DLP-Beamer demystifiziert

Wie schlimm ist der Regenbogeneffekt wirklich?

Im Zusammenhang mit DLP-Beamern wird immer wieder der sogenannte Regenbogeneffekt erwähnt. Doch hat ihn längst nicht jeder gesehen oder kann sich etwas darunter vorstellen. Oft wird von einer Anfälligkeit für den Effekt gesprochen. Ob du anfällig für den Effekt bist und ob du deshalb in Panik verfallen musst, soll dieser Beitrag klären.

Ein Bild meines Deckensegels, überwiegend dunkler Raum mit eingeschalteten Deckenspots. Der Regenbogeneffekt wird an den hellen Spots deutlich sichtbar, die normalerweise weiß sind.
Eine grobe Simulation dessen, was man für den Bruchteil einer Sekunde wahrnimmt, wenn der Regenbogeneffekt zuschlägt. (Das Bild zeigt eines meiner Deckensegel.)

Die bloße Erwähnung des Regenbogeneffekts (auch engl. als Rainbow Effect oder kurz RBE bezeichnet) hat schon so manchen vom Kauf eines DLP-Beamers abgehalten. Das ist schade, da viele dieser Geräte in ihrer jeweiligen Preisklasse eigentlich in Sachen Bildqualität, Lichtausbeute und Schwarzwert die Nase vorn haben. Damit du DLP-Beamer nicht voreilig ausschließt, soll dir dieser Artikel etwas mehr Hintergrundwissen vermitteln.

Wie funktioniert ein DLP-Beamer?

Bei einem klassischen Ein-Chip-DLP-Beamer besteht das Panel aus kleinen Spiegeln, die für jedes Pixel mehr oder weniger Licht zur Leinwand schicken. Das geschieht für jedes Einzelbild dreimal: jeweils für jede Grundfarbe Rot, Grün und Blau (RGB). Damit jeweils die richtige Farbe zur Leinwand geschickt wird, muss das Licht erst noch durch das Farbrad, das – Wer hätte es gedacht? – in eben diese drei Farben aufgeteilt ist.

Die drei Grundfarben werden also nacheinander auf die Leinwand geworfen, statt alle gleichzeitig, wie bei anderen Technologien üblich. Das passiert allerdings mit einer so hohen Geschwindigkeit, dass unser Gehirn die Farben nicht mehr auseinander halten kann und sie einfach zur eigentlich bezweckten Farbe vermischt.

Wie entsteht der Regenbogeneffekt?

Bei gewissen ungünstigen Konstellationen kann es nun vorkommen, dass der Regenbogeneffekt eintritt.

  • bei älteren DLP-Beamern, die noch nicht über wirksame Vorkehrungen dagegen verfügen
  • bei bestimmten Bildinhalten, die den Effekt begünstigen, insbesondere helle Spots auf dunklem Hintergrund

Der Effekt entsteht durch die Verschiebung der drei Grundfarben auf der Netzhaut unserer Augen. Das kann deshalb passieren, weil die Farben einzeln und nacheinander dort eintreffen, anstatt alle gleichzeitig.

Gehen wir von der üblichen Frequenz von 24 Einzelbildern pro Sekunde aus, so ist jedes Bild des Films für 0,0416 Sekunden sichtbar. Weil jede der 3 Grundfarben nacheinander auf die Leinwand geworfen wird, verbleiben so 0,0138 Sekunden pro Farbe.

Diese 0,0138 Sekunden reichen aus, damit unser Gehirn diese „Drittel-Frames“ voneinander unterscheiden kann und so ein „Farbflackern“ wahrnimmt. Richtig sichtbar wird das aber erst, wenn wir unsere Augen bewegen und die einzelnen Grundfarben dadurch auf verschiedene Punkte unserer Netzhaut fallen.

Das trifft zumindest auf sehr alte DLP-Beamer zu. Inzwischen sind die Hersteller aber dazu übergegangen, die Bildfrequenz zu erhöhen und damit auch die Dauer der einzelnen Grundfarben zu reduzieren.

