Emma – Traumkino im Süden Frankreichs

Inmitten einer wunderschönen Landschaft im Süden Frankreichs steht ein rund 250 Jahre altes Anwesen, das viele Jahre lang als Bed-and-Breakfast gedient hat. Hier hat sich unser Kunde Mick in den verdienten Ruhestand niedergelassen, wo er viel Platz für seine Pferde und Hunde hat. Eine weitere Leidenschaft gilt aber auch Filmen und Musik. Da es in dem riesigen Haus an Platz nicht mangelte, sollte also auch wieder ein Heimkino her.

Panaroma des Heimkinos
Fotos: Mick M.

Schon sein vorheriger Wohnsitz in Deutschland war voll und ganz auf den Musikgenuss ausgerichtet. Zusätzlich zum Wohnzimmer gab es einen extra Anbau für ein Heimkino, das schon damals mit viel Aufwand akustisch optimiert wurde. Es war also höchste Zeit, diese Status Quo am neuen Wohnort wiederherzustellen.

Für das neue Heimkino stand eines der ehemaligen Hotelzimmer zur Verfügung. Neben der Eingangstür und einem großzügigen Zugang zum Innenhof waren hier also auch noch Bad und WC als abgetrennte Räume vorhanden.

Komplettsanierung: aus ursprünglich 3 Räumen wird einer
Der Raum im entkernten Rohzustand

Der erste Schritt, der parallel zur Planung erfolgte, war daher die Entkernung des Raums. Die Trennwände wurden herausgerissen und sämtliche sanitären Anlagen entfernt. Übrig blieb ein kleines Toilettenfenster, das noch an den ursprünglichen Zweck des Raums erinnert.

Planung

Die Planung gestaltete sich aufgrund der Raumgegebenheiten als sehr vielschichtig. Wir experimentierten lange mit diversen Möglichkeiten, einen Technikraum abzutrennen und damit die großen Fenster und zugleich Zugänge zum Innenhof einerseits abzuschotten, aber gleichzeitig weiterhin nutzbar zu halten. Die schräge Außenwand erleichterte die Sache nicht unbedingt.

Grobe Zeichnung der Raumaufteilung

Schließlich fanden wir die beste Lösung darin, entlang des Eingangsbereich einen Gang abzutrennen, an dessen Ende die Technik problemlos unterkommen konnte und so außer Sicht war.

Leinwand von links gesehen
Blick nach hinten rechts

Der verbleibende Raum war groß genug, um zwei Sitzreihen sehr bequem unterzubringen. Das dafür nötige Podest sollte in seiner Position flexibel bleiben, um bei Bedarf besser auf unterschiedliche Präferenzen beim Abstand zur Leinwand reagieren zu können. Denn die Leinwand sollte wirklich riesig werden…

Akustikkonzept

Für die Akustik drängte sich der Raum förmlich auf, das LEDE-Konzept umzusetzen (Life End, Dead End), um insbesondere optimalen Musikgenuss zu ermöglichen.

Test der Leinwandgröße im leeren Raum

Die Frontwand und die anschließenden, langen Seitenwände ließen maximale breitbandige Absorption zu. Ein Deckensegel verhindert unerwünschte Reflexionen von oben und der ohnehin gewünschte flauschige Teppich behandelt den Boden mehr als ausreichend.

Farbige Beleuchtung entlang der Leinwand sorgt für Kinostimmung

Schnell stellte sich heraus, dass das alte Gemäuer für ausreichend natürliche Diffusion im hinteren Teil des Raums sorgt. Die schräge Rückwand erledigt ein Übriges, um direkte Reflexionen der Front zu vermeiden. Dennoch sind für die Zukunft einige Diffusoren nicht ausgeschlossen.

Umsetzung

Weil Mick weder Zeit noch ein allzu großes Gespür für handwerkliche Tätigkeiten dieser Art hatte, entschloss er sich dazu, alle Arbeiten von regionalen Handwerkern ausführen zu lassen. Es war nicht ganz einfach, ausreichend qualifizierte und motivierte Handwerker zu finden, die sich auf die teils eher außergewöhnlichen Tätigkeiten einlassen wollten und zudem noch Zeit dafür hatten.

Dennoch konnte er eine kleine Truppe zusammenstellen, die die Arbeiten an diversen Samstagen übernahmen. Er selbst betätigte sich also vor allem als Bauleiter, um unsere Vorstellungen in die Tat umzusetzen.

Die vormontierten Einzelteile des Podest werden angeliefert
Das Grundgerüst des Podests im Raum

Zu diesen Arbeiten gehörte auch das ca. 200×200 cm große Podest, das schon teilweise vormontiert angeliefert wurde.

Technik

Die technischen Komponenten kann man durchaus als außergewöhnlich bezeichnen. Ein Lexicon RV-9 mit Dirac stellt die Schaltzentrale für das Heimkino dar. Als Zuspieler dient ein Panasonic DP-UB9004 mit authentic cinema Modifikation und Femto Clock Upgrade, sowie diverse weitere Peripherie.

Das Bild wird von einem JVC DLA-N5 auf die 400 cm breite Rahmenleinwand eines französischen Herstellers im 16:9-Format geworfen. Diese füllt die Frontwand nahezu komplett aus.

Blick nach hinten links

Das eigentliche Highlight des Kinos sind die Lautsprecher. Während seiner in über 50 Jahren angesammelten Hörerfahrung hat Mick sich unsterblich in die Lautsprecher von Lowther verliebt, die teilweise auch schon in seinem alten Haus für den Sound sorgten.

PositionLautsprecherTreiber
Vorne LinkLowther Acousta 115AER BD 3 B
Vorne RechtsLowther Acousta 115Lowther PM 6a T
CenterLowther Acousta 115Lowther PM 6a T
Hinten LinksLowther FidelioLowther PM 6a T
Hinten RechtsLowther FidelioLowther PM 6a T

Die Zusammenstellung mag dem einen oder anderen kurios erscheinen, aber unter Fans ist erwiesen, dass unterschiedliche Treiber zwischen linkem und rechtem Lautsprecher besser klingen. Ergänzt werden die Acousta mit einem Lowther ATS Eckhorn Subwoofer zu einem 5.1-System.

Der Platzbedarf für die Lautsprecher ist immens, aber der große Raum machte es ohne Weiteres möglich. Zumindest die Frontlautsprecher wurden optisch herausgenommen, indem sie (zwangsläufig) hinter der Leinwand unterkamen. Die Schwierigkeit bestand vor allem darin, den Lautsprechern mit rückwärtigem Horn dabei genug Raum zu geben.

Fazit

Mit seinem neuen Raum hat sich Mick den Traum vom Heimkino und Musikzimmer ein weiteres Mal erfüllt und dabei neue Maßstäbe gesetzt. Die für heutige Heimkinos eher untypischen Lautsprecher können dabei einmal mehr zeigen, was sie drauf haben und verleihen dem Kino damit eine ganz persönliche Note.

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