5 Fehler, die du unbedingt vermeiden musst, wenn du dir ein Heimkino baust

Nur wer nichts macht, macht keine Fehler. Sobald du also ein Heimkino baust, sind Fehler vorprogrammiert. Und das ist auch gut so. Denn aus Fehlern lernst du, damit du es beim nächsten Mal besser machen kannst. Aber es gibt auch unnötige Fehler, die du von vorneherein vermeiden kannst.

Wenn du einen dieser Fehler bei deinem Heimkino-Projekt gemacht hast, guckst du nur noch wie dieser Mann, der sich als Joker verkleidet hat.
Foto: Jhefferson Santos / Pexels

Manche Fehler kosten dich einfach nur Nerven, andere Zeit oder sogar Geld. Aber im schlimmsten Fall bringt dein Heimkino nicht 100% von dem, was möglich gewesen wäre – und du merkst es vielleicht noch nicht einmal! Es ist unmöglich, alle denkbaren Fehler aufzulisten. Deshalb zeige ich dir hier, wie du einige der häufigsten Fehler beim Heimkinobau rechtzeitig erkennst, bevor du sie machst.

Fehler 1: Immer nur an Technik denken

Wenn jemand neu in das Hobby Heimkino einsteigt, geht es in den ersten Jahren immer nur um eines: Technik! Du brauchst ein 5.1-Lautsprechersystem, einen AV-Receiver, einen Blu-ray-Player… einen Fernseher hast du immerhin schon. Aber damit ist der Spaß noch nicht zu Ende.

Irgendwann merkst du, dass bessere Lautsprecher auch besseren Sound machen – also kaufst du neue.

Dann kommt ein größerer TV ins Haus oder gleich ein Beamer.

Auf Dolby Atmos wolltest du auch noch updaten, also noch mehr Lautsprecher. Und ein neuer AV-Receiver muss dafür auch her, damit der die vielen Kanäle auch bedienen kann.

In der Anfangszeit findet fast automatisch ein derartiges Technik-Wettrüsten statt, so dass es nur völlig normal sein kann, wenn jemand das Hobby zu 100% über Technik definiert.

Aber das ist bei weitem nicht alles. Es gibt so viel mehr Dinge zu bedenken, um cooles Kinofeeling aufkommen zu lassen. Hier sind ein paar:

  • Leinwandgröße und -format
  • Lautsprecheraufstellung
  • Anordnung der Sitzplätze
  • Raumakustik (dazu gleich mehr)
  • Stromversorgung
  • Licht und Lichtsteuerung

Und das ist wirklich eine sehr oberflächliche Liste! Ein richtiges Heimkinoprojekt geht noch erheblich weiter in die Tiefe.

Natürlich ist Technik wichtig. Sie wird immer der wesentliche Bestandteil sein, ohne den ein Heimkino keinen Sinn ergibt. Aber ich habe fast täglich mit Leuten Kontakt, deren einzige Sorge die Technik zu sein scheint. Sie reden über nichts anderes.

Du kannst nicht früh genug damit anfangen, dir auch Gedanken um das „Drumherum“ zu machen! Auch wenn ein richtiges Heimkino im eigenen Raum noch Jahre auf sich warten lässt – fange trotzdem in deiner aktuellen Wohnzimmer-Lösung damit an, dir Kinoatmosphäre aufzubauen und dich um die nicht-technischen Details zu kümmern. So wirst du das Hobby auf eine ganz andere Art kennen und lieben lernen.

Und dabei ist der nächste Punkt mit Abstand der wichtigste …

Fehler 2: Die Raumakustik unterschätzen

Die drei wesentlichen Faktoren für gute Klangwiedergabe im Heimkino sind auf rein akustischer/physikalischer Ebene diese hier:

  1. die Qualität der Lautsprecher
  2. ihre Aufstellung im Raum
  3. die Akustik des Raums

Sobald einer dieser Faktoren vernachlässigt wird, ist es völlig egal, wie viel Geld oder Aufwand du in alle anderen Themen steckst – du wirst dann unter keinen Umständen 100% der maximal möglichen Klangqualität bekommen. Lies hier die ganze Geschichte.