Um ein einzelnes Bild des Films darzustellen wird also beispielsweise nicht mehr die Abfolge

rotgrünblau

auf die Leinwand geworfen, sondern das ganze verdoppelt:

rotgrünblaurotgrünblau

Somit reduziert sich die Dauer, für die eine Einzelfarbe sichtbar ist, auf 0,00694 Sekunden – also noch kürzer. Das Prinzip ließe sich beliebig fortführen (ob das aber in der Praxis gemacht wird, ist nochmal eine andere Frage).

Dadurch wird letztendlich der Regenbogeneffekt deutlich reduziert oder sogar ganz beseitigt.

Übrigens: Gängige Praxis ist auch, dass das Farbrad nicht nur in R/G/B gedrittelt ist, sondern auch hier eine Doppelung in R/G/B/R/G/B stattfindet (also ein „gesechsteltes“ Farbrad. Das hat aber zunächst mal nichts mit der Vermeidung des Regenbogeneffekts zu tun, sondern vielmehr damit, dass sich das Farbrad dann langsamer drehen kann und es somit kein hochfrequentes Pfeifen erzeugt. (Mal ganz abgesehen davon, dass das Farbrad eines modernen DLP-Beamers oft noch andere „Sonderfarben“ enthält, um gewisse Farbtöne noch besser darstellen zu können.)

Wie sieht der Regenbogeneffekt aus?

Wenn du nach Bildern vom Regenbogeneffekt suchst, findest du viele vollkommen falsche Darstellungen, die nur als Aufmacher-Fotos dienen sollen. Was der Regenbogeneffekt ganz sicher nicht ist: ein Ölfilm, der über das gesamte Bild hinweg seine Schlieren zieht.

Auch Videos davon sind aus Prinzip zum Scheitern verurteilt. Ein Video müsste mit exakt 72 fps (24 fps * 3 Farben) aufgenommen und wiedergegeben werden, um den Effekt realitätsnah nachbilden zu können – das wird im Internet meist schon durch die Optimierung bzw. Kompression der Videos ausgeschlossen. Dabei sind höhere Bildwiederholraten des Videomaterials, wie zum Beispiel 48 fps, noch nicht mal in Betracht gezogen.

Auch die Bezeichnung „Regenbogen“ ist völlig irreführend. Es handelt sich lediglich um die Separation (Trennung, Zerlegung) der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau in ihre Einzelteile. Statt einen vollen Regenbogen siehst du also nur Konturen in diesen drei Farben. Durch Überlagerungen kann es ggf. noch vorkommen, dass Gelb- und Cyan-Anteile dazwischen entstehen.

Ich habe hier nochmal versucht, den tatsächlich sichtbaren Effekt zu simulieren.

Ein Bild meiner Türklinke, Edelstahl auf dunklem Holz. Der Regenbogeneffekt wird an hellen Lichtreflexionen sichtbar, die normalerweise weiße Spots im Bild sind.
Weiße Spots auf überwiegend dunklen Bildern machen den Regenbogeneffekt am besten sichtbar. (Hier im Bild: meine Tür mit Absorbern.)

Wichtig dabei ist: Dieses Bild siehst du im Normalfall – wenn überhaupt – nur für den Bruchteil einer Sekunde (41,6 ms um genau zu sein). Es ist also nicht so, dass permanent der gesamte Film so aussieht.

Wie kannst du den Regenbogeneffekt sichtbar machen?

Es gibt einen relativ einfachen Weg, den Regenbogeneffekten zu provozieren. Das ist gut zu wissen, wenn du zu einem Händler gehst um dir verschiedene Modelle anzusehen. So kannst du besser darauf achten, ob der Beamer den Regenbogeneffekten gut vorbeugt.

Achtung, unbedingt lesen! An dieser Stelle eine dringende Warnung! Wenn du weißt, wie du den Regenbogeneffekt für dich sichtbar machst, wirst du immer wieder darauf achten und das bewusst so machen! Deshalb überspringe bitte ggf. diesen Abschnitt und lies bei der nächsten Überschrift weiter, wenn du dir nicht sicher bist.

Wie oben beschrieben wird der Regenbogeneffekt sichtbar, wenn die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau an verschiedenen Stellen auf unserer Netzhaut auftreffen.

