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Die große Dolby-Atmos-Enttäuschung

Warum dir Dolby Atmos keine Effekte von oben liefert

Die Höhenlautsprecher sind installiert, die ersten Filme sind gelaufen – aber deine Begeisterung hält sich in Grenzen. Ein richtiger Aha-Effekt will sich nicht einstellen. Irgendwie liefert dir Dolby Atmos keine Effekte von oben. Kann es das wirklich sein? So viel Aufwand für fast nichts? Was für eine Enttäuschung!

Das Dolby Atmos Logo spiegelt sich in einer Pfütze im Regen

Willkommen in der schönen neuen Welt von Dolby Atmos! Du bist nicht der einzige, der diese Erfahrung macht. Wir werfen hier einen Blick auf die Ursachen, warum du kaum Höheneffekte wahrnimmst und Dolby Atmos deshalb oft nicht so richtig überzeugen kann.

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Vielleicht hast du dein Heimkino-Setup bereits auf Dolby Atmos aufgerüstet und bist hier gelandet, weil eine gewisse Enttäuschung über die scheinbare Fehlinvestition aufgekommen ist. Mit etwas Glück bist du aber rechtzeitig hier gelandet, damit ich dich davor bewahren kann.

Ich beleuchte hier die 3 wesentlichen Gründe, warum du mit Dolby Atmos unzufrieden bist oder sein wirst, wenn du es nicht richtig umsetzt.

  1. Deine falschen Erwartungen an Dolby Atmos
  2. Die falsche Lautsprecher-Aufstellung
  3. Die Marketing-Lüge: reflektiver Sound

Gehen wir’s an. Es gibt nichts wichtigeres, als mit falschen Erwartungen aufzuräumen. Das könnte eine harte Nuss werden, aber das schaffst du schon.

1. Falsche Erwartungen an Dolby Atmos

Wenn ein Unternehmen wie Dolby eine neue Technik auf den Markt wirft, sind die Erwartungen natürlich erstmal ziemlich hoch. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, ist das Gejammer um so größer.

Du erwartest vielleicht ein wahres Effekt-Gewitter von den neuen Höhenlautsprechern. Aber das bleibt nicht selten aus. Mehr als einmal steigst du auf das Sofa, um an der Decke zu lauschen – und ja, da kommt was raus! Aber nicht das, was du erwartet hast.

Regen ist ein schönes Beispiel dafür. Das Geräusch von Regen wird immer wieder erwähnt, wenn es um Dolby-Atmos-Effekte geht. Regen hört man aber nicht, während er fällt, sondern wenn er auf etwas auftrifft! Und das passiert nun mal nur auf Dächern oder im Wald oben, sonst eher unten auf dem Boden.

Bevor du also denkst, da würde doch etwas fehlen, überlege mal genau, was von der aktuellen Klangkulisse wirklich von oben zu hören sein müsste. Was Handlung und Bildkomposition angeht, geben viele Filme einfach nicht viel Anlass für Höheneffekte.

Trauerspiel: Filme in Dolby Atmos

Ganz entscheidend spielt ein anderes Problem mit rein: die neue Technik wird nur sehr langsam adaptiert. Das war nicht anders, als in den 1990ern mit Dolby Digital erstmals diskrete Effekte von hinten möglich waren. Auch damals waren die Filme rar, die alle neuen Möglichkeiten richtig nutzten.

Ein großes Problem ist also die Abmischung vieler Filme. Die Möglichkeiten, die Dolby Atmos bietet, werden oft nicht genutzt. Manchmal wird schlicht und einfach vergessen, Effekte nach oben zu verlegen, die dorthin gehören würden. Aber auch der umgekehrte Fall kommt vor, dass Effekte von oben zu hören sind, die dort nichts zu suchen haben. Wir sind den Launen der Tontechniker ausgeliefert.

Damit ist ein weiteres Qualitätskriterium entstanden. Wenn du zu denjenigen gehörst, die Filme manchmal nur deshalb kaufen, weil sie eine richtig gute Tonspur haben, freust du dich über jeden Tipp, welche Filme eine wirklich lohnende Atmos-Abmischung beinhalten. Ich verweise an dieser Stelle gerne einmal mehr auf Blu-ray-Rezensionen.net, wo Timo Wolters aktuelle Filme sehr genau unter die Lupe nimmt – darunter auch die Höhenkanäle.

Oft herrscht dort über weite Teile des Films bedenkliche Stille. Und ebenso häufig ist der Originalton erheblich besser abgemischt als die deutsche Fassung (wenn es sie denn überhaupt in Dolby Atmos gibt).

2. Falsche Lautsprecher-Aufstellung

Aber kommen wir zum nächsten Fehler, den es zu vermeiden gilt, um die neue Investition nicht zur Enttäuschung werden zu lassen: die Aufstellung der Höhenlautsprecher nach Dolby-Vorgaben.

Für ein gutes Ergebnis brauchst du eine sinnvolle Positionierung deiner Atmos-Lautsprecher. Ich gehe hier bewusst nur auf Lautsprecher an der Decke ein – auf die reflektive Variante komme ich weiter unten zu sprechen. Dolby macht klare Vorgaben, wie die Lautsprecher mit dem jeweiligen Setup anzuordnen sind.

Grobe Fehler entstehen dabei meist nur deshalb, weil Raum und Einrichtung nicht für das gewünschte Dolby-Atmos-Setup geeignet sind. Wer zu viele Kompromisse eingeht, bekommt eben auch nur einen Kompromiss als Ergebnis. Die innere Einstellung „Dolby Atmos um jeden Preis“ ist dabei absolut nicht förderlich.

Da werden 4 Höhenlautsprecher hingehängt, kleben aber förmlich aufeinander, weil eigentlich kein Platz dafür ist. Bei näherem Hinsehen ist dann noch nicht einmal das 7.1-System darunter ordentlich aufgestellt. Das ist in erster Linie eines: Geldverschwendung. Kein Wunder also, dass Atmos-Effekte von oben nicht zur Geltung kommen.

