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StartRaumakustikWas ist ein Flatterecho und wie wirst du es los?
Typisches Raumakustik-Problem

Was ist ein Flatterecho und wie wirst du es los?

Wenn du dich mit der akustischen Behandlung deines Heimkinos beschäftigst, wirst du früher oder später über das sogenannte Flatterecho stolpern. Und zwar entweder, weil du davor gewarnt wurdest, oder weil du tatsächlich ein Flatterecho am eigenen Leib erfährst.

Fledermäuse fliegen am Nachthimmel
Flattert und nutzt Echos, hat aber ansonsten wenig mit Flatterechos zu tun. Foto: Angeles Balaguer auf Pixabay

Wir sehen uns hier einmal an, wie ein Flatterecho entsteht, unter welchen Bedingungen es hörbar wird und wie störend es im Heimkino wirklich ist – sowie natürlich, wie du es vermeiden kannst. Denn eines ist klar: schön ist ein Flatterecho definitiv nicht.

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Wie klingt ein Flatterecho?

Die erste und wichtigste Frage, wie ein Flatterecho klingt, ist relativ einfach zu beantworten. Hier hast du eine erstklassige Aufnahme davon:

Ausgeprägtes Flatterecho, durch Klatschen in die Hände zwischen zwei parallelen Wänden hervorgerufen.

Du kannst es am besten durch kurze Schallimpulse wahrnehmen: etwa indem du in die Hände klatschst.

Der leicht blecherne Klang ist typisch für Flatterechos in geschlossenen Räumen, die eine halbwegs normale Größe für einen Wohnraum haben. Je größer der Raum ist, desto länger werden die Abstände zwischen den einzelnen Wiederholungen.

Wird der Abstand zu groß, weil die reflektierenden Flächen zu weit auseinander liegen, tritt irgendwann der Effekt ein, dass wir statt dem unangenehmen Echo eher einzelne, voneinander unabhängige Schallereignisse wahrnehmen. Das ist spätestens bei dem typischen Echo von einer Felswand der Fall.

Wie entstehen Flatterechos?

Flatterechos entstehen in geschlossenen Räumen immer zwischen zwei parallelen Wänden. Das macht die Akustik in komplett leeren Räumen so furchtbar: Hier haben wir im einfachsten Fall gleich 3 parallele Flächen.

  • linke und rechte Wand
  • vordere und hintere Wand
  • Boden und Decke

Wenn sich die Schallquelle zwischen diesen parallelen Flächen befindet, wird der Impuls immer wieder zwischen diesen Flächen hin und her geworfen und erzeugt so diesen markanten Klang.

Interessant ist dabei vor allem, dass wir Flatterechos in komplett leeren Räumen gar nicht weiter wahrnehmen. Sie fallen uns erst auf, wenn die Nachhallzeit des Raums insgesamt unter der des Flatterechos liegt. Das bringt mich auf eine interessante Feststellung, die ich schon in diversen Kundenprojekten gemacht habe.

Raumakustik optimiert – alles schlimmer als vorher!

Wenn wir im Rahmen einer Kinoplanung mit dem Heimkino Workshop einen Raum akustisch optimieren, melden sich manche Kunden manchmal ganz aufgelöst bei mir und beklagen, dass die Raumakustik furchtbar geworden ist, seit sie angefangen haben, Absorber in den Raum zu packen.

Die Erklärung dafür ist relativ einfach. Es handelt sich dabei um einen ganz normalen Effekt, der auf halbem Wege eintritt. Üblicherweise wird während der Bauphase zuerst die Front- und Rückwand gedämmt. Damit entfallen Echos zwischen diesen beiden Wänden und der Nachhall im Raum sinkt schon auf ein sehr niedriges Level ab.

Dadurch werden plötzlich Flatterechos hörbar. Was vorher einfach nicht aufgefallen ist, tritt jetzt besonders schön akzentuiert in Erscheinung. Das Ergebnis ist verständlicherweise erschreckend.

Die Sorgen sind allerdings unbegründet, denn sobald die akustische Behandlung des Raums endgültig fertiggestellt ist, treten auch keine störenden Flatterechos mehr in Erscheinung.

Eine zur Dämmung mit Steinwolle gefüllte Frontwand kann ein Flatterecho hörbar machen.
Front voller Steinwolle – und plötzlich wird ein Flatterecho hörbar.
(Foto: Alexander Schmidt)

Wie schlimm ist ein Flatterecho im Heimkino?

Wie bereits erwähnt treten Flatterechos nur zwischen parallelen Wänden auf. Nimmt der Schall einen deutlich anderen Weg als ca. 90° zur Wandfläche, so kommt er so schnell nicht wieder am ursprünglichen Punkt vorbei. Damit wird er auch nicht mehr zu einem wahrnehmbaren, störenden Effekt.