Dazu ist es erforderlich, dass dein Auge auf einen anderen Punkt sieht – und zwar innerhalb einer Drehung des Farbrads bzw. eines einzelnen Frames des Films. Das kannst du nicht bewusst steuern. Es passiert aber von selbst, wenn deine Augen sich schnell von einer Bildstelle zu einer anderen bewegen.

Am einfachsten lässt sich das provozieren, wenn du deine Augen ganz schnell hin und her bewegst: also indem du sie ständig zwischen dem linken und rechten Bildrand springen lässt.

Damit das überhaupt etwas bringt, brauchst du das richtige Bildmaterial:

  • Überwiegend dunkle Bilder funktionieren nicht, weil hier in allen 3 Grundfarben so gut wie kein Licht auf die Leinwand geworfen wird.
  • Überwiegend helle Bilder zeigen den Effekt ebenfalls nicht, weil alle 3 Grundfarben fast mit voller Helligkeit projiziert werden und eine Verschiebung der Farben untereinander nicht auffällt.
  • Ebenso sind großflächig stark zu einer Farbe neigende Bilder ungeeignet (etwa eine rote Marslandschaft, ein grüner Dschungel oder blaue Unterwasseraufnahmen).

Du brauchst Bildmaterial, das überwiegend dunkel ist, dabei aber einige helle, möglichst weiße Spots beinhaltet: beispielsweise hell beleuchtete Konturen oder Laternen an einer dunklen Straße. Der sogenannte Regenbogen wird sich dann in rot, grün und blau neben diesen Spots abzeichnen.

Die Anfälligkeit: Psychologie oder Biologie?

Häufig wird gesagt, das Personen mehr oder weniger „anfällig“ für den Regenbogeneffekt sein können. Zunächst sollte man meinen, dass unsere Augen und Gehirne im Prinzip alle gleich funktionieren. Physikalisch bzw. biologisch gesehen ergibt es also keinen Sinn, dass jemand den Effekt stärker wahrnehmen sollte als andere. Trotzdem reichen die Erfahrungsberichte von nicht wahrnehmbar bis unerträglich. Was steckt also hinter der Anfälligkeit?

Psychologische Gründe

Die zuvor ausgesprochene Warnung hat ihren Grund. Als ich mir einen DLP-Beamer anschaffte, habe auch ich mich bewusst auf die Suche nach dem Ende des Regenbogens gemacht. Es hat auch nicht allzu lange gedauert, bis ich den oben beschriebenen Weg herausgefunden hatte.

  • Hätte ich meine „individuelle Anfälligkeit“ vor dieser Entdeckung in Worte fassen müssen, wäre das Urteil „nicht anfällig“ gewesen.
  • Einige Zeit nach der Entdeckung des Regenbogeneffekts hätte ich mich hingegen als „sehr anfällig“ bezeichnet.

Und das lag sicher nicht daran, dass meine Augen sich verändert hätten oder mein Gehirn neu konditioniert worden wäre. Der einzige Unterschied war, dass ich ständig darauf geachtet und mich ein kleines bisschen darüber geärgert habe.

Daran zeigt sich, das der Regenbogeneffekt eine psychologische Komponente hat. Er hat viel mit einem leichten Tinnitus gemeinsam. Wenn du weißt, dass etwas vorhanden ist und du dich darauf konzentrierst, dann nimmst du es auch verstärkt wahr. Sobald du dich aber davon locker machst, nicht mehr darauf achtest und einfach den Film genießt, wirst du keinen Regenbogeneffekt mehr wahrnehmen.

Diesen ursprünglichen Zustand wieder zu erlangen – sozusagen den „Regenbogen-Tinnitus“ zu ignorieren, nicht mehr darauf zu achten – kann einige Wochen oder Monate dauern.

Biologische Gründe

Im Normalfall sollte der Regenbogeneffekt also nicht auffallen, wenn du einfach ganz normal auf die Leinwand schaust.

Wenn du dennoch starkes Farbflimmern wahrnimmst, kann man wohl von einer Art „Anfälligkeit“ bei dir sprechen. Das ist aber kein Grund, deshalb zum Augenarzt zu gehen. Wahrscheinlich wird das nur von den natürlichen Augenbewegungen verursacht, den sogenannten Mikrosakkaden, die bei jeder Person anders ausgeprägt sind.