Hier ein kleiner Merksatz:

Viele Lautsprecher machen nicht automatisch guten Sound.

Bedenke auch: Für Dolby Atmos sollten die Surround-Lautsprecher der unteren Ebene nicht zu weit oben hängen – maximal leicht über Ohrhöhe. Anderenfalls erzeugt deine Surround-Kulisse alleine bereits sehr viel „Höhe“ und Räumlichkeit und du hörst mit Dolby Atmos kaum einen Unterschied zu vorher.

Daher: überprüfe deine Aufstellung! Kannst du noch etwas daran optimieren? Das muss gar nicht mal an den Lautsprechern selbst sein. Eventuell ist dein Sitzplatz das Problem.

Übrigens: Eine umfassende Anleitung, wie du deine Lautsprecher für Dolby Atmos und andere Formate richtig aufstellst, findest du in unserem Videokurs. Klicke hier für mehr Infos…

Dolby’s Empfehlungen sind irreführend

Während die Vorgaben für Auro-3D und DTS:X mit Elevationswinkeln arbeiten, mit denen man in jeder Situation etwas anfangen kann, schien Dolby das seinen Anwendern nicht zuzutrauen. Hier heißt es sinngemäß:

Gehe im Winkel von 45° nach vorne oben, und von dort dann so lange zur Seite, bis der Deckenlautsprecher in einer Linie mit dem Front-Lautsprecher sitzt.

Das ist zunächst schwerer zu verstehen, als die simple Angabe von 2 Winkeln (einer zur Seite und einer nach oben). Viel schlimmer ist aber, dass diese Vorgehensweise in jedem Raum zu anderen Ergebnissen führt.

  • Je höher der Raum ist, um so steiler wird dadurch der seitliche Winkel, in dem sich die Lautsprecher zum Hörplatz befinden.
  • Je flacher der Raum ist, um so kleiner wird auch der tatsächliche Elevationswinkel der Höhenlautsprecher.
  • Darüber hinaus steht und fällt das Ergebnis mit einer gelungenen Aufstellung der Front-Lautsprecher.

Zudem wird auf diese Weise die Aufstellung in der Praxis in fast allen Fällen deutlich zu breit, so dass sich insbesondere auf seitlichen Sitzplätzen ein etwas unausgeglichener Klangeindruck der Dolby-Atmos-Effekte von oben ergibt.

Wir können nur spekulieren, was Dolby dazu veranlasst hat, so eine Empfehlung zu veröffentlichen. Vermutlich brauchten sie nur eine möglichst einfach klingende Erklärung, damit kein potenzieller Anwender ein Hürde darin sehen konnte. Einfachheit verkauft sich besser als Professionalität.

3. Reflektiver Sound: das Dolby-Atmos-Dilemma

Wenn sich jemand negativ über Dolby Atmos äußert, werden dabei zumeist zwei Gründe angeführt:

  • die Effekte von oben sind nicht der Rede wert
  • so viel räumlicher wie zuvor mit 5.1 klingt es gar nicht

Den ersten Punkt habe ich oben schon erwähnt. Wenn Filme einfach nicht entsprechend abgemischt sind, kann von oben eben nichts kommen. Dann hilft oft nur, einen Upmixer anzuwerfen, um wenigstens ein Mittendrin-Gefühl zu bekommen. Zum Glück hat jeder AV-Receiver einige davon an Bord.

Der zweite Punkt ist dagegen seltsam. Wenn auch keine speziellen Effekte zu hören sind, so wird doch (zumindest mit einem Upmixer) ein Teil des Klanggeschehens nach oben verlagert. Trotzdem beklagen sich viele Atmos-Anwender, dass die Erweiterung kaum einen Unterschied zu vorher gebracht hat.

Auffällig oft treten diese Wortmeldungen auf, wenn mit reflektivem Sound gearbeitet wird. Aufsatz-Lautsprecher (sogenannte Atmos-Enabled-Speaker), die auf die Front- und Surround-Lautsprecher der unteren Ebene aufgesetzt werden und nach oben in Richtung Decke strahlen, projizieren den Sound sozusagen über die Decke zum Hörplatz. Das ist natürlich super-praktisch, spart es doch das Verlegen von Kabeln an die Decke.

Das folgende Schaubild zeigt, warum räumlicher Klang – also ein breites und hohes, raumfüllendes Klangbild – in fast jedem Wohnraum möglich ist. Und zwar ganz ohne Dolby Atmos.

Lautsprecher an der Front mit Abstrahlung von Direktschall zum Zuhörer. Ein Teil des Schalls wird vom Lautsprecher zur Decke abgestrahlt und von dort zum Zuhörer reflektiert.
Untere Sound-Ebene + Deckenreflexion

Die Decke reflektiert Anteile des Schalls, der von den Lautsprechern der unteren Ebene nach oben abgestrahlt wird. Bedenke dabei: So entstehen keine ortbaren Effekte von oben, sondern nur ein diffuser, räumlicher Klangeindruck. Das ist zugleich der Zustand, der in nahezu allen Wohnräumen ohne akustische Optimierung vorherrscht.

Und nun fügen wir eine Höhenebene mit Deckenlautsprechern ein:

Lautsprecher an der Front mit Abstrahlung von Direktschall zum Zuhörer. Lautsprecher an der Decke mit Abstrahlung von Direktschall zum Zuhörer. Ein Teil des Schalls des Front-Lautsprechers wird zur Decke abgestrahlt und von dort zum Zuhörer reflektiert. Beim Zuhörer treffen von oben der Direktschall des Deckenlautsprechers mit Effekten von Dolby Atmos und der reflektierte Schall des Front-Lautsprechers ein.
Dolby Atmos + Deckenreflexion

Zwar kommt nun eine Menge Direktschall von oben, aber der reflektierte Schall der unteren Ebene erreicht uns trotzdem noch. Beides vermischt und überlagert sich, wodurch der reflektierte Schall den Direktschall von oben weniger zur Geltung kommen lässt.

