3 Varianten einen Center zu nutzen

Der Center: wichtigster Lautsprecher im Heimkino-System

Diese Aussage hört man häufig: Der Center ist der wichtigste Lautsprecher im Heimkino. Aber woher kommt diese Annahme eigentlich? Haben nicht alle Lautsprecher ihre ganz spezielle Aufgabe und sind daher obligatorisch? Nun, genau genommen könnte man auf den Center auch verzichten. Aber mal schön der Reihe nach.

Ein eher untypischer Center-Lautsprecher, der Aperion Audio Novus C5. Mit 2 Tieftönern, einem Mitteltöner und einem Hochtöner sorgt er für besseres seitliches Abstrahlverhalten.
Ein etwas anderer Center: Aperion Audio Novus C5mehr dazu im Artikel

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Center-Lautsprechers und zeigen nicht nur seinen Nutzen, sondern auch seine Probleme auf. Nicht zuletzt lernst du hier drei Arten kennen, wie du den Center einsetzen (oder auch nicht einsetzen) kannst:

  1. Der Klassiker: ein Center unter oder über der Leinwand
  2. Der Phantom-Center: der völlige Verzicht auf diesen Lautsprecher
  3. Das Optimum: der Center hinter einer akustisch transparenten Leinwand

Aber sehen wir uns für den Anfang erstmal an, woher der Center eigentlich kommt.

Die Geschichte des Kinotons ist die Geschichte des Center-Lautsprechers

Als die Bilder laufen lernten, dauerte es nicht lange und aus dem Stummfilm wurde der Tonfilm. Dieser war über viele Jahrzehnte in Mono. Ein oder mehrere Lautsprecher gaben das gleiche Signal aus. Zunächst waren sicherlich technische Limitationen der Grund dafür. Aber auch später, in den 70er-Jahren, als Musik schon lange in Stereo etabliert war, galt Mono als der Standard bei Kinofilmen.

Noch im Jahre 2005 veröffentlichte Woody Allen seinen Film Match Point in Mono! Erst danach ließ er sich von mehrspurigem Ton überzeugen. Stereo, was im HiFi-Bereich der Standard schlechthin ist, spielte bei Kinofilmen nur kurz eine Rolle. Schnell ging es von Mono über Stereo hinweg zu Surround Sound. Das ist bis heute vor allem 5.1, also wieder ein Format mit Center-Lautsprecher. Auch die neuesten Formate beinhalten alle 5.1 und fügen lediglich weitere Kanäle hinzu, bis hin zu 3D-Sound in Dolby Atmos, Auro-3D oder DTS:X.

Der Vollständigkeit halber muss auch Quadrofonie erwähnt werden, ein Vierkanalsystem ohne Center, das beispielsweise bei Apokalypse Now zum Einsatz kam (der inzwischen in bester Bild- und Tonqualität in Dolby Atmos neu erschienen ist). Dies konnte sich allerdings nicht durchsetzen und wurde schnell durch 5.1 abgelöst. Daneben gab es auch noch weitere, noch exotischere Verfahren, auf die ich hier nicht weiter eingehe.

Wer gerne alte Filme schaut, für den ist ein Center-Lautsprecher hinter der Leinwand daher eine der wenigen Möglichkeiten den dürftigen Sound stilecht aufzuwerten. Aber auch bei den neuesten Actionfilmen findet ein großer Teil der Schallereignisse im Center statt.

Sprache = Center

Ohne Frage spielt sich der wichtigste Teil des klanglichen Geschehens im Kino vorne ab, direkt mit dem Bild verbunden. Dabei gilt meist die Faustregel: Was im Bild zu sehen ist, wird über den Center ausgegeben. Sprechen beispielsweise zwei Darsteller miteinander – einer links und einer rechts im Bild – so werden beide meist zu 100% über den Center ausgegeben und nicht über die Front. Wird in einem Dialog zwischendurch die Reaktion des Gesprächspartner als sogenannter Gegenschuss gezeigt, so bleibt die Stimme im Center, obwohl der Sprecher eigentlich gerade hinter einem ist. Ein dauernder Wechsel passend zur Kameraposition wäre bei der Verfolgung des Gesprächs störend. Ebenso bleibt die Lautstärke gleich und wird nicht etwa lauter, wenn jemand näher gefilmt wird. Dass Sprache aus einem anderen Lautsprecher als dem Center kommt ist die Ausnahme und eher ein Effekt oder ein Stimmengemisch, das den Raum atmosphärisch charakterisiert, zum Beispiel eine Kneipe oder einen Bahnhof.