Wie weiter oben beschrieben wird der Regenbogeneffekt bei schnellen Augenbewegungen sichtbar. Das kann bei der Neufokussierung kurz vorkommen, etwa bei einem Schnitt im Film.

Ein dauerhaft sichtbarer Regenbogeneffekt kann aber auch durch eine Art Augenzittern bzw. „mikroskopisches Ruckeln“ der Augen verursacht werden, eben die zuvor genannten Mikrosakkaden.

Augen auf beim Beamerkauf

Mit einem DLP-Beamer kannst du ein echtes Bildqualität-Schnäppchen machen. Ein-Chip-DLP-Beamer mit Farbrad (die einzigen, bei denen der Regenbogeneffekt auftreten kann) liegen meistens in einem sehr angenehmen Preisrahmen, bieten dafür aber schon hervorragende Bildqualität. Insbesondere der Schwarzwert ist durch die DLP-Technik ausgezeichnet und sucht in der jeweiligen Preisklasse seinesgleichen (siehe dazu Anforderungen an einen Beamer).

Wäre da nicht der Regenbogeneffekt und deine mögliche Anfälligkeit dafür, so könnte ich eine generelle Empfehlung für DLP-Beamer aussprechen. Geht aber nun mal nicht.

Deshalb solltest du dir in jedem Fall verschiedene Beamer ansehen und miteinander vergleichen. Und das betrifft eben insbesondere DLP-Beamer.

Bevor du dich für einen DLP-Beamer entscheidest, solltest du sowie jede weitere Person, die regelmäßig Filme in deinem Heimkino sieht, einmal einen solchen Beamer in Aktion gesehen haben (im Idealfall sogar genau das Modell, das du kaufen willst). Nur so kannst du ausschließen, dass am Ende jemand keinen Spaß im Heimkino hat.


Damit solltest du jetzt einen besseren Eindruck davon haben, was der Regenbogeneffekt ist. Im besten Fall konnte ich dir damit ein wenig die Unsicherheit nehmen, ob ein DLP-Beamer die richtige Wahl für dich ist. Zusammenfassend empfehle ich unbedingt, nicht voreilig zu urteilen oder dich einzig auf die Aussagen von anderen zu verlassen.

Da du einen Beamer ohnehin im Fachhandel mit Vorführraum kaufen solltest, um dich von der Bildqualität zu überzeugen, kannst du auch gleich selbst testen, ob du den Regenbogeneffekt überhaupt bemerkst. Bonus-Tipp: Bitte den Berater vorab, dir nicht zu sagen, welches Beamer-Modell die DLP-Technik nutzt, oder welcher stattdessen herkömmlich mit LCD arbeitet. So gehst du frei von Vorurteilen an die Beurteilung heran.

10 Gedanken zu „Wie schlimm ist der Regenbogeneffekt wirklich?

  1. Sehr interessanter Artikel. Ich war mal bei einem Freund (bevor ich überhaupt jemals von diesem Effekt gelesen habe) und da ist mir sofort aufgefallen, dass bei schnellen Augenbewegungen das Bild plötzlich quasi bunt wird an manchen Stellen.

    Was mich überaus interessieren würde: Wir haben uns vor kurzem einen neuen LCD-Fernseher gekauft (Sony 65XG9505) und da ist mir einmal bei einem Film beim Abspann aufgefallen (und das hab ich mir nicht eingebildet xD), dass bei schnellen Augenbewegungen (ich glaube es waren rote) Farbsäume entlang der weißen Kanten auf dem schwarzen Untergrund zu sehen waren. Weißt du, an was das liegt?

    1. Das kann viele Ursachen haben. Grundsätzlich ist mal die Farbe Rot verschoben. Wenn das immer ist, liegt’s am TV, wenn es nur bei diesem Film war, liegt’s am Film. Das müsste man näher eingrenzen.