Ein Flatterecho bedingt somit also auch, dass sich nicht nur die Schallquelle, sondern auch der Empfänger – unsere Ohren – einigermaßen genau auf dieser 90°-Achse befinden. Es ist also egal, an welcher Stelle wir uns zwischen den parallelen (und reflektierenden) Wänden befinden, solange die Schallquelle und unsere Ohren halbwegs auf der selben Achse sitzen.

Aus diesem Grund hören wir ein Flatterecho besonders gut, wenn wir selbst in die Hände klatschen – aber nicht, wenn das jemand anderes macht, der irgendwie seitlich versetzt im Raum steht.

Nun kann uns der Angstschweiß auf der Stirn stehen, weil wir ein Flatterecho hören, während wir in die Hände klatschen – aber wie kritisch ist das tatsächlich im Heimkino-Betrieb?

Bei welchen Kanäle ist Vorsicht geboten?

Genauso wenig, wie bei der Landung eines Flugzeugs geklatscht werden sollte, wird normalerweise im Heimkino geklatscht. Eine Schallquelle in der Nähe unseres Kopfes gibt es also normalerweise nicht.

Von allen Schallquellen im Heimkino lässt sich für die nachfolgend aufgelisteten ohne Weiteres Entwarnung geben:

Subwoofer

Der Tiefbass folgt sowieso völlig anderen Regeln, weil er sich kugelförmig ausbreitet und somit nicht nach dem Strahlenmodell bewertet wird. Hier machen uns vor allem Raummoden das Leben schwer. Man könnte zwar sagen, dass Raummoden sowas wie die Flatterechos im Tiefbass sind, dennoch hinkt der Vergleich bei näherer Betrachtung ein wenig. In jedem Fall ist der Tiefbass nichts, was wir im Bezug auf Flatterechos berücksichtigen müssten.

Front Links/Rechts

Wenn die Front-Lautsprecher auch nur halbwegs richtig stehen, befindest du dich nicht auf einer 90°-Achse mit ihnen. Kritisch wäre hier also nur ein sehr weit seitlicher gelegener Sitzplatz. Gleichzeitig müssten die Front- und Rückwand an dieser Stelle stark reflektieren.

Zur Erinnerung: Flatterechos werden erst hörbar, wenn der Nachhall im Raum insgesamt schon relativ stark reduziert wurde. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich gering, dass du das schon geschafft hast, ohne zumindest auch die Rückwand absorbierend zu gestalten.

Die Wahrscheinlichkeit ist also ziemlich klein, dass du dir durch deine Front-Lautsprecher ein Flatterecho einhandelst.

Center

Der Center ist in den meisten Fällen unkritisch, da der Schall auf dem Weg nach hinten in der 90°-Achse den Hauptsitzplatz und die sich dort befindliche Person passieren muss – zwei prächtige Absorber. Einzig wenn sich der Center weiter oben auf Kopfhöhe befindet und die Rückwand an dieser Stelle stark reflektiert, könnte es kritisch werden.

Aber dieser Fall ist selten, denn für einen so hohen Center müsste sich der TV viel zu weit oben an der Wand befinden – was ich schon alleine aus optischen Gründen nicht empfehlen kann. Bei Einsatz eines TV oder einer nicht akustisch transparenten Leinwand gehört der Center in der Regel unter das Bild, womit er zwangsläufig unter Kopfhöhe rutscht.

Wird der Center hinter eine akustisch transparente Leinwand verlegt, befindet er sich häufig schon etwas über Kopfhöhe und damit außerhalb der kritischen Achse für Flatterechos. Zudem wird der Bereich um den Center und wahrscheinlich auch die Rückwand akustisch behandelt sein.

Center-Lautsprecher unterhalb einer Leinwand
Normalerweise kein Problem: ein Center unterhalb der Leinwand

Surround-Back

Ähnliches gilt für die Rear-Kanäle, wenn sich diese in einer Achse mit den seitlichen Sitzplätzen befinden und die Front-Wand stark reflektiert. Auch das ist normalerweise nicht mehr der Fall, wenn der Raum ausreichend behandelt wurde, um Flatterechos hörbar zu machen.

Height/Top

Sämtliche Höhenkanäle für Dolby Atmos, Auro-3D oder DTS:X werden sich so gut wie niemals direkt über einem Sitzplatz befinden, wenn die Aufstellung halbwegs richtig vorgenommen wurde. Somit liegen sie außerhalb der Achse, die ein Flatterecho zwischen Boden und Decke entstehen lässt.

Einzige Ausnahme ist der Top-Speaker bei Auro-3D (Voice of God), der sich genau über dem Hauptsitzplatz befinden sollte. Aber auch das ist unkritisch, weil der eigene Körper und der Kinosessel ausreichend stark absorbieren, sodass es keine Reflexion vom Boden zurück nach oben geben kann.

