seitlich meines linken Lautsprechers ein Fenster, bei dem ich gerne Erstreflexionen eliminieren würde. Absorber kommen hier leider nicht in Frage und ich wollte daher auf einen Vorhang zurückgreifen. Da meine derzeitigen Lautsprecher recht präsent im Hochton sind, wäre eine Absenkung der Höhen sogar eher förderlich.

    Was wären hier neben Molton die besten Optionen (habe Samt Vorhänge im Blick) und wie dick sollten diese optimalerweise sein? Reichen 300 g/m²?

    Würde es zudem reichen, wenn die Vorhänge bis zur Heizung reichen oder sollten diese über die Heizung gehen?

    Anbei einmal ein Foto der Hörsituation:

    1. Eine Sache habe ich noch vergessen zu erwähnen. Sollte ich mit einem Vorhang arbeiten, würde die Symmetrie der Dämpfung verloren gehen. Der rechte Lautsprecher ist recht weit von der anderen Wand entfernt – wäre das okay?

      Anbei ein weiteres Bild:

    2. Hi Micha,

      Samt geht normalerweise und ist ja wesentlich hübscher als Molton. Wichtig ist eigentlich nur, dass der Stoff möglichst nicht störrisch und gleichzeitig glatt ist. Er sollte also gut und leicht nach unten fallen bzw. hängen. 300 g/m² ist okay.

      Wenn er auch über die Heizung geht, wäre das nur vorteilhaft. Die Heizung ist ja auch eine große reflektierende Fläche.

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