Wem die Stimmen im Film meist zu leise sind, der bekommt daher häufig den Tipp, einfach den Center etwas lauter zu drehen – was tatsächlich zielführend ist, aber natürlich anderswo zu Unausgewogenheiten führt.

Center unter Leinwand oder TV

Ein typisches System aus 5 Lautsprechern: 2 Standlautsprecher, 2 kleine Surround-Lautsprecher und ein liegender Center.
Ein typisches System aus 5 Lautsprechern. Hinzu kommt der Subwoofer.

Jeder kennt das typische 5.1-Komplettset. Zwei Standlautsprecher für die Front, zwei Kompaktlautsprecher für Surround, ein liegender Center und der Subwoofer. Der liegende Center findet im Heimkino meist unter der Leinwand oder dem TV seinen Platz. Idealerweise wird er leicht nach oben auf den Hörplatz angewinkelt (außer der Center strahlt schon von Hause aus leicht nach oben ab).

Der Center ist von allen Plätzen aus der horizontalen Mitte des Bilds zu hören. Als „Sprachlautsprecher“ entlastet er die Front und sorgt so für mehr Räumlichkeit. Der offensichtlichste Nachteil dieser Lösung ist, dass der Center unterhalb des Bildes platziert ist. Bei Klängen, die von links nach rechts wandern, schwankt die Position in der Mitte nach unten und wieder hoch. Außerdem muss das Gehirn bei Dialogen immer die abweichenden Bild- und Tonpositionen verschmelzen, was einerseits (minimalen) Stress erzeugt, andererseits aber auch einem Gewöhnungseffekt unterliegt.

Um den Klang virtuell anzuheben, bietet zum Beispiel Yamaha mit ihren AV-Receivern die Funktion “Dialog Lift”. Dialoge aus dem Center werden dabei auch auf die höheren Front-Presence-Lautsprecher bzw. auf das vordere Paar Deckenlautsprecher gegeben, um die Platzierung des Tons weiter oben erscheinen zu lassen. Das funktioniert ganz gut, bringt aber die Probleme eines Phantom-Centers mit sich (dazu gleich mehr) und verschlechtert zudem die Klarheit des Center-Kanals hörbar.

Das Kernproblem des liegenden Centers

Die meisten Center-Lautsprecher haben rechts und links einen Tiefmitteltöner und mittig dazwischen den Hochtöner. Diese Anordnung hat einen einfachen Grund: Sie sieht äußerst akzeptabel aus! Zudem muss der Center liegen, weil er anders nun mal nicht unter TV oder Leinwand passt.

Doch leider bringt diese sogenannte liegende Quasi-D’Appolito-Anordnung, die bei weit über 90% aller Center zum Einsatz kommt, gravierende Probleme mit sich: Bei seitlicher Hörposition führt das zu unterschiedlichen Laufzeiten der beiden Tiefmitteltöner und dadurch zu Auslöschungen im Mittelton. Das führt zu einem Abstrahlverhalten, bei dem der Frequenzgang in der Senkrechten vor dem Center durchgehend ausgeglichen ist, auf der horizontalen Achse zu den Seiten hin aber im für Sprache kritischen Frequenzbereich schnell abfällt. Das ist deshalb ein Problem, weil es ja gerade eine der wichtigsten Aufgaben des Centers ist, den Klang für seitliche Sitzplätze zu verbessern.

Aus diesem Grund ist diese verbreitete Center-Bauweise in Fachkreisen äußerst umstritten. Abhilfe schaffen Center-Lautsprecher mit einer asymmetrischen Anordnung der Chassis – oder die senkrechte Aufstellung, aber dazu gleich mehr.