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Möglicher Problemfall: Surround

Weniger selten hingegen ist es, dass sich die Surround-Lautsprecher seitlich auf der 90°-Position befinden. Das wird ja auch von allen Tonformaten als Winkel für 7.1-Setups empfohlen.

Im gleichem Moment ist es üblich, die Seitenwände zwar im vorderen Bereich des Raums an den kritischen Reflexionspunkten absorbierend zu gestalten, jedoch nicht unbedingt im hinteren Bereich um die Surround-Lautsprecher herum.

Hier haben wir eine mögliche Ursache für hörbare Flatterechos im Filmbetrieb, die man wirklich als kritisch bezeichnen kann. Nochmal die Voraussetzungen dafür:

  • Surround-Lautsprecher seitlich im 90°-Winkel ±10° und auf Ohrhöhe platziert (sprich: du sitzt wirklich ziemlich genau dazwischen)
  • Seitenwände eng um die Surround-Lautsprecher herum nicht mit Absorbern behandelt

Diese Ausgangssituation ist in einem Heimkino relativ wahrscheinlich. Deshalb solltest du sie bei der Planung bedenken und ggf. darauf reagieren.

Rückseite des Code Red Heimkinos mit 4 Surround-Lautsprechern.
Wenn es dumm läuft, kann sich zwischen den beiden seitlichen Surround-Lautsprechern ein Flatterecho bemerkbar machen.

Wie lassen sich Flatterechos vermeiden?

Du siehst also, dass es zunächst einmal schon ziemlich unwahrscheinlich ist, im normalen Filmbetrieb von einem Flatterecho heimgesucht zu werden – selbst dann, wenn du es durch in die Hände klatschen deutlich hören kannst.

Wirklich kritisch wird die Situation nur zwischen den Seitenwänden, wenn die Surround-Lautsprecher nahezu auf derselben Achse wie die Kopfposition(en) sitzen. Schon ein Versatz der Surrounds nach hinten auf 110° (Maximum der Empfehlung aller Tonformate) oder ein Stück nach oben schafft hier Abhilfe. Bei 5.1-Systemen können sie auch gleich weiter hinten sitzen.

Dieser Versatz ist ohnehin keine schlechte Idee, denn wenn sich alles genau auf einer Achse befindet, würden neben dir sitzende Personen auch den/die Surround-Lautsprecher abschatten – was du wahrscheinlich nicht haben willst.

Auf Nummer sicher: der Flatterecho-Check

Generell kannst du deine Kinoplanung ganz leicht einer Kontrolle auf mögliche Flatterechos unterziehen:

  1. Gehe der Reihe nach jede mögliche Kopfposition auf allen Sitzplätzen durch.
  2. Zeichne durch den Kopf ein dreidimensionales Kreuz, dessen Ausleger alle im 90°-Winkel auf die umliegenden Raumbegrenzungen treffen. (In den meisten Räumen wirst du so die Achsen vorne-hinten, links-rechts und oben-unten einzeichnen.)
  3. Prüfe, ob die Ausleger dabei jeweils zwei Flächen verbinden, die parallel zueinander stehen. (In Räumen ohne Schrägen wird das praktisch immer der Fall sein.)
  4. Werden diese Flächen beide einigermaßen gut Schall reflektieren? Das kann kritisch werden – überdenke deine Planung hinsichtlich Raumakustik.
  5. Befindet sich in der Nähe der Achse (ca. ±10° Abweichung) ein Lautsprecher?

Wenn an irgendeinem Punkt in dieser Liste deine Antwort “nein” lautet, besteht kein Risiko, dadurch ein Flatterecho zu bekommen. Erst wenn du Punkt 5 mit “ja” beantworten musstest und dein Raum insgesamt einen geringen Nachhall haben wird, ist die Wahrscheinlichkeit für ein hörbares Flatterecho sehr hoch.

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Ich hoffe, diese Ausführungen konnten dich ein wenig beruhigen. Ja, ein Flatterecho ist eine sehr unschöne Sache. Aber es ist auch ziemlich unwahrscheinlich, dass sie durch deine Lautsprecher hervorgerufen werden, wenn du Filme oder Musik genießen möchtest. Zumindest dann, wenn du dein Heimkino in allen Belangen richtig und sinnvoll geplant hast.

Ein Restrisiko bleibt: nämlich wenn du selbst wieder zur Schallquelle wirst. Das passiert entweder, weil du in einem beklemmenden Horrorfilm erschrocken aufschreist, oder weil du nebenbei telefonierst oder am Handy daddelst – beides Dinge, die sich im Heimkino nicht gehören.

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