Zum Vergleich die Variante mit Atmos-Enabled-Lautsprechern, also absichtlich reflektierter Sound über die Decke:

Lautsprecher an der Front mit Abstrahlung von Direktschall zum Zuhörer. Atmos-Enabled-Lautsprecher über dem Front-Lautsprecher mit Abstrahlung zur Decke und von dort Reflexion zum Zuhörer. Ein Teil des Schalls des Front-Lautsprechers wird ebenfalls zur Decke abgestrahlt und von dort zum Zuhörer reflektiert. Beim Zuhörer treffen von oben der reflektierte Schall des Atmos-Enabled-Lautsprechers und der reflektierte Schall des Front-Lautsprechers ein. So sind Effekte von oben nur undeutlich hörbar.
Dolby Atmos Enabled + Deckenreflexion

Nun erreicht uns zweierlei reflektierter Schall von oben. Zwar ist der von den Atmos-Enabled-Lautsprechern stärker gerichtet, aber er vermischt sich immer noch mit dem reflektierten Schall der unteren Ebene.

Weil deine Decke Schall reflektiert, nimmst du keinen extremen Unterschied zwischen aufgesetzten Höhenlautsprechern und keinen Höhenlautsprechern wahr.

Nehmen wir jetzt einmal an, dein Raum wäre oben offen. Wenn es keine Decke gibt, die Schall reflektiert, kommt auch kein Schall mehr von oben herunter. Weil das aber bautechnisch etwas ungünstig ist, müssen wir uns anders behelfen.

Sehr zu empfehlen: Deckensegel

Ein Deckensegel macht genau das, was wir hier brauchen. Es verringert die Reflexionen an der Decke, so dass diese nicht mehr so stark ins Gewicht fallen.

Nehmen wir der Einfachheit halber einmal an, ein Deckensegel würde den auftreffenden Schall komplett absorbieren. So sieht das mit dem 5.1-Setup aus:

Lautsprecher an der Front mit Abstrahlung von Direktschall zum Zuhörer. Ein Teil des Schalls wird vom Lautsprecher zur Decke abgestrahlt, dort aber von einem Deckensegel absorbiert. Beim Zuhörer trifft nur der Direktschall des Front-Lautsprechers ein.
Normale Sound-Ebene + Deckensegel

Das ist spitze! Keine Reflexionen von der Decke mehr zu haben verbessert die Klangqualität erheblich.

Kommen nun Deckenlautsprecher hinzu – egal ob im Deckensegel verbaut oder außerhalb – sind diese die einzige hörbare Schallquelle im oberen Bereich:

Lautsprecher an der Front mit Abstrahlung von Direktschall zum Zuhörer. Lautsprecher an der Decke mit Abstrahlung von Direktschall zum Zuhörer. Ein Teil des Schalls des Front-Lautsprechers wird zur Decke abgestrahlt und dort von einem Deckensegel absorbiert. Beim Zuhörer treffen nur der Direktschall des Front-Lautsprechers von vorne und der Direktschall des Deckenlautsprechers von oben ein. So sind Dolby Atmos Effekte von oben am besten herauszuhören.
Dolby Atmos + Deckensegel

Nun ist eine klare Unterscheidung zwischen der unteren und oberen Ebene möglich. Effekte und Raumklang aus den Höhenkanälen sind diskret von der unteren Ebene getrennt.

Aber es ist auch erforderlich, dass die Höhenlautsprechern immer mitlaufen. Sonst bleibt der Klang auf der unteren Ebene kleben. Dank Upmixer aber auch bei herkömmlichen 5.1-Tonspuren kein Problem.

Dummerweise sind Atmos-Enabled-Lautsprecher in Kombination mit einem Deckensegel ausgeschlossen:

Lautsprecher an der Front mit Abstrahlung von Direktschall zum Zuhörer. Atmos-Enabled-Lautsprecher über dem Front-Lautsprecher mit Abstrahlung zur Decke, um dort reflektiert zu werden. Sämtliche Reflexionen an der Decke werden von einem Deckensegel absorbiert. Beim Zuhörer trifft nur der Direktschall des Front-Lautsprechers von vorne ein. Vom Atmos-Enabled-Lautsprecher ist aufgrund des Deckensegels nichts zu hören.
Dolby Atmos Enabled + Deckensegel → funktioniert nicht!

Es gibt also zwei grundsätzliche Varianten, wie Dolby Atmos umgesetzt werden kann, die sich ganz wesentlich darin unterscheiden, wie stark der Unterschied zu vorher wahrgenommen wird:

  1. Dolby Atmos mit reflektierender Decke klingt insgesamt etwas umhüllender, diffuser – aber auch weniger präzise. Gezielte Effekte von oben gehen im gesamten Klanggeschehen schneller unter.
  2. Dolby Atmos mit absorbierender Decke klingt deutlich präziser. Höheneffekte sind wesentlich diskreter und stechen mehr heraus.

Das führt zu einem kleinen Dilemma: Variante 2 ist das, was sich viele von Dolby Atmos erhoffen. Jedoch sind auch viele Anwender gezwungen, Atmos-Enabled-Lautsprecher einzusetzen, mit denen aus Prinzip nur Variante 1 möglich ist.

Der diffusere Klang kann ja explizit gewünscht sein und ist deshalb auch nicht per se schlecht. Das Problem besteht einfach nur darin, dass die Auswirkungen der einen oder anderen Variante nicht jedem bewusst sind. Wer diskrete Effekte erwartet, für den sind starke Reflexionen von der Decke einer der Gründe dafür, dass das Ergebnis nicht sofort überzeugen will.