Ein eher untypischer Center-Lautsprecher, der Aperion Audio Novus C5. Mit 2 Tieftönern, einem Mitteltöner und einem Hochtöner sorgt er für besseres seitliches Abstrahlverhalten.
Erheblich verbessertes Abstrahlverhalten zum Vorteil für seitliche Sitzplätze.

Ebenso helfen spezielle Anordnungen der Chassis im 3-Wege-Verfahren, wie der eingangs abgebildete Aperion Audio Novus C5. Hier dient der einzelne Mitteltöner dazu, den kritischen Frequenzbereich zu übernehmen, in dem sich sonst bei “normalen” Centern auf seitlichen Sitzpositionen starke Auslöschungen ergeben. Dadurch wird das Abstrahlverhalten über einen sehr breiten Bereich gleichmäßiger.

Phantom-Center

Ein Phantom ist etwas, dass nur scheinbar vorhanden und nicht physisch greifbar ist. Wenn man im Stereodreieck, also gleich weit von den beiden Front-Lautsprechern FR und FL entfernt sitzt, erhält man einen Phantom-Center in der Mitte. Geben beide Lautsprecher das gleiche Signal ab, so wird der Klang vom Zuhörer in der Mitte dazwischen geortet.

Praktischerweise entsteht der Phantom-Center nicht unter dem Bild, sondern auf gleicher Höhe wie der linke und rechte Frontlautsprecher, also näher an der vertikalen Bildmitte. Somit hat man nebenbei nicht nur einen Lautsprecher gespart, sondern auch gleich die Dialoge ins Bild gerückt.

Auch für die Raumaufteilung hat das unter Umständen Vorteile, zum Beispiel wenn eine Rolloleinwand vor einer Tür heruntergefahren wird. Ebenso spielt die Höhe der Leinwand keine Rolle mehr, die sonst schon mal den Center sehr nah an den Boden zwingen kann.

Der Hauptvorteil des Phantom-Centers ist aber das homogene Klangbild, das damit zwangsläufig entsteht. Bewegen sich Geräusche von links nach rechts, so unterliegen diese kaum einer Veränderung des Klangs mehr. Bei Verwendung eines Center-Lautsprechers kann das bedingt durch die andere Bauweise schnell mal vorkommen.

Probleme des Phantom-Centers

Problematisch wird es, wenn du nicht genau im Stereodreieck sitzt, also außerhalb der Mitte. Dann wandert der Phantom-Center sehr stark zu einer Seite, nämlich zu dem Lautsprecher, der aufgrund des geringeren Abstands lauter ist und dessen Schall als erstes eintrifft. Das kannst du zwar per Einmessung kompensieren – das kann aber immer nur für einen Sitzplatz funktionieren.

Würde das Konzept eines Phantom-Centers perfekt funktionieren, so bräuchtest du auch nur einen Surround-Lautsprecher hinten und einen Deckenlautsprecher. Fertig wäre der perfekte 3D-Sound aus nur 4 Lautsprechern und unendlich vielen “Phantomen” dazwischen. Doch leider ist das eben nur für einen einzelnen, mittigen Sitzplatz möglich. Deshalb sieht man einen gegenteiligen Trend: Immer mehr Lautsprecher und Kanäle werden genutzt, um die perfekte Einhüllung zu erzeugen.

Ein physikalischer Grund, warum ein Phantom-Center gegenüber einem echten Center im Nachteil ist, besteht darin, dass der linke Lautsprecher das linke Ohr früher erreicht als das rechte und umgekehrt. Es gibt also einen Zeitversatz in Größenordnung der Kopfbreite. Dies resultiert in einer Auslöschung von 6 dB bei 2 kHz (Quelle: Floyd E. Toole, Sound Reproduction). Da der Phantom-Center nicht eingemessen werden kann, bleibt dieser Fehler meist unentdeckt. Er ließe sich auch nicht ohne weiteres mit einer einzigen Mikrofonposition nachweisen. Eine Korrektur ohne Nebeneffekte ist nicht möglich. Dadurch wird die Homogenität, die durch einen Phantom-Center eigentlich erreicht werden soll, also doch wieder etwas eingeschränkt.