  2. Sorry, wenn ich hier widersprechen muss, aber ich wusste nicht mal von der Existenz des Regenbogeneffekts, als ich mich bei der s/w-Filmvorführung eines Freundes fast übergeben musste. Habe nach 3 Minuten nicht mehr hinschauen können, da mir extrem übel wurde. Ich habe auch weniger Blitze in Erinnerung, als dass jede Bewegung auf der Leinwand einen gewaltigen RGB-Schatten nach sich zog.
    Erst viel später ist mir der Begriff Regenbogeneffekt untergekommen. Besagter Freund hatte ihn gefunden, weil er den überhaupt nicht hatte und den Film problemlos gucken konnte.
    Es ist also definitiv kein Placeboeefekt und schon gar nicht bewusst herbeigeführt, da ich ja nichts davon wusste.

    Ich weiß übrigens nicht, was das für ein Projektor war, es ist aber schon gut 10 Jahre her.

    Plus, mir wird auch spontan übel, wenn ein Radfahrer eins von diesen blinkenden Scheinwerferlichtern drauf hat. Und von Leuchtstoffröhren, die flackern auch unangenehm, was ebenfalls nicht jeder sieht.
    Es scheint also einfach so zu sein, dass es tatsächlich Anfälligkeiten gibt, auch wenn das manchem nicht ins Weltbild passt. Mir gefällt es auch nicht, ich könnte gut drauf verzichten.

    1. Bei S/W-Material sticht der Effekt natürlich verstärkt raus, weil Weiß zu gleichen Teilen aus allen 3 Grundfarben besteht. Zudem fällt es hier sofort auf, wenn etwas farbiges aufblitzt. Wenn dann noch dazu der Beamer kein besonders ausgereiftes Modell ist, was bei über 10 Jahre alten DLPs schon mal vorkommen kann, wundert es mich nicht, wenn das deutlich sichtbar ist.

      Dennoch beweist das nicht, dass es eine Anfälligkeit gibt. Von einem Placeboeffekt habe ich hingegen nicht gesprochen, das hat damit rein gar nichts zu tun.

      Übelkeit ist wiederum was ganz anderes. Ob man da von einer Anfälligkeit reden kann, weiß ich nicht – aber es hat wohl jeder schon an sich selbst und anderen festgestellt, dass die Grenzen hier unterschiedlich gesteckt sind. Du schreibst ja aber selbst, dass flackerndes Licht sowas bei dir auslöst. Da würde es mich nicht wundern, wenn auch ein mit 24 Hz flackerndes Display oder ein mit 72 Hz wechselndes RGB-Farbrad das gleiche bewirkt. Andere reagieren schon alleine auf das große Bild und müssen sich weiter nach hinten setzen.

      1. Auch ich weiß nicht, ob man das so einfach runterspielen kann. Sicherlich ist dein Tipp richtig, sich einen Beamer primär über einen Fachhändler kaufen sollte und ihn sich natürlich auch vorführen lassen sollte. Manche empfinden auch die Schwarzwerte bei LCD-Beamern als unangenehm.

        Ich hatte mich aufgrund des attraktiven Preises 2013 ebenfalls zunächst für ein DLP-Modell entschieden. Die Schwarzwerte waren toll, 120hz, PC-Spiele in 3D spielen, usw. Ich war auch grundsätzlich zufrieden mit dem Gerät, allerdings musste der Beamer natürlich auch einen Test der Chefin standhalten um Einzug ins Wohnzimmer zu erhalten. Das Fazit viel schlecht aus. Ihr war bereits nach 10 Minuten dermaßen übel, dass wir den Filmabend abbrechen mussten.
        Nach etwas Recherche war klar, dass es irgendwie mit dem RBE zusammenhängt, denn sie beschrieb es mit einem bunten und wackelnden Bild. Irgendwann kam heraus, dass sie unter chronischen Augenzittern „leidet“, das aufgrund der sehr geringen Bewegungen bisher nicht sonderlich aufgefallen ist.
        Anschließend habe ich den DLP gegeneinen Epson mit 3-LCD-Technik ausgetauscht, und zwischenzeitlich konnte dieser sogar den TV komplett ersetzen.

        Dennoch danke für deinen Bericht.

        1. Naja, wenn „chronisches Augenzittern“ genau das ist, wonach es klingt, ist das ja eine logische Erklärung dafür. Im Grunde passiert dann auch genau das, was ich oben beschrieben habe, um den Effekt bewusst sichtbar zu machen. Nur eben ohne es selbst steuern zu können. In so einem Fall ist ein DLP natürlich mehr als ungeeignet.