Atmos-Enabled: ein genialer Schachzug von Dolby

Es bleibt festzuhalten, dass Dolby Atmos über Reflexion an der Decke eigentlich vollkommen unbrauchbar für ein gutes Ergebnis ist. Ja, es funktioniert schon irgendwie, aber eine wirkliche Erleuchtung stellt sich dabei nicht ein.

Das muss auch nicht weiter verwundern, wenn man einmal den Winkel der Atmos-Enabled-Lautsprecher betrachtet. Die Fronten sind in der Regel um 20° geneigt. Im Betrieb als Aufsatz-Lautsprecher strahlen sie also im 70°-Winkel nach oben ab. Verfolgt man diesen Weg weiter, stellt sich schnell heraus, dass der Großteil dieses relativ stark gebündelten Schalls irgendwo vor den Sitzplätzen landet – bestenfalls an deinen Füßen, aber sicher nicht an der Kopfposition. Auch das ist wieder ganz entscheidend vom Sitzabstand zur Front und der Raumhöhe abhängig.

Auch hier drängt sich die Vermutung auf, dass es sich nur um einen genialen Schachzug von Dolby gehandelt hat. Wären sie 2014 mit der Ansage auf den Heimanwender-Markt gestolpert, dass man sich für Dolby Atmos 4 Lautsprecher an die Decke hängen muss – mal ehrlich, wer wäre da schon mitgezogen? Doch wieder nur ein paar Freaks wie wir, mit dedizierten Kinoräumen. Wir sind aber nicht die Masse.

Die Masse der Anwender sind ganz normale Leute, die in ihrem Wohnzimmer ein bisschen Kinofeeling haben wollen. Lautsprecher an die Decke hängen? Kommt nicht in die Tüte!

Aber ein paar zusätzliche Lautsprecher auf die ohnehin schon vorhandenen draufsetzen und ein zweites Kabel parallel zum ohnehin schon vorhandenen ziehen – kein Problem!

Dolby wollte sein 3D-Sound-System am Markt durchsetzen (das ist ihnen ja auch gelungen). Also haben sie mit größtmöglicher Einfachheit die größtmögliche Anzahl potenzieller Anwender davon überzeugt. Ob das letztendlich etwas taugt, ist ja erstmal egal.

Übrigens: Hier haben wir was besonders wichtiges für dich: 5 Fehler, die du garantiert nicht machen willst, wenn du deine Lautsprecher aufstellst. Klicke hier für mehr Infos…

Damit kennst du jetzt die drei wahrscheinlichsten Gründe, warum sich mit Dolby Atmos so gut wie keine Effekte von oben einstellen wollen und du berechtigterweise etwas unzufrieden damit bist.

Wenn du noch in der Überlegungsphase steckst, mach dir selbst ein Bild von Dolby Atmos. Auf Aussagen anderer ist nicht immer Verlass. Manch einer lobt Dolby Atmos vielleicht in höchsten Tönen, obwohl er gar nicht davon überzeugt ist – nur um nicht zugeben zu müssen, dass die Investition nicht so viel gebracht hat, wie erhofft.

43 Kommentare zu „Warum dir Dolby Atmos keine Effekte von oben liefert“

    1. Danke – toll erklärt! Ich werde also 2 weitere Control 1 besorgen. Bei meinen Rear habe ich nach 18 Jahren gerade die Sicken getauscht. Klingen wieder super. M.E. noch immer das beste Preis/Leistungs-Verhältnis am Markt. Vorne natürlich was edleres von Dynaudio; bin auch Klassik-Liebhaber und die haben so viel Kraft, dass ich mir den Subwoofer sparen kann.

  1. vielleicht hilft es einfach statt deckensegel und zu hohe Erwartungen zu korrigieren mal die auro3d Konfiguration aufzubauen, dann ist es vorbei mit der enttäuschung.

    übrigens, Regen um mich herum oder vor mir, fällt natürlich auf den Boden, aber auch auf meine Mütze, Schirm, Haare oder hausdächer, oder Blätter von Bäumen in der Strasse. von dort gibt’s, wie von deiner Raumdecke reflektion.
    Wenn es regnet muss Regen von beiden Ebenen kommen. tut es das nicht kann man das nicht schön reden.

    auch dtsx bietet hier viel mehr Effekte als atmos. Automatic von auro sowieso.

    aber einer These Stimme ich zu. vielleicht wird das irgend wann mal so genutzt wie man es nutzen könnte, aktuell hat es aber um Längen das Nachsehen gegen die Mitbewerber.
    für Leser rate ich zu einer Mischkonfiguration mit der alle tonformate möglich sind. zb. 38 Grad Elevationswinkel der Höhenlaitsprecher. da kann man zumindest testen was die einzelnen Tonspuren tatsächlich abspielen. da sieht man schnell wo man den besten räumlichen Klang bekommt.

    @Andreas… 3d lohnt sich definitv wenn du es in deinen Raum integrieren kannst. das ist eine ganz andere Liga. aber auch nicht ganz günstig.

    1. Schön, dass du mit Auro-3D andere Erfahrungen gemacht hast. Allerdings:

      auch dtsx bietet hier viel mehr Effekte als atmos. Automatic von auro sowieso.

      Es hat rein gar nichts mit dem Format zu tun, wie viele Effekte sich „oben herum“ abspielen. Das liegt rein an der Tonmischung. Auro-Matic ist sowieso nur ein Upmixer von vielen, der auch nicht zaubern kann. Diskrete Effekte von oben, die zum Geschehen im Bild passen, kann es damit nicht geben. Wenn es sie gibt, sind sie reiner Zufall.

      1. Es tut mir leid Bert sehe und höre ich anders. Die Auromatic macht in ihrem Rahmen Ihren Möglichkeiten einen guten Job. Die liefert oft die Atmosphäre die bei Atmos fehlt .

        1. Das bezweifelt ja keiner. Dennoch ist jeder Upmixer immer nur eine Krücke, weil das eigentlich mächtige Ausgangsformat nicht richtig abliefert.