Die Raumakustik ist dabei der mit Abstand wichtigste und zugleich entscheidende Faktor, wenn es darum geht, dass deine Lautsprecher zeigen können, was in ihnen steckt. Viel zu oft wird sie sträflich vernachlässigt. Viel zu oft werden Ausreden gefunden, um der Raumakustik keine weitere Beachtung schenken zu müssen:

  • „Das kann ich im Wohnzimmer ja nicht umsetzen.“
  • „Ist mir zu kompliziert, mich damit zu befassen.“
  • „Meine Frau lässt mich solche Sachen nicht machen.“
  • „Ich habe Angst, da etwas falsch zu machen.“
  • „Für das Geld bekomme ich ja schon einen AV-Receiver.“

Na klar, es ist ja auch so viel einfacher, sich die Dinge schön zu reden und in seiner kuscheligen Komfortzone zu bleiben, anstatt sich der Sache wirklich anzunehmen.

Suche nicht nach Ausreden, sondern nach Lösungen!

Das gilt für alles im Leben – aber ganz besonders eben auch für die Raumakustik in einem Heimkino. Wenn du dich diesem Thema weiterhin verschließt, wirst du immer nur unterdurchschnittliche Ergebnisse bekommen.

Fehler 3: Nicht detailliert genug planen

Wer glaubt, einfach loslegen zu können, ohne sein Heimkino vorher ausführlich zu planen, der hat schon so gut wie verloren. Gut Ding will Weile haben, heißt es nicht umsonst. Und jeder gute Handwerker weiß genau:

Erst grübeln, dann dübeln!

Wenn du einfach drauf los arbeitest, ohne dir vorher einen sinnvollen Plan zu überlegen, wirst du garantiert an einen Punkt kommen, wo es nicht weiter geht. Mit viel Material und Arbeitseinsatz wirst du etwas gebaut haben, das dann doch nicht wie gedacht funktioniert. Wenn es ganz dumm läuft, stehst du da und bist festgefahren, kommst weder vor noch zurück.

Deshalb: Zeichne einen Bauplan und arbeite damit, bis jedes Detail stimmt, noch bevor du das erste Loch in die Wand bohrst. Plane auch die Kosten deines Heimkinos sehr genau, damit du nicht finanziell stecken bleibst und am Ende nicht zu einem fertigen Ergebnis kommst, bevor dir das Geld ausgeht.

Du denkst jetzt vielleicht ungefähr folgendes:

  • „Ich kann nicht zeichnen.“
  • „Planen ist nicht mein Ding, ich probiere lieber aus.“
  • „Mit dem Computer kann ich nicht so gut umgehen.“
  • „Ich habe bei allen Projekten bisher einfach losgelegt, das klappt auch dieses Mal.“

Lass mich dir an dieser Stelle mit absoluter Sicherheit und jahrelanger Erfahrung in der Heimkinoplanung sagen: Wenn du so denkst, liegst du falsch!

Die besten Heimkinos haben genauso viel Planungszeit hinter sich wie die eigentliche Bauzeit. Wir sprechen hier nicht von Tagen, sondern Wochen oder eher Monaten. Das sollte dir zu denken geben, wenn du glaubst, jetzt mal kurz mit einem Großprojekt loslegen zu können.

Fehler 4: Sich nicht genug Zeit lassen

Während die Planung mit Sicherheit die zeitintensivste Aktivität in dieser ersten Phase vor dem eigentlichen Heimkinobau ist, gibt es aber noch einen anderen wichtigen Aspekt zu beachten: die Pausen davon.

Zu häufig erlebe ich es, dass Leute zu schnell zu viel wollen. Sie haben noch nicht mal die erste Skizze gezeichnet, wollen aber am liebsten schon im fertigen Heimkino sitzen und Filme schauen.

Verstehe ich ja auch gut. Es kribbelt in den Fingern. Du willst loslegen, du willst Ergebnisse sehen. Du willst endlich den Beamer in Betrieb nehmen, der jetzt schon eine Woche lang verpackt herumsteht.

Aber lass dir eine wichtige Sache gesagt sein:

In der Ruhe liegt die Kraft.

Es gibt zwei wesentliche Phasen beim Heimkinobau. In beiden wirst du früher oder später mit deiner eigenen Ungeduld zu kämpfen haben – und du wirst mit einem besseren Ergebnis belohnt werden, wenn du dagegen ankommst.

1. Die Planungsphase

Wie oben beschrieben musst du ausführlich planen. Das dauert mindestens mehrere Wochen. Was passiert nun, wenn du dich wochenlang intensiv mit dieser einen Sache beschäftigst? Wenn du Abend für Abend über deinem Heimkinoplan hängst?

Du wirst betriebsblind! Betriebsblindheit ist eine ganz normale Sache, die sich bei der Planung nach und nach aufbaut. Du musst dir die Zeit nehmen, sie wieder abzubauen, indem du deine Planung ab einem gewissen Status einfach mal für ein paar Wochen in der Schublade verschwinden lässt und nicht mehr daran denkst.

