„Ich habe mir ein Heimkino gekauft“ – eine extrem irreführende Aussage, die alles Mögliche bedeuten kann. Meistens klingt es nach etwas ganz Großem, dahinter steckt aber nur heiße Luft. Was „Heimkino“ wirklich bedeutet – und dass man es eben nicht einfach mal so kaufen kann – darum geht es hier.
dass das, was im elektronikladen als heimkinosystem verkauft wird, maximal ein Heimkino Einsteiger soundsystem ist, und kein Heimkino ist ja klar, da würde ich natürlich zustimmen.
darüber hinaus wird meine Zustimmung aber ehrlicherweise auf.
ist das was du da beschrieben hast , für viele in der Branche wirklich ein Ding?
haben die wirklich einen Vorhang vor der Leinwand, der dann aufgeht?
habe ich ehrlich gesagt noch nie gesehen, obwohl ich die Videos der großen Installer gerne mal gucken.
kommt bei den Leuten wirklich direkt der Film und kein Menü, bevor irgendjemand in den Raum geht ist also alles vorbereitet, der Blu-ray Player steht schon am Anfang des Films auf Pause oder der Streamer ist schon hochgefahren, der Film ausgewählt, damit es sich im Kino direkt losgeht?
gibt es wirklich viele Leute bei denen Saslmusik läuft?
das ganze Drumherum was du da beschreibst habe ich so noch nie gehört oder gesehen, auf die Idee würde ich ihm 1000 Jahren nicht kommen, ich würde sogar sagen, dass ich mit dabei sehr blöd vorkommen würde.
Wenn ich einen Film gucke, egal ob alleine oder mit anderen, gehe ich in den Raum man setzt sich hin, quatscht, währenddessen fährt die Technik hoch, dann ist man entweder im Menü des streamers, oder der Blu-ray, dann wird der Film ausgewählt, und dann fängt der Film an Punkt und natürlich gucke ich mir nicht den Abspann an, ausnahmen sind da maximal die Abstände die bekannt dafür sind dass da noch was vom Film kommt.
Die beschriebenen „Verhaltensweisen“ sind zugegeben so ziemlich das nerdigste, was es in diesem Bereich gibt (von Leuten, die Klingonisch reden, mal abgesehen). Und sicher machen das nicht viele, sondern vielleicht nur so 10% von denen mit einem dedizierten Kinoraum. Da sehe ich aber kein Problem drin, denn das ist ja zum Glück jedem seine Sache, ob er das machen will.
Letztendlich geht es bei Heimkino per Definition eben auch um die Nachbildung des echten Kinos in den eigenen vier Wänden. Und da gehört das nun mal dazu, wenn man seinen Spaß dran hat und es mit dem Hobby ernst meint. Wenn ich eine Modelleisenbahn habe, kann ich mir ja auch eine Schaffnermütze aufsetzen und in die Trillerpfeife pusten, bevor der Zug abfährt.
Fakt ist, dass meine Gäste von meinen Kinovorstellungen äußerst angetan sind, und das nicht nur, weil der Film technisch überragend wiedergegeben wird. Hochfahrende Technik, sichtbare Menüs und abgebrochene Abspänne stören erheblich die Immersion, die man sonst so mühevoll zu erreichen versucht. Insofern halte ich das für eine Verpflichtung als guter Gastgeber, wenn ich meinen Bunker ein Kino nennen will.