          Eine „einhüllende Atmosphäre“ zu schaffen ist nicht das Problem! Haben viele schon vor 30 Jahren auf 5.1-Setups gemacht. Geht heute natürlich noch besser. Aber wir brauchen nicht noch mehr einhüllende Atmosphäre – wir brauchen diskrete Effekte von oben! (Lies das aus der Sicht von jemandem im Jahr 1995: Wir brauchen diskrete Effekte von hinten. Es ist genau dasselbe Spiel wie damals nach der Einführung von 5.1…)

          Solange die Upmixer nicht eine echte Live-KI an Bord haben, die nicht nur den Ton sondern auch das Bild analysieren (um zu sehen, ob der Helikopter wirklich von oben zu hören sein müsste, oder doch von vorne), werden sie einem gut gemachten, nativen Mix nicht mal annähernd das Wasser reichen können.

          Es bringt also nichts, zu hoffen „die Auromatic wird’s schon richten“. Das ist so, als würdest du sagen „unser Rennfahrer hat zwar gerade erst den Führerschein gemacht, aber wir haben ja Automatikschaltung“.

  2. Hallo Bert

    Ich kann Deinen Ausführungen bezüglich möglicher Enttäuschungen hinsichtlich Dolby Atmos bzw. 3D-Tonformaten nur zustimmen.

    Und den Hauptgrund hast Du auch genannt: die (bis auf einzelne Ausnahmen) miserablen Abmischungen der Tonstudios!
    Das erinnert an die hochtrabenden ähnlichen Versprechungen der Industrie bei Enführung der HD- bzw. 7.1-Formate für die Blu Ray. Auch damals fast keine exzellente Abmischung auf dem Markt, welche die tollen Möglichkeiten des Formats ausnutzt. Selbst bei gut geeigneten Räumlichkeiten für 7.1 und bester Aufstellung der Lautsprecher, kein wirklich guter Back-Surround-Klang.

    Nur, und auch dies wiederholt sich jetzt auch wieder, durch Einsatz der AVR-eigenen DSP bzw. Aufpolier-Algorithmen, wird die Lautsprecher-Peripherie ausgenutzt.
    Die „native Enttäuschung“ ist auch hier vorprogrammiert …

    Insofern kann ich (aus eigener Erfahrung) nur anraten, sich beim Lautpsrecheraufbau nicht gänzlich und alleinig an irgendwelche Dolby-Anweisungen zu halten, sondern die Architektur und Akustik des Raumes und die Möglichkeiten des AVR zu priorisieren.
    Mit Hilfe einer an diese Parameter angepassten Aufstellung ist die Enttäuschung eher zu vermeiden.

    Ich habe dies in meinem Raum durch Verzicht auf Deckenanbringung oder gar Reflexionslautsprecher erreicht; bei mir hat sich die Anbringung von Höhenlautsprechern (vorne und hinten an den Wänden), unter Berücksichtigung eines Yamaha-AVR und dessen DSP-Möglichkeiten, als völlig richtig erwiesen. So kann ich ein tolles Rundumgefühl beim Klang geniessen, ohne auf irgendwelche (vielleicht mal vorhandene Atmos-Effekte) zu warten.
    Hinzu kommt dann noch die Tatsache, dass die neueren (Yamaha-)AVR ihre DSP noch auf die evtl. vorhandenen Atmosspuren draufpacken …

    Dies nur als meine Gedanken zum Thema und als mögliche Anregung für Andere.

  3. Hi Bert. Tolles Thema und trifft denke ich genau die Situation bei vielen anderen „Enthusiasten“. So auch bei mir. Meine Erwartungshaltung gegenüber 3D Sound war hoch und nachdem das Setup Stand (5.1.2, Deckenlautsprecher) war erstmal der Effekt eher mäßig.

    Aber nach einigen Wochen / Monaten bin ich mittlerweile begeistert und mittlerweile kommt der 3D Effekt mehr zur Geltung. Zwei Faktoren waren dabei entscheidend: Die 3D Sound Abschmischung auf der Scheibe / vom Studio und meine damals heftig reflektierende Decke.

    Das war eine entscheidene Optimierung die Decke mit Absorber „auszukleiden“ (wie Bert auch hier korrekt beschreibt) um die Decken-LS klarer zu vernehmen.

    Auch habe ich mittlerweile eine gewisse Anzahl an 3D Sound Filmen zu Hause und auch „Referenztitel“ wie:

    – A quiet place
    – Ready Player One
    – Blade Runner 2049

    Da kommen gezielt auch passende Sounds von oben, die Immersion ist teilweise grandios.

    Aktuell ist da auch NETFLIX gut dabei hochwertigen 3D Sound zu produzieren, aktuell bei der Staffel 3 von Daredevil wirklich beeindruckend!

  4. Hallo zusammen,

    Man muss aber zu all der berechtigten Kritik von Dolby Atmos Veröffentlichungen entgegenhalten, dass mittlerweile schon viele Titel veröffentlicht werden die das Format sehr gut nutzen.

    Folgende Filme (deutsche Tonspur) die nach meinen Hörproben tolle und sinnvolle Effekte von oben liefern:

    – Ready Player One (sehr kräftig abgemischte Atmos-Tonspur mit vielen schönen Deckeneffekten)

    – Jim Knopf (2018) Dolby Atmos wird sehr schön und die Höhen sehr oft genutzt genutzt.

    – Jurassic World 2 (DTS:X. Eine der besten Spuren seit 3D Formate veröffentlicht werden!!!!! Absoluter Pflichtkauf für einen tollen Krawall-Abend.