2. Die Bauphase

Wenn du in die Umsetzung gehst, wird zunächst mal alles glatt laufen. Du hast ja schließlich alles ausführlich geplant. Trotzdem kommt früher oder später ein Punkt, an dem du nicht weiter weißt. Vielleicht hast du irgendwas vorher nicht bedacht oder etwas funktioniert nicht so wie erwartet.

Es ist dann oft nicht der richtige Weg, krampfhaft nach einer schnellen Lösung zu suchen. Deine Chancen stehen besser, wenn du das Problem eine Weile arbeiten und die beste Lösung zu dir kommen lässt. Hört sich verrückt an, funktioniert aber fast immer.

Du musst also von Zeit zu Zeit Abstand von deinem Projekt nehmen können. Es bringt nichts, die Dinge überstürzen zu wollen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch: Wenn du nur einen gewissen zeitlichen Spielraum für die Umsetzung hast, ist es um so wichtiger, rechtzeitig mit der Planung anzufangen – und sei es nur, um dir dann länger in Ruhe Gedanken machen zu können oder Betriebsblindheit abzubauen.

Fehler 5: Nicht (rechtzeitig) nach Hilfe fragen

Diesen letzten Punkt kann ich ja irgendwie auch verstehen. Du willst es ja selbst schaffen, willst dir selbst beweisen, dass du ein Heimkino mit deinen eigenen Händen bauen kannst – von Anfang bis Ende. (Und ganz ehrlich, das ist doch überhaupt das Beste daran!)

Aber leider ist das auch etwas, das ich viel zu oft in meinen Beratungen erlebe: Die angehenden Heimkinobesitzer melden sich viel zu spät, um nach Rat zu fragen, wenn sie nicht weiter kommen.

  • Der Rohbau des neuen Eigenheims steht schon, der Putz ist an den Wänden und der Estrich drin – jetzt ist es zu spät, um noch Kabel an die richtigen Stellen zu verlegen.
  • Die Trockenbauwände stehen schon und alles ist mit Rigipsplatten verkleidet. Raumakustik? Fehlanzeige! Dabei hätte es so einfach sein können.
  • Lautsprecher und andere technische Komponenten sind schon gekauft, aber eigentlich ist das Setup gar nicht wirklich geeignet für den Raum.

Einfach mal machen, ohne sich vorher ein fachkundiges Feedback für seine Planung einzuholen – das ist einer der größten Fehler überhaupt. Denn damit verschenkst du wahnsinnig viel Potenzial.

Du steckst Zeit und Material in eine Sache, nur um dann später festzustellen, dass es die falsche Sache war. Na was soll’s, jetzt ist es schon so. Das wieder wegzureißen wäre Wahnsinn.

Wenn du alles selbst herausfinden willst, wirst du nicht nur erheblich länger dafür brauchen, sondern zwangsläufig auch Dinge übersehen – einfach weil du sie nicht auf dem Schirm hattest. So entstehen Heimkinos, die nicht alles ausschöpfen, was möglich ist.

Am Ende postest du das noch stolz aber ahnungslos in einem Forum und wunderst dich über die vielen hämischen Kommentare, den „Verriss“ der eingeschworenen Heimkino-Community.

Das willst du wirklich nicht haben. Deshalb wende dich rechtzeitig an Gleichgesinnte, die schon ein Heimkino gebaut und die vielen kleinen Fehler gemacht haben. Frag in einer Heimkino-Gruppe oder bei deinem örtlichen Fachhändler nach – oder hole dir eine unabhängige, projektbegleitende BeratungHauptsache du ziehst es nicht alleine durch, wenn du dir nicht vollkommen sicher bist.


Hast du etwas anderes erwartet? Ja, diese fünf Fehler sind überwiegend Probleme auf einem „höheren Level“. Sie haben eines gemeinsam: Wenn du sie machst, verbaust du dir damit sehr wahrscheinlich einen ordentlichen Teil deiner Möglichkeiten.

Ich finde, insbesondere dann, wenn du einen eigenen Raum für dein Heimkino zur Verfügung hast, ist es deine Pflicht, das bestmögliche Ergebnis aus dieser Möglichkeit herauszuholen. Schließlich gibt es sehr viele Leute da draußen, die dich darum beneiden.

Viele dieser Fehler sind keine Kleinigkeiten, die man mal eben korrigieren kann. Hier geht es ans Eingemachte und es wird auf die eine oder andere Art richtig teuer, das nachträglich zu beheben – wenn es überhaupt möglich ist.

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