Vergleich der Richtungen aus denen der Schall kommt, bei einem realen Center sowie einem Phantom-Center.
Eintreffender Schall bei einem realen Center-Lautsprecher (links) und einem Phantom-Center (rechts). Im zweiten Fall entstehen Laufzeitunterschiede zwischen dem linken und rechten Ohr, die sich auf den Klang auswirken.
Quelle: Floyd E. Toole – Sound Reproduction

Bessere Aufgabenverteilung

Außerdem haben Lautsprecher Probleme damit, viele Klangereignisse gleichzeitig sauber abzubilden. Aus diesem Grund haben die typischen Audio-Vorführstücke nur ganz wenige Instrumente und Stimmen, die idealerweise noch nacheinander ertönen. Auf diese Weise lassen Stücke wie „Keith Don‘t Go“ von Nils Lofgren jede noch so lausige Anlage toll klingen. Ich erinnere mich an eine HiFi-Vorführung, wo ein älterer Herr vom Typ „audiophiler HiFi-Freak“ die Vorführung der Lautsprecher mittels eines solchen spärlich instrumentierten “Ohrenschmeichlers” bemängelte. Das könne jeder Lautsprecher, bemängelte er zu Recht und bat um Vorführung eines Symphonieorchesters. Dort scheitern die meisten Audio-Systeme bei dem Versuch, einzelne Instrumente im Orchester ortbar zu machen.

Du siehst, worauf ich hinaus will: Gerade den wichtigsten Lautsprecher, den Center, als Phantom auf die Frontlautsprecher aufzuteilen, erhöht die Anforderungen an letztere enorm.

Der umgekehrte Weg ist auch nicht unbedingt sinnvoll: Musik, die in Stereo vorliegt und auch so konzipiert wurde, auch über den Center auszugeben. Damit klingt sie weniger räumlich und sehr mittig. Genau das vermeiden Surround-Decoder mit dem Namen „Music“, in dem sie den Center ganz oder weitgehend stumm lassen. Mehr dazu in diesem Video.

Center hinter der Leinwand

Es bleibt das Nonplusultra: Testweise stellte ich einmal meinen Center-Lautsprecher auf Getränkekisten mittig vor die Leinwand. Würde ich den Unterschied wahrnehmen? Gespannt legte ich eine dialoglastige Szene ein, die für mich für ultimatives Kinoerlebnis steht:

»Mein Name ist Bond, James Bond,«

tönte es direkt aus der Bildmitte. Alle meine Zweifel waren verflogen. Für mich war auf einmal klar, welches i-Tüpfelchen mir zum Kinosound noch gefehlt hatte. Ein echtes Schlüsselerlebnis!

Vor der Leinwand konnte der Center natürlich nicht bleiben, also musste eine akustisch transparente Leinwand (AT) her. Diese dämpft wiederum die Höhen um ca. 4 dB, was sich durch Equalizer bzw. Einmessung aber nahezu perfekt ausgleichen lässt. Nahezu, weil der Ton zwischen Leinwand und Lautsprecher reflektiert wird und dort für Auslöschungen sorgt.

Eine Erklärung, warum der Center in der Bildmitte so angenehm klingt ist, dass das Bild spricht. Das Gehirn muss nicht Bild und Ton aus unterschiedlichen Richtungen fusionieren, wodurch das Filmschauen entspannter wird. Damit wird einer der wenigen Vorteile eines Phantom-Centers abgehakt und zwar auf allen Sitzplätzen.

Nicht von der Hand zu weisen ist eine Verschlechterung der Bildqualität durch eine AT-Leinwand. Zum einen ist ein durchlässiges Leinwandtuch immer gröber als eine glatte Leinwand und kann sogar ein Überlagerungsmuster (Moiré) erzeugen. Zum anderen ist die Leinwand durch die Löcher weniger hell. Hier musst du also nach deinen eigenen Prioritäten entscheiden. Einen Tod muss man bekanntlich immer sterben.