    – King Kong: Skull Island (kräftige Atmos-Spur mit schönen Klangverläufen inkl. toll gemachter Höhenebene)

    – XXX 3: Die Rückkehr des Xander Cage (die Atmos Spur mit TrueHD Kern nutz sehr sehr oft die Höhenkanäle und gibt von Anfang an richtig Vollgas)

    – Expandables 3 (auch eine toll abgemischte Atmos-Spur. Leichte Schwächen im Tiefbass)

    Viel Spaß beim schauen

    Gruß Jonas

  5. Karl-Wilhelm Baulig

    Ich spiele ja auch schon länger mit dem Gedanken Dolby Atmos in meinem Kino zu integrieren. Aber auf Grund der raren Titel in deutschem Ton, ich möchte mich im Kino entspannen und nicht jeden Film der fast nur noch in englisch und dann auch oft nur in der 4K Variante Dolby Atmos beinhaltet in englischem Ton sehen und hören müssen. Hier leistet das Yamaha eigene Presence Tonformat mit seinen Höhenkanälen immer noch gute Dienste je nach Film. Auch die schon weiter oben genannten Titel. Das Angebot in deutsch ist leider noch sehr überschaubar. Selbst der aktuelle MI6 Fallout kommt nur in englischem Dolby Atmos Ton heraus.
    Leider muss ich somit im Moment noch passen.
    Zudem müsste ich meine Rears weiter nach unten hängen, womit ich mich schon schwertun würde.
    Dennoch bleibt das Thema insgesamt spannend.

    1. Mission Fallout wie andere Filme von Paramonut sind bei Apple TV Box in deutscher Sprache mit Atmos verfügbar.
      Mit einem A6A oder A8A oder du wechselt ins Denon/Marantz Lager.

  6. Ich muss hier nun mal für Dolby Atmos und DTS:X eine Lanze brechen. 🙂 Es geht hier ja nicht ausschließlich um den 3D Sound, sondern auch darum, dass nun ein objektbasierter Surround-Klang ohne traditionelles kanalbezogenes Klangfundament gegeben ist. Die dritte Dimension ist noch ein Schmankerl oben drauf, den es mittlerweile in guter Qualität auch bei vielen Filmen gibt (siehe Beitrag Jonas Mack). Ich denke, dass man bei allem erstmal warten bis es als „normal“ angesehen wird, aber dafür braucht es Heimkinofreaks die den neuen Standard vorantreiben! Der einzige Hype den ich bisher nicht mitgemacht habe waren die Curved TVs – das war in der Tat eine Enttäuschung 🙂

  7. Ich habe die Seite heute erst entdeckt und lese mit Begeisterung die für mich sehr verständlichen Texte. Als Laie wird man ja zu oft und zu schnell mit Fachbegriffen beworfen die als „Bahnhof“ bei mir ankommen 🙂

    Zum Thema:
    Ich bin auch Jemand der sich mit dem Gedanken trägt Dolby Atmos anzuschaffen, aber da ich recht selten englische Tonspuren nutze und die Filme bei guter Atmos oder DTS:X Spur ja auch erstmal gefallen müssen (was auf Jurrassic World 2 nicht zutrifft), ist die Auswahl ja leider sehr überschaubar.

    Aber:
    Wie sieht es da mit Spielen aus?
    Ich bin leidenschaftlicher Zocker und soweit ich weiß kommt der objektbasierte Klang ja eh aus dem Bereich.
    Hast Du da auch Erfahrungen?

    1. Hallo Patrick,

      mit Spielen habe ich es selbst noch nicht probiert. Soweit ich weiß gibt es da aktuell nur Tomb Raider auf der X-Box, wo das richtig unterstützt wird. Bin da aber nicht auf dem aktuellen Stand.

      Der Originalton ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig. Ich probiere es in letzter Zeit aber gerade wegen Atmos vermehrt aus und tröste mich damit, dass wir hier im deutschsprachigen Raum ganz schön verwöhnt sind. In vielen anderen Ländern, speziell zum Beispiel im nordeuropäischen Raum, ist es ganz normal, Filme im O-Ton anzusehen, weil vieles einfach gar nicht erst synchronisiert wird. Auch auf Blu-rays gibt es ja seltenst eine Tonspur in z.B. Niederländisch. Da macht man das einfach immer so und dementsprechend sind natürlich auch die Sprachkenntnisse besser, zumindest was das Verständnis angeht.

      Wenn du es mal probieren willst, kann ich Mission Impossible 5 & 6 empfehlen. Beides schöne Atmos-Spuren mit vielen Effekten. Ich finde, man versteht das meiste sehr gut und kann der Handlung gut folgen, auch ohne Untertitel.

  8. Auch, wenn es für ein dediziertes Kino aus bestimmten Gründen nicht nimmer die allerbeste Lösung ist, kann ich eine Abhängung mit Lochplatten sehr empfehlen. Im Zuge meines Heimkino-Wohnzimmer-Umbaus habe ich mich nach langer Planung dafür entschieden. Darunter nochmal 15 cm Steinwolle. Der große Vorteil: Ab 100 bis 120 Hz durchweg 50 % Diffusion und 50 % Absorption. Das hält auch im kleinen Raum den Nachhall in oberen Frequenzen höher. Sonst ist so ein Raum aufgrund nötiger Maßnahmen unten schnell überdämpft. Nachteil: Es bleibt natürlich oben ein Rest an Direktstrahlreflektion. Darüber hinaus ist so eine Decke ein echte Hingucker.

    Jetzt muss mann noch gut konzipieren, damit man auch 4 Deckenlautsprecher im empfohlenen Winkelbereich unterbringt. Nach einem Ratschlag hier wollte ich es erst mit Zweien versuchen, davon hab ich mir glücklicherweise abraten lassen. Es ging doch mit nahezu optimalen Winkeln und er Abstand zu den etwas höheren Rears ist mit über einem Meter weit genug.

    Atmoskonfiguration betrachte ich von vorn herein als das I-Tüpfelchen. Die untere Ebene ist die Basis und da sollte nicht gespart werden. Ich würde Atmos nicht mehr missen wollen, hier und da quantitativ schwächere Tonspuren hin oder her. Es zu viel Gutes dabei inzwischen, was einfach nur begeistert. Schlimm finde ich, wenn man sich die Decke und obere Wände zupflastert mit Lautsprechern, nur um ein totes Pferd namens Auro mitzuschleifen. Das geht ja zu lasten auf das Budget der anderen Speaker.