          Dennoch würde ich nicht von einer „Anfälligkeit für den Regenbogeneffekt“ sprechen, da die Ursache ja klar bestimmt werden kann und der Regenbogeneffekt nur eine von vielen möglichen spürbaren Auswirkungen ist.

          Deshalb danke an dieser Stelle für den Hinweis, dass es diese Augenkrankheit gibt. Das könnte vielen helfen, die nicht wissen was los ist. Eventuell ein guter Tipp für jeden, der sich für RBE-anfällig hält, mal beim Augenarzt vorbei zu schauen und sich darauf testen zu lassen.

  3. Hallo , ich besitze den Vivitek H1188 und habe diesen mal grob getestet , ich konnte keinen Regenbogen Effekt feststellen ! Bin sehr zufrieden mit diesem DLP Projektor hoffe das bleibt so !

  4. Ich verstehe nicht, warum der Autor den Regenbogen-Effekt wegdiskutieren will. Ich habe doch keine Lust, den Kopf zwanghaft starr zu halten, oder die Augen nur auf einen Punkt zu fixieren – das ist doch gerade der Sinn von Heimkino, ein großes Bild zu haben, und da kann man es gar nicht verhindern, dass man auf verschiedene Stellen der Leinwand schaut. Wenn man den Effekt bemerkt, ist der Kino Genuss kaputt und dann muss der Beamer weg. Punkt.

  5. Also wir haben einen DLP-Projektor (Epson vom ALDI 😉 und ich merke den RBE… meine restliche Familie nicht.

    Mir wird (bisher) nicht übel davon und wenn ich mich nicht darauf konzentriere, merke ich den Effekt weitestgehend nicht. Immer mal zwischendurch aber dann eben schon, wenn ich meinen Kopf bewege oder meine Augen über die Leinwand huschen um neue Bildinhalte zu erfassen.

    Für mich ist der DLP einfach ein Kompromiss… war günstig, tut seinen Job und wir können auf dem Sofa zusammen in groß Filme gucken.

    Wenn ich das mit den Familien-Filmabenden früher (späte 70er Jahre / frühe 80er Jahre) oder den Videoabenden in meinen 20ern vergleiche… ist es jetzt um Welten besser als „damals“ 😉

    Großes Bild in HD, sehr gute Helligkeit, sehr gute Schwarzwerte, cooler Sound, Kinofeeling… klar, bei mir mit RBE, beim Rest der Familie nicht.

    Vielleicht schaffe ich es dann irgendwann, den RBE zu ignorieren, das wird sich herausstellen.

    Und wenn wir mal richtig Geld übrig haben, dann kaufen wir uns eben einen fetten Epson LCD-Projektor… oder eben auch nicht.

    Preis-Leistung passt auf jeden Fall für uns so, wie es ist…

    Ich denke aber, dass der RBE nicht Psychologie ist sondern etwas mit Anfälligkeit bzw. Wahrnehmung zu tun hat.

    Ich wusste nichts von diesem Effekt und habe ihn sofort beim ersten Gucken bemerkt. Der Rest meiner Familie nicht ==> Keine Psychologie sondern Anfälligkeit (warum auch immer, Augenbewegungen etc.)…

    Ich bin ein sehr wahrnehmungsintensiver Mensch, vor allem über die Augen (Künstler, Fotograf). Ich erfasse auch schnell Bilder und Räume, dazu müssen meine Augen schnell hin- und herhuschen (tun sie ja biologisch sowieso ;-), aber vielleicht eben bei mir noch schneller, damit ich alles erfassen kann.

    Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, bei denen diese Bewegungen der Augen langsamer erfolgen… und sie dann eben den RBE NICHT wahrnehmen…

    Je nach Wahrnehmungs-Typ oder Wahrnehmungs-Verhalten kann man dann eben schon von einer Anfälligkeit für den RBE sprechen.

Stelle eine Frage

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweise zur Verarbeitung Deiner Angaben und Widerspruchsrechte: Datenschutzerklärung