In den meisten Highend-Heimkinos ist eine AT-Leinwand anzutreffen, in echten Kinos sowieso. Und wer hätte es gedacht: Solche Leinwände gibt es in unterschiedlicher Qualität, will heißen, die Nachteile einer solchen Leinwand lassen sich mit Geld ein Stück weit ausgleichen.

Die optimale Center-Höhe

Bleibt noch die Frage, wo genau der Center positioniert sein sollte. Seitlich in der Bildmitte, das ist klar, aber auf welcher Höhe? Je nach Bildinhalt befinden sich bei einer Nahaufnahme der Mund unterhalb der Mitte. Bei ganz abgebildetem Darsteller in der Totalen ist der Kopf oberhalb der Mitte.

Meiner Recherche nach gibt es zwei gängige Möglichkeiten:

  • Entweder genau mittig oder
  • leicht oberhalb, auf drei Fünftel der Bildhöhe.

Bei einer 16:9-Leinwand ist zu beachten, dass die ⅗ je nach Format woanders liegen. Daher würde ich dort zur Bildmitte raten. Ausschlaggebend ist die Position des Hochtöners bzw. die Mitte zwischen Hochtöner und Mitteltöner.

Bei einem Center hinter der Leinwand kann auch der gleiche Lautsprecher wie für die Front verwendet werden, was für die Homogenität natürlich von Vorteil ist. Die Frontlautsprecher sollten auf gleicher Höhe positioniert sein.

Position der Frontlautsprecher in “SAAL 3” eingeblendet

Tipp: Für Filmbetrieb klingen fünf gleiche Kompaktlautsprecher oft besser als die übliche Mischung aus Standlautsprecher, Center und Kompakten.

Und hier nochmal der ultimative Tipp für den Center hinter der Leinwand: Wenn du einen typischen Center-Lautsprecher verwendest, stelle ihn vertikal auf, nicht wie vorgesehen horizontal. Das Abstrahlverhalten ist dann in der Breite erheblich besser. Beachte aber eine eventuell vom Hersteller vorgesehene Abstrahlrichtung nach oben (in liegender Position), was stehend dann zu einem Abstrahlverhalten nach links oder rechts führen würde. Den restlichen Leerraum hinter der Leinwand kannst du mit Absorbern auffüllen, was den Klang nochmals stark verbessert.

Jetzt weißt du, warum der Center der wichtigste Lautsprecher im Heimkino ist. Jede Art, den Center zu nutzen, hat seine Vor- und Nachteile:

  • Unter Leinwand oder TV ist der Klassiker, der nahezu überall funktioniert und leicht umzusetzen ist. Aber der Ton kommt in der Höhe nicht mittig aus dem Bild und das Abstrahlverhalten ist bei vielen Center-Lautsprechern zweifelhaft.
  • Kein Center, also ein Phantom-Center, bietet gute Homogenität und gleichbleibende Höhenposition des Tons. Wenn seitliche Sitzplätze oft genutzt werden, ist diese Lösung nicht zu empfehlen.
  • Der Center hinter der Leinwand ist so ziemlich das beste, was du machen kannst. Aber es ist aufwändig umzusetzen und daher hauptsächlich bei fest installierten Rahmenleinwänden zu empfehlen.

Probier doch einfach mal den Center mittig vor der Leinwand aus. Aber Vorsicht: Es könnte sein, dass du danach den Drang verspürst, dein Heimkino ein wenig umzubauen.

Über Florian Schäfer

Seit seiner Kindheit film- und technikbegeistert, später Fotograf, Kameramann, Musiker, Cineast und Audio-Video-Universaltechniker. Beruflicher Weg vom Mediengestalter Bild- und Ton über Medientechnik-Ingenieursstudium zu 3D-Filmkamera-Technik und medizinischen Kameras. Baut als DIY-Heimwerker u. A. Lautsprecher, Instrumente, Kamera-Spezialkonstruktionen, und natürlich ein eigenes Heimkino namens „Saal 3“.