  9. Die Upmixer schaffen sicher Abhilfe und unterstützten. Die Frage stellt sich dann aber natürlich nach dem Lautsprecher Setup da bei Auro diese eben woanders hängen als bei Atmos. Wie hört sich die Auromatik denn bei Deckenlautsprechern nach Atmos an?

  10. Leider kann ich die meissten hier genannten Filme nicht in einer Version mit Atmos bei Amazon finden. Amazon liefert allerdings auch oft fehlerhafte Produktinfos. Habt Ihr Tips wie , oder wo man treffsicher die Atmos Versionen findet ?

    1. Ich verstehe gerade nicht, welche „genannten Filme“ gemeint sind. Wenn Filme empfohlen werden, die eine bestimmte Tonspur haben sollen, dann ist damit meistens immer die Blu-ray oder UHD gemeint. Wenn das Produkt verlinkt ist, dann hat es diese Tonspur. Amazon macht diese Angaben meistens nicht richtig, das stimmt.

  11. Eine Frage könnte man anstelle eines Deckensegels nicht auch für die unteren Frontlautsprecher, Lautsprecher mit Bändchentöner (z.bsp Elac) einsetzen um einen vergleichbaren Effekt wie ein Deckensegel zu ereichen?

    1. Hallo Chris,

      ich nehme an, du willst auf die stärkere Bündelung hinaus. Mag sein, dass das die Situation etwas verbessert, aber das ist kein Vergleich zu den Auswirkungen von ordentlicher Absorption an der Decke.

  12. Eine kurze Frage zum Thema Atmos…
    Vor kurzem habe ich mein Heimkino von 5.2 auf 13.2 erweitert und bin grundsätzlich mit dem klanglichen Ergebnis zufrieden. Mein Denon zeigt mir auch bei Atmos an, dass sämtliche Lautsprecher aktiv sind. Bei z.B. „The Great Wall“ kommen alle 6 Deckenlautsprecher zum Einsatz, doch bei „Ready Player One“ nur die Top Middle wie ich gestern feststellen musste. Jetzt frage ich mich ob die Atmos-Tonspuren so abgemischt werden, dass nicht nur ein Signal nach oben geht, sondern auch je nach Abmischung verteilt wird. Beim aktivieren eines der Upmixer laufen natürlich immer alle Deckenkanäle, doch höre ich lieber den Ton in der Originalversion sofern er in Atmos oder DTS-X vorliegt.

    1. Moin, bei meinem X7200 muss ich mich entscheiden was auf dem Display angezeigt werden soll.
      Entweder die Lautsprecher, die in der Tonspur aktiv sind
      ODER die Lautsprecher, die gerade (zb Dank upmixer) spielen.

      Welches Modell hast du wie eingestellt?

  13. Hallo Bert, vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel. Sehr interessant und aufschlussreich. Beschäftige mich auch mit der Anschaffung von 4 Deckenlautsprechern für Dolby Atmos. Meine Frage: Wäre es nicht insgesamt besser „verstellbare“ Lautsprecher zu nehmen anstelle von eingelassenen Deckenlautsprechern (käme wohl günstig an 4 Boston Acoustics HSi455). verstellbar im Sinne von „normalen“ Lautsprechern mit Halterung so dass man die Winkel usw. nachträglich verstellen kann. Hab eine wenig Sorge Einlässe in den Gipskarton zu sägen um nachher festzustellen dass die Speaker eventuell anders abstrahlen müssten. Ich frage deshalb da man beim Suchen nach Atmos Lautsprechern eigentlich immer nur diese starr aisgerichteten Lautsprecher findet. Kannst du da vielleicht was dazu sagen? Ich möchte Fehler vermeiden bevor ich zur Säge greife.

    Ich danke dir vielmals!

    Viele Grüße aus Aachen
    Pierre

    1. Hallo Pierre,

      das ist eigentlich einfach: Wenn Decken-Einbau-Lautsprecher, dann nur solche mit neigbarem Hochtöner. Gibt da ja einige am Markt, u.a. B&W und Monacor. Ansonsten sind frei hängende und neigbare Lautsprecher die bessere Wahl.

      1. Hallo Bert,

        fantastische Seite mit guten Informationen einfach zusammengefasst.
        Der unten genannte Lautsprecher KEF wurde auf audiosciencereview getestet und wird als das non plus ultra für die Decken installation angepriesen.
        Meine Frage: Da dieser Lautsprecher ja keine geneigten Hochtöner hat, sollte er da überhaupt für die Decken installation in betracht gezogen werden?
        Weiterhin scheue ich mich ein bisschen vor dem Preis, da ich mein Atmos mit vier Decken Einbau Lautsprechern realisieren möchte. Wie stark wird der unterschied zwischen diesem KEF und z.B. dem Bowers & Wilkins CCM362 sein?

        Vielen Dank für all die Informationen die du zur verfügung stellst.

        Mike

        KEF Ci200RR-THX In-ceiling/In-Wall Speaker Review

        1. Hi Mike,

          wie stark der Unterschied zwischen 2 Lautsprechern ist, lässt sich nicht beantworten, weil das immer nur subjektiv sein kann.

          Was man hier sagen kann ist, dass es sich um 2 verschiedene Koaxial-Prinzipien handelt:

          • Der KEF mit dem Hochtöner auf der Membran des Tieftöners → von Haus aus eher breites Abstrahlverhalten
          • Der B&W mit feststehendem Hochtöner vor dem Tieftöner → eher enges Abstrahlverhalten, was die Neigung erforderlich macht

          Auch wenn die KEF Lautsprecher mit Sicherheit nicht schlecht sind, würde mich wohl auch der Preis abschrecken. Zumal hier noch sinnloserweise ein THX-Siegel drauf klebt, für das du ordentlich mitbezahlst.