8 Gedanken zu „Der Center: wichtigster Lautsprecher im Heimkino-System

  1. Klassiker unterm Bild sei neben fehlender Ton-Mitte und Abstrahlverhalten die starken Reflexionen vom Boden und Sitz noch zu erwähnen, welche für Überhöhungen und Auslöschungen unter 1kHz sorgen und sich stark auf die Sprachwiedergabe auswirken. Dialoge werden so stark verfälscht plus Verlust von Präzision.

    Bei der LS-Höhe fehlt mir die gängigste Möglichkeit: Auf Sitz-Ohrhöhe die Hochtöner.

    Sonst eine vollständige Zusammenfassung der Thematik.

    Cineastische Grüsse

    1. Hallo Skynet,
      Zustimmung was die Reflektionen betrifft.

      Das mit der Ohrhöhe sehe ich anders. Mag zwar gängig und bei Standlautsprechern auch naheliegend sein ist aber für Heimkino im Sinne der Bild-Ton-Verschmelzung falsch. Das kommt aus dem Hifi-Bereich.

      1. Hi Florian,

        Ohrhöhe betrifft nicht nur Standlautsprecher, sondern unabhängig der Bauform.

        Falsch oder Richtig hängt in diesem Zusammenhang von den Anforderungen ans System ab, soll dieses auch für Stereo verwendet werden, ist die Ohrhöhe die bessere Wahl.

        Aber selbst nur für Kino kann der Lautsprecher anders klingen, wenn er deutlich über Ohrhöhe platziert wird, da der Hersteller ihn anders abgestimmt hat. Für mich persönlich wäre das nichts.

        Die “Bild-Ton-Verschmelzung” überzeugt auch bereits auf Ohrhöhe.

        Hier sind wir im Bereich der Geschmäcker und persönlichen Vorlieben.

        Cheers!
        PS: Gibt es eine Abhandlung zu der 3/5-Regel? Höre zum ersten Mal davon.

          1. Auch Floyd empfiehlt die Ohrhöhe bei mehrkanaliger Film- und Musikwiedergabe in seinem Buch Sound Reproduction im Kapitel 22.2: “Laying out the Room, Floyd recommends front channels as close as possible to seated ear height. The center speaker should be at the same height as left and right.”

          2. Alles gut und schön, aber in der Praxis fragwürdig. Ein TV müsste dann viel zu hoch hängen (sieht schäbig aus und ist schlecht für’s Genick), von einer Leinwand ganz zu schweigen. Hinter der Leinwand wäre er hingegen immer noch zu tief, was den Vorteil dieser Lösung etwas mindert.

  2. Hi Bert,

    kann deiner Antwort grad nicht folgen. Von einem TV war nicht die Rede, bzw. sollte die richtige TV-Höhe die Höhe des Centers bestimmen, was dann halt kompromissbehaftet unterm TV ist (Klassiker).

    Warum soll der Center auf Ohrhöhe hinter der LW zu tief sein?

    1. Weil er sich hinter der Leinwand auf Ohrhöhe immer noch in der unteren Hälfte der Leinwand befinden dürfte. Nur bei sehr tief hängenden 16:9-Leinwänden schafft er es so vielleicht, wenigstens in der Mitte zu hängen.

      Ich sehe keinen Grund, den Center unbedingt auf Ohrhöhe aufstellen zu müssen. Eine Verschlechterung der Ortbarkeit beginnt erst ab einem Elevationswinkel von mehr als 30°, wenn man z.B. Auro-3D Glauben schenkt. So hoch hängt kein ernstzunehmender Center. Innerhalb normaler Höhenverhältnisse (also “irgendwo” hinter der Leinwand) überwiegt der Vorteil, dass die Stimmen einfach korrekt in der Bildmitte lokalisiert werden.

      Bleibt also nur das Argument, dass von einer Seite zur anderen wandernde Geräusche zwischendurch die Höhe wechseln. Aber das ist so extrem selten im Vergleich zu Dialogen, dass ich das nicht so richtig stichhaltig finde. Außerdem darf man ja durchaus L+R auch etwas höher hängen, wenn Heimkino der Hauptanwendungsfall ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hinweise zur Verarbeitung Deiner Angaben und Widerspruchsrechte: Datenschutzerklärung