          Die B&W CCM362 wären bei Thomann gerade für einen guten Preis zu haben.

          Ansonsten schau dir mal alternativ noch die AperionAudio Clearus 8″ an, da kann ich zumindest aus eigener Erfahrung sagen, dass die ordentlich abliefern.

  14. Hallo zusammen,

    Ich bin erst jetzt auf den interessanten Artikel gestoßen, da ich mir erst jetzt Gedanken über die Aufrüstung meiner alten DD 5.1 Anlage (Denon AVR-X4000 und Teufel System 5 5.1, vorne S600, hinten M300D) auf Dolby Atmos mache (z.B. mit Denon AVC-X4800H und Teufel Reflekt als Ergänzung).
    Bei meiner bisherigen Anlage bekomme ich beim Abspielen von Dolby Atmos am Receiver Dolby TrueHD 7.1 als Eingangssignal angezeigt.

    Dabei geht es mir zunächst gar nicht so sehr um die zusätzliche Dimension „Höhe“, die Atmos gegenüber dem alten 5.1 bietet, sondern darum, ob Atmos prinzipiell durch die objektbasierte Codierung einen hörbaren (!!) Mehrwert gegenüber DD 5.1 mit seinen einzelnen Kanälen hat.
    Oder kurz gefragt: hört man den Unterschied zwischen DD 5.1 (bzw. Dolby True HD) und Dolby Atmos, abgesehen von der Höhen-Dimension?

    Viele Grüße
    Jan

    1. Hallo Jan,

      bin nicht sicher, worauf deine Frage jetzt genau abzielt.

      • Hört man den Unterschied zwischen der Codierung von Dolby Digital und Dolby TrueHD? (Codierung)
        Wenn du gute Ohren hast und beide Tonspuren für denselben Film zum Direktvergleich, dann vielleicht schon. Sehr wahrscheinlich wirst du ansonsten aber viel mehr die Unterschiede in der Qualität der Tonmischung verschiedener Filme hören.
      • Hört man den Unterschied zwischen 5.1 und 5.1.2 / 5.1.4? (Setup)
        Ja, natürlich. Es hängt aber ganz stark davon ab, wie du Dolby Atmos in deinem Raum umsetzt und welche Maßnahmen du sonst noch ergreifst. Über Deckenreflexion kannst du es dir meiner Meinung nach sparen.

      Deiner Beschreibung nach zu urteilen hast du erstmal viel größere Baustellen, an denen du etwas am Sound verbessern kannst – womit sich eine erheblich stärkere Klangverbesserung erzielen lässt, als über zusätzliche Deckenlautsprecher.

      1. Hallo Bert,

        vielen Dank für deine schnelle und umfassende Antwort!
        Statt einer Deckenreflexion wäre bei mir auch eine Montage von 2 Lautsprechern an der Decke möglich.

        Rein interessehalber, und ohne deine Zeit zu sehr strapazieren zu wollen:
        Welche „viel größeren Baustellen“ meinst du denn, mit denen ich etwas am Sound verbessern könnte? Eine optimale Konfiguration werde ich ohnehin aufgrund einer Dachschräge (Hörposition hinten im niedrigen Bereich, Front in der Mitte des Raumes bei einer Deckenhöhe von ca. 3 Meter) wohl nie erreichen.

        Viele Grüße
        Jan

  15. Eine kurze Frage zu Dolby Atmos.
    Im Base Layer hat Dolby Atmos ja bis zu 7 Lautsprecher auf Ohrhöhe.
    Nun gibt es aber einige Quellen nachdem Streamingdienste wie Netflix bei Ihrer Dolby Atmos Implementation nur Signale für 5 Lautsprecher im Baselayer ausgeben. Der Receiver müsste dann also das Signal für die Back Surrounds aus den anderen Rears herrausrechnen und umlegen.

    Ist dies heutzutage auf Netflix noch zustreffend und gibt es Streamingdienste die einen Atmosmix für mehr als 5 Lautsprecher im Base Layer anbieten?

    1. Hi Chris,

      welcher Streaming-Dienst was genau liefert, kann ich dir nicht sagen. Ist aus meiner Sicht auch nicht weiter relevant, da diese Information schon morgen veraltet sein kann.

      Generell kann aber ein Atmos-Mix mit seinen zusätzlichen Kanälen (besser bekannt als „Objekte“) auch Signale auf Surround Back legen, selbst wenn das Kanalbett nur aus 5.1 besteht. Ob das in der Praxis auch gemacht wird, darf zumindest angezweifelt werden.

      Im Zweifelsfall haust du eben einen Upmixer drauf, dann macht der aus jeder Quelle eine halbwegs sinnvolle Verteilung auf alle verfügbaren Lautsprecher. Aber auch hier gilt: Das führt nicht zwangsläufig zum besten Ergebnis.

  16. Ich habe in einem Geschäft bei einer Atmos-Vorführung (geplantes Heimkino) festgestellt, dass die Höhenlautsprecher über den Frontboxen hingen. Die Atmos-Definition sagt aber doch, dass es Deckenlautsprecher sein sollen, die zwischen Frontboxen und Hörer (je nach Raumgröße) montiert sein müssen. Oder nicht?
    Die Begründung war: Diese Regel gilt nur für Räume, deren Decke über drei Meter hoch ist. Ist sie niedriger, dann würden die Effekte zu sehr dem Höhenlautsprecher zugeordnet werden können, was den räumlichen Effekt/die Bühne eher zerstört.

    Ist das so, oder war es eher eine Ausrede?
    Vielen Dank!

    1. Hallo Claas,

      ohne das näher in Augenschein nehmen zu können, lässt sich das nicht beurteilen. Am Ende kommt es auf die Einhaltung der Winkel an. Aber auch die Lautsprecher können zu speziellen Entscheidungen führen.

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